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Abschied von den Klassenbesten der 9A (v.l.) : Florian Fendt (Note 2,0), Stefan Köpf (2,1) und Andreas Mayr (1,9) mit Schulleiter Jürgen Jahrsdörfer (l.), Schulverbandschef Xaver Wörle (r.) und Klasslehrerin Susanne Hartmann.

Mittelschule Steingaden

Bei Entlassfeier: Emotionaler Abschied in eine herausfordernde Zukunft

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Viele freundliche aber auch nachdenkliche Worte bekam die Abschlussklasse der Mittelschule in Steingaden gestern bei ihrem Abschied mit auf den Weg. 

Steingaden – Die Zahl der Abgänger der Mittelschule in Steingaden blieb heuer überschaubar. Die beiden M-Klassen machen erst 2020 ihre Abschlüsse, alle ihre Schüler stellten sich heuer aber auch schon der Quali-Prüfung. Und das mit beachtlichen Erfolgen. Eine ganze Reihe freute sich im Zeugnis über eine eins vor dem Komma.

Im Mittelpunkt stand gestern aber die Klasse 9A. Klasslehrerin Susanne Hartmann und Schulleiter Jürgen Jahrsdörfer bereiteten den Absolventen einen emotionalen Abschied. Sie zeigten Erstklassfotos der „D’Wildsteiger“, „Berbeira“ und „Stuagädner“ und kommentierten die Bilder mit humorvollen Bemerkungen: „Oh Gott, zieht sich jetzt scho“, legten sie beispielsweise einem damaligen Erstklässler aus Steingaden in den Mund, der nun mit der Schule fertig ist.

Lehrerin fordert Mut, sich auf Neues einzulassen

Es wurde deutlich, dass die Jugendlichen aus Steingaden, Bernbeuren und Wildsteig in ihrer Schulzeit viel erlebt haben. Neben dem Unterricht machten sie Betriebspraktika, schnupperten in die Berufsschulen in Schongau und Weilheim „und haben bei den Heimatprofis mitgemacht“, erinnerte die Lehrerin. Sie wünschte ihren Schützlingen „Mut, sich auf Neues und Ungewohntes einzulassen“.

Im Schnitt wechselt jeder 6,4 mal seine Arbeitsstelle

Und Schulleiter Jahrsdörfer sprach ihnen Mut zu: Nichts sei so beständig wie der Wandel, „habt keine Furcht.“ Im Schnitt würde jeder in seinem Berufsleben 6,4 Mal die Arbeitsstelle wechseln, „seht nicht jede Veränderung gleich als Bedrohung“, riet er den Absolventen. Klasslehrerin Hartmann appellierte an die Jugendlichen, Verantwortung zu übernehmen: „Ihr habt viel erhalten, jetzt ist es auch Zeit, etwas zurückzugeben.“

Nachdenkliche Worte des Schulverbandsvorsitzenden

Nachdenkliche Worte fand in seinem Grußwort der Schulverbandsvorsitzende und Bürgermeister Xaver Wörle. „Ihr werde heute in die Freiheit, aber auch in den Ernst des Lebens entlassen“, wandt er sich an die Absolventen. „Sicher werdet ihr froh sein, mit der Lehre zu beginnen und selbst Geld zu verdienen“, fügte der Rathauschef hinzu. Doch heute sei es nicht mehr selbstverständlich, einen sicheren Arbeitsplatz zu bekommen, ergänzte er und nannte auch die Automobilindustrie. „Es ist vieles im Umbruch.“ Wichtig sei, dass junge Menschen Engagement, Freundlichkeit, Kameradschaft und ein frisches Wesen an den Tag legen, meinte Wörle, der auch auf die in den Gemeinden des Schulverbands lebenden Flüchtlinge einging. „Versuchen wir, sie zu verstehen und ihnen so gut es geht zu helfen“, forderte er und warnte davor, „den Rattenfängern hinterherzulaufen, die aus der Geschichte nichts gelernt haben“.

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