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Mit grünen und roten Schil dern signalisierten diese Steingadener Grundschüler den Autofahrern, ob sie zu schnell oder dem Tempolimit entsprechend unterwegs waren. 

Verkehrserziehung mal praktisch

Verkehrserziehung mal praktisch: Kinder zeigen Rasern die rote Karte

„Auf die Bremse, fertig, los!“: So heißt das Projekt zur Verkehrserziehung von Kindern, das derzeit an Schulen in fünf Gemeinden im Landkreis Weilheim-Schongau stattfindet – in Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen Gesellschaft für Kriminalprävention und Verkehrssicherheit mbH (gGKVS).

Steingaden – Da Verkehrserziehung ein wichtiger Bestandteil des Lehrplans ist, haben jetzt die Kinder der Klassen 3a und 3b der Grundschule Steingaden mit ihren Lehrerinnen Jutta Heller und Monika Niggl die Mathe- und Deutschhefte gegen Turnschuhe und Regencape getauscht – und sich mit dem Thema Geschwindigkeit befasst. In der Sporthalle warteten dafür bereits vorbereitete Laufbahnen mit Pylonen und Slalomstangen auf die Kinder, die mittels Rollbrettern den Bremsweg austesteten. „Zuerst mussten wir Geschwindigkeit aufnehmen, und wenn die Trillerpfeife ertönte, sofort bremsen“, erklärt Schülerin Sophia Blon. Zudem hatten sie einen Fragebogen auszufüllen.

„Kinder unter zwölf Jahren sind aufgrund ihrer biologischen Entwicklung noch nicht selbstständig in der Lage, Geschwindigkeiten richtig einzuschätzen“, sagte Reinhard Spatz, Geschäftsführer der gGKVS an der zweiten Station des Tages, der Einfallstraße in den Ort nahe der Schule. Dort war ein Geschwindigkeitsmessgerät aufgebaut. Das rote Licht blitzte jedoch nicht in Richtung der Fahrzeuglenker, sondern in Richtung der Kinder, die sich am Straßenrand postiert hatten, wenn ein Auto zu schnell in den Ort gefahren kam.

Ziel dabei war, den Kindern zu veranschaulichen, wie unterschiedlich schnell sich Fahrzeuge im Straßenverkehr bewegen. Ausgerüstet mit grünem „Daumenhoch“- und rotem „Daumenrunter“-Schild signalisierten sie damit den teilweise recht verdutzt-dreinschauenden Zuschnellfahrern ihren Unmut mittels zusätzlichen Buhrufen. Oder sie jubelten und winkten den Limitfahrern zu.

Schülerin Andrea Strauß war wie ebenso wie ihre Klassenkameraden begeistert von der Aktion: „Das hat Spaß gemacht. Und ich glaube, es hat schon was gebracht“, sagte sie anschließend. Denn nicht immer ist eine Ampel oder ein Zebrastreifen in der Nähe. Und die bundesweite Verkehrsstatistik zeigt, dass von 30 000 Unfällen mit verunglückten Kindern 80 Prozent beim Überqueren einer Fahrbahn geschehen.

In dieser Woche sind auch noch die Grundschulen in Altenstadt, Roßhaupten, Bernbeuren und Burggen an der Reihe. Es sei ein primäres Ziel jeder Gemeinde, ihre Kinder vor Unfällen zu schützen, erklären die Bürgermeister des Auerberglandes dazu in einer gemeinsamen Pressemeldung. Deshalb unterstütze man Projekte dieser Art gerne.

Myrjam C. Trunk

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