+
Flixbus macht bald in Steingaden Station.

Ab Freitag, 7. April

Steingaden bekommt Fernbus-Halt

  • schließen

Vor fast drei Jahren hat Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman eine Initiative für einen Fernbus-Halt in Schongau gestartet. Jetzt kommt ab 7. April tatsächlich ein Fernbus-Stopp – aber nicht in Schongau, sondern in Steingaden.

Steingaden/Schongau – Die schlechte überörtliche Anbindung Schongaus mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist Sluyterman, selbst bekennender Bahnfahrer, schon lange ein Dorn im Auge. Deshalb hatte er beim Landkreis gebeten, sich für einen Fernbus-Halt in Schongau stark zu machen. Im ÖPNV-Ausschuss wurde das Vorhaben damals begrüßt, Manfred Plonner, Nahverkehrs-Experte am Landratsamt, schrieb die damals noch größere Zahl an Fernbus-Unternehmen an – ohne Erfolg. „Einmal im Jahr wird nachgefragt, bisher wurde es immer negativ beschieden“, sagte Sluyterman.

Doch gestern trudelte in der SN-Redaktion eine Mail vom Flixbus ein, der mittlerweile nahezu ein Monopol im anfangs umkämpften Fernbus-Markt hat. „Ab April neun neue Flixbus-Haltestellen in Südbayern“, heißt es da, und aufgeführt werden unter anderem Ettal, Oberammergau, Schwangau – und Steingaden. Tatsächlich hat es der nicht einmal 3000 Einwohner große Ort geschafft, sich als erste Gemeinde im Landkreis auf die Fernbus-Karte zu setzen. „Für uns ist der touristische Aspekt wichtig“, sagte Flixbus-Sprecherin Marika Vetter. Denn die Route führt von Füssen entlang der Sehenswürdigkeiten Schloss Neuschwanstein, Wieskirche und Schloss Linderhof über die A 95 nach München.

Für die Steingadener ist das durchaus interessant: Ab unschlagbar günstigen sieben Euro soll die Fahrt nach München im geräumigen Bus unter anderem mit WLAN, Klimaanlage und Verpflegung 2:15 Stunden dauern, und das ohne umzusteigen. Zum Vergleich: Die Busfahrt von Steingaden nach Schongau dauert mit dem RVO schon eine dreiviertel Stunde, die folgende Bahnfahrt von Schongau über Weilheim nach München rund 1:20 Stunden.

Bisher plant Flixbus nur Fahrten von Freitag bis Sonntag, jeweils mit Abfahrt in Steingaden um 18.20 Uhr. „Am Wochenende fahren die meisten Leute, das ist für Ausflügler interessant“, sagt Vetter. „Wenn es Resonanz gibt, kann man das natürlich ausweiten.“ Es sei gedacht für Münchner, die die touristischen Attraktionen anschauen wollen, und Bürger vor Ort, die es abends nach München zieht. Die Gegenrichtung nach Füssen ist für Steingadener aber tabu: „Da dürfen wir aus rechtlichen Gründen keine Fahrkarten ab Steingaden anbieten, um dem Regionalverkehr keine Konkurrenz zu machen“, sagt Vetter. Erst Oberammergau ist dafür weit genug weg.

Steingadens Bürgermeister Xaver Wörle hat die Haltestelle an der Ammergauer Straße natürlich gerne für den Fernbus freigegeben, als die Anfrage von Flixbus kam. „Das ist für uns sehr interessant, auch vom Preis.“ Mit Wieskirche und Romantischer Straße habe man touristische Highlights, die Gäste anziehen. „Es ist nicht das erste Mal, dass Steingaden vorne ist“, sagte Wörle mit Blick auf die vergeblichen Bemühungen Schongaus.

Sluyterman gönnt Steingaden den Fernbus-Halt, „das ist schließlich ein Gewinn für den ganzen Landkreis“. Für ihn wäre eine Fernbus-Verbindung über Schongau nach Augsburg sowieso wichtiger, weil die Anbindung in die Schwaben-Metropole noch viel schlechter ist. Wer weiß, vielleicht klappt das ja noch – denn Flixbus will weiter expandieren, auch regional: „Wir haben die Anfrage von Herrn Plonner hier. Man muss sehen, wie sich das bei der Angebotsplanung ergibt“, sagte Vetter.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Türsteher geschlagen, Täter geflohen
Türsteher haben oft einen schlechten Ruf. Doch jetzt wurde ein 35-Jähriger in Schongau Opfer von Schlägen.
Türsteher geschlagen, Täter geflohen
Nach Unfall: Schongauer Polizei entdeckt betrunkenen Fahrer hinter Busch
Ein beschädigtes Auto, eine demolierte Straßenlaterne, aber kein Fahrer - so stellte sich am frühen Sonntagmorgen die Situation für die Schongauer Polizei dar. Doch der …
Nach Unfall: Schongauer Polizei entdeckt betrunkenen Fahrer hinter Busch
Mitten in Peiting: Plötzlich war eine Schildkröte im Teich
Nur zwei auf zwei Meter ist der kleine Gartenteich des Peitinger Ehepaars Kehrer groß, doch seit einigen Wochen fühlt sich dort eine Schildkröte pudelwohl. Nur: Sie …
Mitten in Peiting: Plötzlich war eine Schildkröte im Teich
Burggener Bürgermeister zeigt Verdienstmedaillenträger an
In Burggen lässt es sich gut leben. Die Leute kennen sich, man versteht sich – doch diese Idylle ist getrübt: Zwischen Bürgermeister Joseph Schuster und Bruno Faller, …
Burggener Bürgermeister zeigt Verdienstmedaillenträger an

Kommentare