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Beeindruckend in Bild, Klang und Gesang: Die Mitwirkenden des zweiten Konzerts in der Reihe „Musik im Pfaffenwinkel“ beim Konzert in der Wieskirche.

Musik im Pfaffenwinkel

Marschmusikartige Klänge und grandiose Fuge

Das zweite Konzert der Reihe „Musik im Pfaffenwinkel“ am Sonntagabend in der Wieskirche war ausverkauft. Keine große Überraschung, denn standen mit dem berühmten „Konzert A-Dur für Klarinette und Orchester KV 622“ von Wolfgang Amadeus Mozart und der „Messa di Gloria“ von Giacomo Puccini zwei musikalische Höhepunkte auf dem Programm.

Wies – Mozarts Klarinettenkonzert ist eines seiner letzten Werke. Zwei Monate vor seinem Tod schrieb er dieses meisterhafte Werk. Herrlich- strahlend begann das Orchester, das sich aus Mitgliedern der Münchner Philharmoniker zusammensetzt, das Hauptthema des ersten Satzes, das Allegro.

Ja, und die Zuhörer fieberten förmlich dem Einsatz der Solo-Klarinette entgegen, die dann das Thema zusammen mit zwei Violinen übernahm. Wunderbar weich spielte der ungarische Klarinettist Lásló Kuti die bekannte Melodie und berührte mit einer beeindruckend leichten Spielweise.

Reihenleiter Christian Fröhlich dirigierte nicht raumgreifend, aber äußerst präzise mit kleinen Gesten. Und er ließ Kuti Raum für seine Soli, nahm das Orchester zurück, so dass der Klang sich ausbreiten, die Tremoli perlen konnten.

Einfach ergreifend dann das Thema im Adagio: Die klagende Klarinette und dem ihr folgenden Orchester war es ein wahrer Genuss. Kuti wählte hier genau die richtige Dosis Ausdruck, rutschte nicht ins Schmalzige. Das Rondo des dritten Satzes war in seiner Leichtigkeit wohl kaum zu überbieten. Herrlich, wie Klarinette und Orchester da zusammen die Melodien tanzten bis hin zum furiosen Ende: Ein Hochgenuss.

Der Gemischte Chor im Pfaffenwinkel brauchte einige Zeit, um sich im Altarraum aufzustellen. Der seit 28 Jahren bestehende Chor ist auf über 70 Mitglieder angewachsen. Und nur mit so einem gewaltigen Klangkörper kann man eine ebenso gewaltige Messe wie die „Messa di Gloria“ von Puccini aufführen. Denn nach dem Gloria weiß man, warum der Komponist seine Messa so benannt hat.

Bestückt mit beinahe marschmusikartigen Klängen, einem wunderbaren Tenorsolo und einer grandiosen Fuge, ist das Gloria das Kernstück der Messe. Schon im Kyrie führt Puccini hin auf das dann folgende Gloria. Es wird enorme Spannung aufgebaut, wenn der Chor „Christe eleison“ mit aller Macht heraussingt.

So wird die Gewalt der Musik hinübergeleitet zum Kern der Messe. Chor und Orchester wurde im Gloria so einiges abverlangt, man war hier aber bestens vorbereitet und hoch konzentriert am Werk. Ein paar verwaschene Einsätze des Chors verzieh man gerne, da die Ausdruckskraft während der gesamten Messe einfach überwog. Fröhlich übertrieb jedoch manchmal bei den dramatischen fortissimo-Passagen, der Klang erschlug direkt. Etwas weniger wäre da mehr gewesen.

Tenor Galeano Salas überzeugte seinerseits mit klarer, kräftiger Stimme, das kleine Timbre störte nicht im geringsten beim wunderbar interpretierten „Gratias agimus tibi“. Die Schlussfuge des Gloria nahm Fröhlich mörderisch schnell. Um so begeisternder die Leistung von Chor und Orchester, da mitzuhalten und das Kernstück der Messe zu einem grandiosen Finale zu führen.

Etwas ruhiger, beinahe mystisch, begann dann das Credo, in dem nun der warme Bass von Boris Prgl zum Einsatz kam. Der Tscheche entfaltete seine Stimme, wurde mit jedem Ton voller, als er „Crucifixus“ in die Kirche herausrief. Besonders weich klang er dagegen im Benedictus und bei dem Duett mit dem Tenor im Agnus Dei.

Nach einem wieder überaus kraftvollen und sehr laut tönenden Sanctus war man als Zuhörer überrascht, wie Puccini seine Messe enden lässt. Ganz sanft und leise verklang das Agnus Dei. Wunderschön stimmig da Chor und Orchester nach dem Duett der Solisten. Großer verdienter Applaus dann zum Schluss. 

Regina Wahl-Geiger

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