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Erfolgreicher Pionier: „Seccua“-Chef Michael Hank ist mit seinen Filterlösungen auf dem Weltmarkt unterwegs und hat einen strategischen Partner gefunden

Auf der Suche nach Baugrund

Mit Trinkwasserfiltern an die Weltspitze - Steingadener Erfolgsfirma in Platznot

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Die Steingadener Firma „Seccua“ will Millionen von Menschen den Genuss von sauberem Trinkwasser ermöglichen. Jetzt braucht das Unternehmen dringend mehr Platz.

Steingaden – Sauberes Wasser wird weltweit immer knapper, die Reinigung immer wichtiger. Michael Hank, Chef der Firma „Seccua“, hatte das früh erkannt und schon 2005 in Steingaden sein Unternehmen gegründet. Es stellt Produkte her, die Krankheitserreger, Mikroplastik sowie viele andere Schadstoffe und auch Kalk aus dem Wasser filtern. Hank bedient damit einen Weltmarkt. Mit mehr als 3000 Membranfilterlösungen im deutschsprachigen Raum, den USA, Kanada, China und anderen Ländern sei die Seccua-Gruppe inzwischen „globaler Innovations- und Technologieführer bei standardisierten Geräten und zählt zu den Hidden Champions“, teilt das Unternehmen mit.

Ursprünglich hatte sich Hank vor 15 Jahren in Schongau nach geeigneten Flächen für seine Firma umgesehen, weiß Steingadens Bürgermeister. Xaver Wörle, damals noch Chef des Maschinenrings Oberland, lotste Hank dann aber in seine Heimatgemeinde. „Ich hatte ihm gesagt, wir haben wunderschöne Bauplätze“, erinnert sich der Rathauschef, der das erfolgreiche Unternehmen jetzt nur höchst ungern ziehen lassen würde.

Investor unterstützt die Vision von „Seccua“ - doch die Steingadener Firma braucht mehr Platz

Denn Hank hat einen gewaltigen Fisch an Land gezogen. Mit der Firma „Mann+Hummel“ aus Ludwigsburg konnte der Seccua-Chef einen Partner und Investor gewinnen, der international führender Experte für Filtration ist: mit mehr als 20 000 Mitarbeitern an weltweit 80 Standorten und einem Jahresumsatz von rund vier Milliarden Euro. „Mit der strategischen Partnerschaft wollen beide Unternehmen gemeinsam das Produktportfolio im Bereich Trinkwasserhygiene erweitern und langfristig die Marktführerschaft im Endkundenmarkt für Trinkwasserfiltration erreichen“, heißt es. „Seccua“ soll dabei als eigenständiges Unternehmen am Standort Steingaden bestehen bleiben.

Das Firmengebäude in Steingaden bietet nur 400 Quadratmeter Platz. Jetzt wird Bauland für 5000 Quadratmeter gesucht.

Allerdings muss die Firma wachsen. Derzeit arbeiten 20 Mitarbeiter in Steingaden in einem Niedrigenergie-Holzbau auf 400 Quadratmetern. In Zukunft werden 5000 Quadratmeter und 40 Mitarbeiter benötigt. Hank ist auf der Suche nach neuen Fachkräften und Bauland. Und das muss schnell her, die neuen Räume sollen schon Ende 2021 bezogen werden.

Bürgermeister Wörle sucht nach Baugrund für Steingadener Firma „Seccua“

„Wir würden das Unternehmen schon sehr gerne in Steingaden behalten“, erklärt Rathauschef Wörle mit Blick „auf die Arbeitsplätze und die Gewerbesteuer“. Er habe das Thema jüngst kurz im Gemeinderat angesprochen, berichtet Wörle. „Wir müssen schauen, ob es irgendwo eine Ecke gibt, wo man eine Bauleitplanung machen kann, das ist aber nicht so einfach“, bedauert der Bürgermeister. Er kündigt an, seine Fühler auszustrecken: „Ich bin dran, vielleicht fällt mir etwas ein.“

Das würde der „Seccua“-Gründer und Vorstandsvorsitzende sicherlich sehr begrüßen: „Für uns ist die Region Steingaden und der Landkreis Weilheim-Schongau seit Jahren Basis unseres nachhaltigen Erfolgs“, sagt Michael Hank. Nicht nur die Mitarbeitenden seien als Fachkräfte von zentraler Bedeutung, „Seccua“ arbeite auch bevorzugt mit Zulieferern und Partnern aus der Region; beispielsweise für spanabhebende Fertigung, Blechbearbeitung, Steuerungstechnik oder auch Spritzgusstechnik. „Ein Großteil der Rohmaterialien und Komponenten kommt aus unserer unmittelbaren Nachbarschaft“, betont der Seccua-Chef.

Steingadener Firma „Seccua“ wurde als Standortprofi ausgezeichnet

Für ihr nachhaltiges Engagement wurde die Steingadener Firma schon 2011 vom Landkreis als „Standortprofi“ ausgezeichnet. 2012 folgte der renommierte Umweltpreis „CleanTech Media Award“ (heute „GreenTec Award). Mit dem neuen Partner „Mann+Hummel“ sieht sich das Unternehmen seiner Vision ein großes Stück nähergekommen: „Millionen Verbrauchern, die verunreinigtes Trinkwasser aus alternden Wasserversorgungen beziehen, durch modernste, zuverlässige Technologie ,Made in Bavaria‘ Zugang zu sicherem, reinen Trinkwasser zu bieten.“

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