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Alles hört auf mein Kommando: Christoph Garbe leitet die Chorprobe für das Abschlusskonzert an. 

Werkgemeinschaft Musik

Musik für alle Generationen

Kinder, Eltern und Großeltern musizieren gemeinsam: Ein Besuch bei der Arbeitswoche der Werkgemeinschaft Musik in der Landvolkshochschule.

SteingadenKurz vor 15 Uhr ist der Garten hinter dem Speisesaal der Landvolkshochschule Wies von Leben erfüllt. Menschen aller Altersstufen stehen oder sitzen im Grünen, in Gespräche vertieft. „Um 15 Uhr beginnen die Arbeitskreise“, erklärt Ursula Bongard. Die Schulmusikerin lebt seit 2002 in Freising. Dort leitet sie den Schulchor am Musischen Gymnasium, gibt Geigenunterricht und hat ein Streichorchester gegründet. 1983 besuchte sie zum ersten Mal eine Arbeitswoche der Werkgemeinschaft Musik an der Wieskirche. Nachdem sie viele Jahre als Referentin dabei war, wurde Bongard 2012 zur Vorsitzenden des in Köln ansässigen Vereins gewählt. Und beschloss, fortan ihre eigene Arbeitswoche zu gestalten – die nunmehr fünfte, die jeden Sommer in der Landvolkshochschule Wies veranstaltet wird.

Neben der Gesamtorganisation betreut Bongard die Streicher, leitet die Tutti-Proben und dirigiert die Orchesterwerke im Abschlusskonzert. Die bis zu 130 Teilnehmer kommen aus ganz Deutschland, etliche aus Bayern – aber nicht aus der unmittelbaren Region, was Bongard bedauert.

Geprobt wird für das große Abschlusskonzert an diesem Donnerstag in der Wieskirche. Anne Rademacher, die das Seelsorgeamt im Bistum Erfurt leitet, ist für die geistliche Begleitung der Arbeitswoche zuständig. Ein Horn-Quartett probt „Adoramus te, Christe“ des Barockkomponisten Quirino Gasparini. Ein warmer, voller Klang erfüllt den Raum. Lautlos geht indessen die Aktion der Theater-Gruppe vor sich: Barbara Schmidt gibt den vier Kindern, zwei Jugendlichen und zwei Erwachsenen Anweisungen, die sie im stummen Spiel umsetzen sollen. „Ihr bewegt euch in größter Freude durch den Raum auf mich zu. Wenn ich in die Hände klatsche, kippt die Stimmung ins Gegenteil.“ Eine Gruppe von Streichern hat sich mit einer Flötistin ein Concerto von Francesco Mancini vorgenommen. Bongard kommt hinzu: „Wie läuft’s?“, erkundigt sie sich. Gemeinsam geht man ein paar Stellen durch. Dann wird das Arbeitsergebnis vorgetragen. Das Ensemble wirkt, als musizierten hier Kinder, Eltern und Großeltern miteinander. Drei Generationen im gemeinsamen Tun vereint.

Im Stimmbildungs-Kurs von Alexandra Untiedt aus Berlin sitzen zehn Frauen. „Bei hohen Tönen macht man gern oben zu. Ihr müsst die Kraft aber von unten holen“, erklärt sie. Auch im Bierstüberl wird gearbeitet: Eine weitere Streicherformation hat sich ein Quintett von Dittersdorf vorgenommen. „Hier spielen Mutter und Tochter zusammen“, erläutert Rademacher.

Einige Räume weiter beendet Reinhold Felthaus die Arbeit mit seinem Blechbläser-Ensemble. Zum letzen Mal ertönt „Frère Jacques“ – mit vollem, satten Sound. Das Orchester hat noch Registerproben, ehe es sich als Ganzes zusammen fügt. Doch der Chor arbeitet im Tutti. Dozent Christoph Garbe feilt am Hauptwerk des Konzertes, Mendelssohns „Hör’ mein Bitten“ für Solosopran, Chor und Orchester. Rund drei Dutzend Sangeswillige sind mit großem Engagement bei der Sache. Garbe spielt am Klavier mit. Es klingt schon ebenso kraftvoll wie überzeugend. „Hier habt ihr keine Zeit mitzulesen. Ihr müsst genau wissen, wo euer Einsatz ist – sonst seid ihr zu spät“, ermahnt der Chorleiter seine Schützlinge.

Beim Kinderchor geht’s weitaus spielerischer zu. Denise Weltken sitzt mit ihrer Schar am Boden. „Sei behütet Tag und Nacht“ wird für den abendlichen Gottesdienst eingeübt. Die Kinder haben sich erläuternde Gesten zu den einzelnen Textpassagen ausgedacht. „Und jetzt kommt die Aufführung“, ruft Weltken. Die neun Mädchen und der etwas verloren wirkende Junge stellen sich sofort im Halbkreis auf. Mit Unterstützung des Klaviers läuft’s schon ganz prima.

Das Abschlusskonzert findet am Donnerstag, 22.8. in der Wieskirche statt. Beginn ist um 16.30 Uhr; der Eintritt ist frei.

VON SABINE NÄHER

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