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Abtransport: Die Jesus-Figuren wurden am Mittwoch aus der Sakristei des Welfenmünsters in Steingaden an einen sicheren Ort gebracht.

Renovierung des Kirchenschiffs nötig

Lange Zwangspause im Steingadener Welfenmünster

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Die Gläubigen in Steingaden müssen ab dem kommenden Wochenende tapfer sein: Wegen der aufwändigen Renovierungsarbeiten im Kirchenschiff schließt das Welfenmünster in Steingaden ab heutigem Freitag für eineinhalb Jahre. Im Chorraum sind die Arbeiten zum Großteil schon abgeschlossen.

Steingaden – „Der Stuck aus Renaissance und Frühbarock, die Wappenschilder, die Heiligenfiguren und vor allem der Hochaltar erstrahlen in neuem Glanz und farblicher Frische“, freut sich Caspar Berlinger beim Anblick des Chorraums des Steingadener Welfenmünsters.

 In ihm hatten die aufwändigen Restaurierungsarbeiten im Februar 2017 begonnen. Zum Großteil sind sie jetzt bereits abgeschlossen, berichtet der langjährige Kirchenmusiker, der die Arbeiten koordiniert. „Ich bin Rentner und habe Zeit“, sagt der ehemalige Steingadener Schulleiter dazu mit einem Lachen.

Ende des Provisoriums: Die letzte Messe auf dem Holzaltar im Kirchenschiff wird am heutigen Freitag gefeiert. Danach bleibt das Welfenmünster für eineinhalb Jahre geschlossen.

Berlinger weiß genau, was jetzt auch im Kirchenschiff alles zu tun ist. Zunächst müssen Gerüste aufgebaut und Schmutz und Staub von Stuck, Malereien und Vergoldungen entfernt werden. Denn Schmutz und Staub setzen ihnen zu. Zudem werden die Elektrik und die Glockensteuerung erneuert. Vor allem die Zuleitungen seien nicht mehr zeitgemäß und müssten im Boden oder unter Putz verlegt werden, erläutert der Kirchenmusiker. Und die Beleuchtung im Welfenmünster sei völlig veraltet „und erweist sich zum Teil der sich stets wandelnden Liturgie nicht mehr dienlich genug“, so der 73-Jährige. Besonders freut sich der Kirchenmusiker auch darüber, dass die ehemalige Klosterkirche wieder eine Chororgel erhalten wird. Der Grund: Im Chorraum werde oft feierlich musiziert und gesungen, und es würden auch wieder vermehrt Gottesdienste gehalten.

Die werden ab dem kommenden Wochenende aber fürs erste anderenorts gefeiert. Die vorerst letzte Heilige Messe im Welfenmünster wird am heutigen Freitag, 2. Februar, auf dem provisorischen Holzaltar im Hauptschiff zelebriert. Nach dem Familiengottesdienst mit Kerzenweihe geht es in einer Lichterprozession ins Pfarrheim, in dessen Saal in Zukunft die Samstags- und Sonntags-Gottesdienste gefeiert werden. Die Werktagsmessen finden dienstags und freitags in der St. Norbert-Kapelle statt, die großen Feste in der Wieskirche. Caspar Berlinger empfiehlt, „in der Übergangsphase den Kirchenanzeiger besonders aufmerksam zu lesen“.

Neuer Glanz im Chorraum: Kirchenmusiker Caspar Berlinger ist beeindruckt.

Der Kirchenmusiker, der in den kommenden Wochen auch dabei zusehen muss, wie seine Orgel eingehaust wird, hofft, „dass die Renovierung eine gewisse ,Reaktivierung’ mit sich bringt“. Nach eineinhalb Jahren „schätzt man es vielleicht wieder, wenn man ein so wunderbares Gotteshaus hat“, meint er.

Der 73-Jährige ist sich sicher, dass die Kirchenbesucher die Zeit in den Ausweichquartieren mit „Geduld und Flexibilität tragen werden“. Und wie alle freut er sich auf den ersten Gottesdienst, der 2019 im dann prächtigen Welfenmünster gefeiert wird. „Das wird ein großer Tag mit viel kirchlicher Prominenz“, blickt der 73-Jährige voraus.

Schließlich wird auch kräftig investiert: Wie berichtet, schätzt die Diözese die Kosten für die Renovierung auf 1,2 Millionen Euro. 100 000 Euro wird überdies die neue Chororgel kosten. Einen großen Teil muss die Pfarrei über die Kirchenstiftung selbst tragen. „Darum ergeht die herzliche Bitte um finanzielle Mithilfe“, sagt Berlinger. „Jede Spende tut gut, macht Mut!“.

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