Das ehemalige Käsereiareal in Steingaden wird neu überplant. Hier sollen zwölf Wohneinheiten entstehen. Die Gemeinderäte fürchten um den Emissionsschutz für die bestehenden Betriebe in der Nachbarschaft. Und auch die Nachbarn schlagen Alarm, planen es, Klage zu erheben. Eine aktuelle Planung, wie das Gebäude aussehen soll, dürfen wir leider nicht zeigen – die Bauherrin gibt die Skizzen für die Heimatzeitung nicht frei.
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Das ehemalige Käsereiareal in Steingaden wird neu überplant. Hier sollen zwölf Wohneinheiten entstehen. Die Gemeinderäte fürchten um den Emissionsschutz für die bestehenden Betriebe in der Nachbarschaft. Und auch die Nachbarn schlagen Alarm, planen es, Klage zu erheben. Eine aktuelle Planung, wie das Gebäude aussehen soll, dürfen wir leider nicht zeigen – die Bauherrin gibt die Skizzen für die Heimatzeitung nicht frei.

Gemeinderat Steingaden übergibt Thematik ans Landratsamt

Steingaden: Emissions-Ängste wegen Wohnbebauung

  • Barbara Schlotterer-Fuchs
    vonBarbara Schlotterer-Fuchs
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Die Planung für ein Wohnhaus mit zwölf Wohneinheiten auf dem ehemaligen Käserei-Areal in Steingaden sorgt für Unstimmigkeiten im Ort: Der Gemeinderat hat sich jetzt mit der Nutzungsänderung beschäftigt. Vor allem der Emissionsschutz bereitet so manchem Bürger Kopfzerbrechen. Anwohner erwägen offenbar Rechtsschritte. Jetzt darf sich das Landratsamt mit dem Thema Emissionsschutz befassen.

Steingaden – Schick sieht es aus auf dem Plan, das Zwölf-Parteien-Wohngebäude, das auf dem ehemaligen Verwaltungsgebäude des Hochland-Käserei-Areals an der Welfenstraße in Steingaden entstehen soll. Neuer Wohnraum: wunderbar. Aber die Emission. Ob das alles so klappt mit den neuen Wohneinheiten und dem bestehenden Gewerbe?.

Da haben – so wurde es in der jüngsten Sitzung des Steingadener Gemeinderats deutlich – so einige Gemeinderäte ihre Zweifel.

Die Fakten: Das bestehende Gebäude soll zu einem Wohngebäude umgebaut werden. Das wiederum erklärt die „Nutzungsänderung“. Es wird im Bestand saniert. Es handelt sich nicht um einen Neubau.

Gutachten aus dem April weist auf Missstände hin

Nichtsdestotrotz machen sich die Räte in Steingaden ihre Gedanken, was passiert, wenn das Wohngebäude mit zwölf Parteien erst mal steht und drumherum Firmen im Bestand ihre Berechtigung suchen. Um die Bedenken weiß Bürgermeister Maximilian Bertl. Aber: Was will der Gemeinderat? Ein leer stehendes Gebäude oder eine Wohnbebauung?

Tatsächlich gibt es ein Gutachten vom April 2020. „Das weist auf gewisse Missstände hin“, so Bertl gegenüber den Räten. Tatsächlich ist jetzt aber das Landratsamt am Zug: Zusammen mit allen Unterlagen zur Umnutzung wird auch besagtes Gutachten weitergereicht.

Wegen Unmuts in der Nachbarschaft – hier will man offenbar rechtliche Schritte eingehen – will die Gemeinde alles „extra-wasserdicht“ machen: Zusammen mit dem Emissions-Gutachten vom April wird die Gemeinde nochmals einen eigenen Vermerk in dieser Angelegenheit ans Landratsamt weiterleiten.

Gute Sache, Wohnraum zu schaffen

Alleine: Hier sind dann auch schon die Rechtsmittel der Gemeinde weitestgehend ausgeschöpft. Die Botschaft des Bürgermeisters in der letzten öffentlichen Sitzung in diesem Jahr: Die gute Nachricht: „Die Bauherrin dürfte Auflagen in Sachen Emissionsschutz bekommen“, so Gemeindechef Bertl. Und die kommen vom Landratsamt.

Der Rat ist gespalten. Die Angst um den Bestandsschutz der dort ansässigen Unternehmen steht hier dem geplanten Umnutzungs-Vorhaben gegenüber. Eine positive Komponente bringt hier Rat Christian Breidenbach ins Spiel: „Die Bauherrin hat uns zugesichert: Sie will vermieten und nicht verkaufen. Ich finde das eine gute Sache – unter der Voraussetzung, dass das die bestehenden Betriebe nicht einschränkt.“

Die Anlieger sehen das offenbar anders. Laut Gemeinderat gibt es hier eine Bereitschaft, rechtlich gegen das Bauvorhaben vorzugehen.

Leider keine Planungs-Bilder

Die „Nutzungsänderung“ wird samt Emissions-Gutachten und Stellungnahme der Gemeinde weitergereicht an das Landratsamt. Plus Extra-Brief von der Gemeinde. „Mehr können wir nicht machen“, so Max Bertl. Bleibt abzuwarten, wie das Landratsamt die Sache sieht.

Fix ist: Gerne hätten die Schongauer Nachrichten auch die Architekten-Grafik für das zukünftige Aussehen des Gebäudes präsentiert, die in der öffentlichen Gemeinderatssitzung präsentiert worden ist. Leider hat die Bauherrin die Planungs-Bilder nicht für die Zeitung freigegeben.

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