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In der Gärtnerei der Herzogsägmühle gab Gärtnermeister Leonhard Reßler (rechts) bei einer Führung den Besuchern Tipps zum Gemüseanbau.

Netzwerk „Gartenwinkel-Pfaffenwinkel

Wissenswertes zu Gemüseanbau und Kräutereinlagerung

23 Gärten aus dem Landkreis Weilheim-Schongau haben sich vor einigen Jahren zum Netzwerk „Gartenwinkel-Pfaffenwinkel“ zusammengeschlossen. Am vergangenen Sonntag fand, wie jedes Jahr, ein Aktionstag statt.

Steingaden/Herzogsägmühle – Acht verschiedene Gärten und Gärtnereien öffneten dazu ihre Türen für Besichtigungen, Führungen und Vorträge.

„Der 19. August ist der Stichtag“, erklärte Gärtnermeister Leonhard Reßler den zahlreichen Besuchern bei seiner Führung „Bunt und gesund – Tipps und Tricks zum Gemüseanbau im eigenen Garten“ durch die große Gärtnerei in der Herzogsägmühle. An diesem Tag würden die über vier Meter hohen Tomatenpflanzen „geköpft“, denn bei einem weiteren Wachstum würden die folgenden Tomaten nicht mehr reifen, so Reßler.

800 Tomatenpflanzen, akkurat in 70 Zentimetern Abstand gepflanzt und jeweils an Schnüren vier Meter hoch bis zur Decke wachsend, kann man in einem von insgesamt 13 Gewächshäusern der Gärtnerei bewundern. Und da sind auch noch die Früchte der 400 Gurkenpflanzen zu ernten, die unzähligen Zucchini, Kohlköpfe, Salate, Bohnen, Erbsen, Fenchel.

Im Klostergarten St. Johannes in Steingaden gab Kräuterpädagogin Daniela Schmölz (rechts im schwarzen T-Shirt) Tipps zur Einlagerung von Kräutern.

„Alles Naturlandqualität“, sagte Werner Deuring, Betriebsleiter der Gärtnerei, der das Wort „bio“ nicht mag. Das Gemüse wird für die über 1000 Bewohner der sozialen Einrichtung Herzogsägmühle verwendet. Auch im eigenen Geschäft, dem Mühlenmarkt, kann man die Produkte kaufen, außerdem werden damit Großküchen beliefert.

In Sachen Schädlingsbekämpfung ist man in Herzogsägmühle sehr erfinderisch und kommt gänzlich ohne Chemie aus. Die Stangenbohnen beispielsweise werden immer fein mit Wasser berieselt, denn das mögen Blattläuse gar nicht. Und an den Tomatenpflanzen hängen kleine Schlupfwespenpakete. Die nur 6 bis 17 Millimeter großen Tiere legen ihre Eier gerne in Blattläuse, die dadurch absterben.

Auch die großen Ventilatoren, die in der Nacht eine gute Luftzirkulation für die Tomatenpflanzen erzeugen und auch die Luftfeuchtigkeit reduzieren, tragen dazu bei, dass die Blattläuse den Kampf aufgeben.

Orts- und Themenwechsel: Daniela Schmölz aus Steingaden ist gerade fertig mit ihrer Ausbildung zur Hauswirtschaftsmeisterin, die sie in Rosenheim absolviert hat. Die jetzt gelernte Kräuterpädagogin möchte sich fortan in ihrem Heimatort einbinden. Vom Obst- und Gartenbauverein bekam sie schon gleich ein Parzelle im Klostergarten St. Johannes zugewiesen, wo sie für die Pflege der Kräuter zuständig ist.

Sie machte am Sonntag eine Führung durch den Klostergarten und gab den über 40 Besuchern wertvolle Tipps zur Kräutereinlagerung. Man erfuhr beispielsweise, dass sich Basilikum, im Gegensatz zu Schnittlauch, nicht gut einfrieren lässt, weil es dann eher matschig werde. „Basilikum kann man aber gut in Öl einlagern“, erklärte sie.

Aber es lassen sich auch Kräuter wie die Kapuzinerkresse in Essig konservieren. Einige Kräuter wie Zitronenmelisse oder Pfefferminze könne man in Büscheln aufgehängt, getrocknet und dann in dunklen Gefäßen aufbewahren. Einer heimischen Kräuterküche, auch den Winter über, steht also bei richtiger Einlagerung nichts im Weg. „Man soll die Natur als Quelle ansehen und genießen“, lautet das Motto von Daniela Schmölz. 

Regina Wahl-Geiger

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