+
So könnte es künftig im Sommer aussehen. Peter Barbian (Geschäftsführer Langau) mit einer Animation.

Wiederbelebung des „Zenetti“

Café mit Manufaktur für Steingaden

Der „Zenetti“-Laden war gut gefüllt bei der Info-Veranstaltung „Kulturcafe“, zu der die Gemeinde Steingaden eingeladen hatte. Rund 80 Besucher interessierten sich für die Pläne, die ein inklusives Kulturcafé mit Manufaktur favorisieren.„If we can dream it, we can do it“, sagte Franziska Barnsteiner in ihrem Vortrag. Sie sprach für die jungen Leute in Steingaden.

Steingaden– Geträumt wird gerade viel in Steingaden, was die Nutzung des ehemaligen Kaufhauses „Zenetti“ im Ortskern betrifft. Es ist ein Thema, das die Steingadener schon seit längerem umtreibt. Genauer gesagt, seit 2013, als das dort angesiedelte Modehaus seine Pforten schloss, wie Bürgermeister Xaver Wörle ausführte. Der rund 120 qm große Laden stand zuletzt rund zwei Jahre lang leer, bevor 2018 ein erster Schritt zur Wiederbelebung gestartet wurde.

In den Schaufenstern des ehemaligen „Zenetti“-Ladens präsentierten sich die sieben IKEK-Gemeinden. Schritt zwei folgte im letzten Jahr mit der Eröffnung des kleinen „Siebensachen Weihnachtsladens“, durchgeführt von der Bildungs- und Erholungsstätte Langau mit einem Aufgebot Ehrenamtlicher. Die Langau mit ihrem Geschäftsführer Peter Barbian konnte auch als Betreiber gewonnen werden, der Helmut Gallmeier, Kaufmann und gelernter Konditor aus Unterschleißheim, mit ins Boot holte.

Café mit 60 bis 80 Plätzen würde sich nicht rechnen

Angedacht war zuerst ein Regionalladen mit Café, aufgrund von Umfrageergebnissen und Rückmeldungen kam Barbian zu dem Schluss, dass es umgekehrt mehr Sinn mache. Ein Café mit Regionalladen sollte es werden. Ein Konzept dazu wurde bei der Stiftung „Mensch“ eingereicht, um Fördermittel zu generieren. Dabei wurde der soziale Aspekt laut Barbian „sehr wichtig genommen“ – Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung, Treffpunkt für Gruppen, Vereine oder Senioren. Das Konzept scheiterte bei der Aktion „Mensch“ im zweiten Schritt, in der Wirtschaftlichkeitsprüfung.

Ein Café mit 60 bis 80 Sitzplätzen in Steingaden dauerhaft mit Menschen zu füllen, sei zumindest im Winter nicht zu schaffen, waren sich Fachleute einig. Die Fixkosten wären zu hoch, kulturelle und soziale Angebote würden zwar dem Gemeinwohl dienen und den Zusammenhalt fördern, aber sich nicht rechnen.

Neuen Pläne sehen Aufteilung der Ladenfläche vor 

Die neuen Pläne sehen eine Aufteilung der Ladenfläche in ein kleineres Café mit gläserner Werkstatt-Manufaktur vor – sprich, eine kleine Produktion, bei der die Cafébesucher zusehen können. Was das Produkt mit Alleinstellungsmerkmal sein soll, das auch per Foodtrucks im Umland beworben werden soll, um Kunden nach Steingaden zu locken, wollte Gallmeier noch nicht verraten. Es wurde von Omas Rezepten, Malakofftorte, „Spanischer Vanille“ oder „Schwarzwälder Kirsch“ gemunkelt, einer Produktion von hochwertigen, ökologischen Süßwaren.

Schankfläche soll im Sommer um große Terrasse erweitert werden

Die Schankfläche soll im Sommer um eine große Terrasse erweitert werden. Ein Tag pro Woche soll das Café geschlossen und kulturellen oder sozialen Angeboten vorbehalten bleiben. Das Konzept überzeugte zumindest die Aktion „Mensch“, eine Förderung, hauptsächlich in Sachen „Personal“, für fünf Jahre ist zugesagt. Ohne diese Förderung wäre das Risiko für Langau zu groß, wie Barbian ausführte.

Für Bürgermeister Xaver Wörle, der sich zuvor in einem langen Vortrag für die Gemeinwohlökonomie stark gemacht hatte, ist die Entwicklung ein Grund zum Freuen. „Ein Umdenken ist dringend notwendig und allerhöchste Zeit. Ich glaube auch, dass unsere jungen Leute da zumindest zum Teil schon ein erhebliches Stück weiter sind als unsere Generation. Es liegt aber noch an uns, die wir momentan noch die Verantwortung tragen, diesen Umschwung einzuläuten und die Weichen zu stellen“, betonte er.

Und auch Annegret Michler vom Büro „Die Stadtentwickler“ aus Kaufbeuren, die das Projekt von Anfang an begleitet hat, zeigte sich mit der Entwicklung zufrieden. Ein Euro Fördermittel generiere sieben Euro, die in die Region fließen, sagte sie.

URSULA FRÖHLICH

Auch interessant:

Bürgermeisterwahl 2020 in der Region Schongau: Alle Wahlen und Kandidaten.

Von Katzenfutter angelockt: Räudiger Fuchs schleicht durch Sachsenried - „Sah wie Hyäne aus“.

Mehr Aktuelles aus der Region lesen Sie hier.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Coronavirus im Landkreis Weilheim-Schongau: Erneut 15 positiv getestete Personen mehr
Die Zahl der an Coronavirus-Erkrankten im Landkreis Weilheim-Schongau steigt weiter. In diesem News-Ticker finden Sie immer alle aktuellen Informationen.
Coronavirus im Landkreis Weilheim-Schongau: Erneut 15 positiv getestete Personen mehr
Elektronik-Spezialist TQ-Systems baut Standort in Peiting aus
Ihre Technik steckt in Flugzeugen, Computertomografen oder Geldautomaten: Die Firma TQ-Systems ist einer der größten Technologiedienstleister und Elektronik-Spezialisten …
Elektronik-Spezialist TQ-Systems baut Standort in Peiting aus
Erbitterter Streit ums Bernbeurer Trinkwasser
Um die marode Trinkwasserversorgung in der Gemeinde Bernbeuren tobt offenbar schon seit Jahren ein erbitterter Streit zwischen Bürgermeister und Wasserwart. Während das …
Erbitterter Streit ums Bernbeurer Trinkwasser
Traumreisen, die im Albtraum endeten
Viele Deutsche waren im Ausland unterwegs, als sich die Corona-Krise zuspitzte, fast weltweit Ausgangssperren verhängt und Grenzen geschlossen wurden. Auf Reisen waren …
Traumreisen, die im Albtraum endeten

Kommentare