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Gut geschützt gegen Feuer: 2,7 Millionen Euro wurden damals in eine automatische Feinstsprühanlage investiert, die im Ernstfall in der Wieskirche loslegt. 

Brandalarm in der Wieskirche 

Brandalarm in Weltkulturerbe Wieskirche: Es hätte schlimmer kommen können

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Schrecksekunde in Wies. In der Wieskirche, einem Weltkulturerbe, wurde Brandalarm ausgelöst. Nur der Zufall hat offenbar Schlimmeres verhindert.

Wies – Eine Schrecksekunde erlebten am Donnerstag die Verantwortlichen der Wieskirche. Gegen 16 Uhr hatte ein Rauchmelder Brandalarm ausgelöst, die Feuerwehr Steingaden machte sich sofort auf den Weg. Der Auslöser war verschmortes Plastik.

Pfarrsekretär Stefan Tome spricht von einer „glücklichen Fügung“, dass nicht mehr passiert sei. Seinen Angaben nach hatte im Ministrantenzimmer des Pfarrhauses ein Mitarbeiter versehentlich eine Herdplatte eingeschaltet. Zum Glück sei eine Plastikhülle darauf gerutscht. Sie fing an zu schmoren, und der Alarm ging los. Anderenfalls wäre die heiße Platte womöglich gar nicht bemerkt worden und in der Nacht dann mehr passiert, meint der Pfarrsekretär.

Als die Gefahr gebannt war, hatte Tome zwar sofort die Leitstelle informiert, die Feuerwehr aus Steingaden war aber schon mit zwei Fahrzeugen und elf Männern unterwegs. „Wir haben die Brandmeldeanlage dann wieder scharf gestellt“, berichtet Kommandant Leo Eicher von dem 15-minütigen Einsatz.

Modernste Löschanlagen installiert

Alarmierungen wie diese erleben die Brandschützer aus Wies und Steingaden ein bis zweimal pro Jahr, erläutert Eicher. Vor gut einem Jahr war es zum Beispiel ein Handwerker, der die Feuerwehren auf den Plan gerufen hatte. Er hatte bei Arbeiten auf dem Dachboden des Gotteshauses Staub aufgewirbelt und versäumt, davor einen Rauchmelder abzudecken. Der Melder schlug an, und die Feuerwehr war unterwegs.

Auf dem Weg zur Wies wissen die Brandschützer meist noch nicht, was sie erwartet. „Das sehen wir erst vor Ort“, sagt der Kommandant. Bei einem größeren Feuer in der Kirche bekämen die Wehren aber Unterstützung von ausgeklügelter Technik, die zum Schutz des Weltkulturerbes 2012 eingebaut wurde. 2,7 Millionen Euro wurden damals in eine automatische Feinstsprühanlage investiert. Sie sei in der Lage, ein Feuer bis zum Eintreffen der Wehr unter Kontrolle zu halten, wenn nicht sogar vollständig zu löschen, heißt es. Ausgelöst wird die Anlage, wenn zwei Rauchmelder unabhängig voneinander anschlagen. Passiert sei das aber noch nie. „Und wir wollen es auch nicht ausprobieren“, sagt Kommandant Eicher mit Blick auf das wertvolle Inventar der Kirche.

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