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Dem kleinen Nepomuk gefällt die Fahrt auf dem Lastenrad mit Mama Franziska Barnsteiner.

Symbolische Unterstützung in Steingaden

Voll im Trend: Zuschuss fürs Lastenfahrrad

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Weniger Sprit, mehr für die Umwelt: Das Lastenfahrrad ist immer mehr im Kommen. Symbolische Unterstützung für die gute Sache gibt’s jetzt auch von kleineren Kommunen wie Steingaden. 

Steingaden – Es ist nicht wirklich ein Kaufanreiz und weit von dem entfernt, was sich Familie Barnsteiner mit ihrem Antrag an den Gemeinderat gewünscht hatte. Und trotzdem hat die Entscheidung des Gremiums einen symbolischen Charakter: Wer sich in Steingaden ein Lastenfahrrad zulegt, der bekommt hundert Euro für die Anschaffung geschenkt. Steingaden ist damit eine der ersten kleinen Gemeinden im Landkreis, die es größeren Kommunen – jüngst auch die Stadt Weilheim – gleichtut.

Den Stein ins Rollen gebracht haben Franziska und Lorenz Barnsteiner aus Steingaden. Nach langen Überlegungen hat sich die Familie in diesem Sommer ein Lastenfahrrad gekauft – eine Anschaffung, die nicht ganz billig ist. Gekostet hat das Vehikel in diesem Fall 4000 Euro – nach oben gibt es fast keine Grenze.

Darum hat sich Familie Barnsteiner aus Steingaden ein Lastenfahrrad angeschafft

„Wir wollten was zum Transportieren, etwas, wo wir den Kleinen mitnehmen können“, erklärt Franziska Barnsteiner (29). Der Kleine: Das ist Nepomuk, der jetzt ein Jahr alt wird. Ihm scheint’s zu gefallen vorne im Lastenrad. Im Maxi-Cosi angeschnallt sitzt er sicher und fest auf einer gefederten Konstruktion und lacht beim Foto-Termin.

Für die Barnsteiners war das Lastenfahrrad die bessere Alternative zum Radlanhänger. „Der ist hinten und das Kind sitzt weiter unten“, vergleicht Franziska Barnsteiner mit dem Kindersitz im Lastenfahrrad. Hier sitzt der kleine Nepomuk mit Blick zur Mama und weiter oben. Ein weiteres schlagendes Argument für die Barnsteiners, denen auch der Umweltschutz sehr wichtig ist: Werden die Kinder größer, dient das umbaubare Lastenfahrrad als umweltfreundliches Transportmittel für Einkäufe oder andere Waren.

Gemeinderat Steingaden diskutiert über Zuschuss fürs Lastenfahrrad

Darüber, ob und in welchem Umfang Lastenräder künftig in Steingaden von der Gemeinde gefördert werden sollen, hat der Gemeinderat ausführlich diskutiert. Denn: So ganz in einer Kategorie mit den größeren Kommunen, die solche Vehikel mit bis zu 25 Prozent des Kaufpreises fördern, sieht man sich dann doch nicht. Generell als gut, befand beispielsweise Roberta Leimbach den Antrag auf Förderung. „Aber für mich ist das eher noch was für die Großstadt, hier würde ich es eher unter Liebhaberei laufen lassen.“

Rat Christian Breidenbach stellte sich hinter den Antrag: „Für die Umwelt ist das ganz wichtig, dass auch wir als kleine Gemeinde sowas anfangen und schauen, was passiert.“ Vielleicht müsse man sich auch künftig daran gewöhnen, dass auch Fahrräder einen Parkplatz brauchen, gab er zu bedenken.

Auch Radwege-Situation ist Thema im Steingadener Gemeinderat

Die Radwege-Situation in der Gemeinde Steingaden brachte anlässlich des Themas Rätin Brigitte Graf aufs Tablett: „Wir haben keine Fahrradwege.“ Die Fahrradfahrer seien dem „normalen Verkehr ausgeliefert. Wir müssten vorher erstmal radwegtechnisch etwas machen.“

Graf blickte nach Peiting, wo links und rechts der Fahrbahn Radwege markiert sind. Dies sei allerdings für Steingadens Ortsdurchfahrt so nicht machbar, da die Straßenbreite dafür fehle, gab es gleich aus der Verwaltung zu bedenken.

Förderung als Kaufanreiz

Zurück zum Zuschuss: Die Idee mit dem Lastenfahrrad, die sei gut, befand Rätin Dr. Birgit Kainz. „Aber wie wir vom Verkehr wegkommen – mit dem E-Auto, zu Fuß oder anders – das soll jeder für sich entscheiden.“ Und auch Ludwig Straub gab zu bedenken: Generell gut aber. Eigentlich sei der Sinn und Zweck solcher Räder doch, dass Leute in größeren Städten ihre Autos stehen lassen könnten. „Ich weiß nicht, ob das so auf Steingaden übertragbar ist.“

Lange Rede, kurzer Sinn: Eine entsprechend hohe Förderung wird es in Steingaden nicht geben. Aber zumindest mit 100 Euro Förderung einen Kaufanreiz. Und vielleicht auch vor allem einen Denkanreiz bei dem ein oder anderen, der bislang gar nicht wusste, was ein Lastenrad ist.

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