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Perfekt in Optik und Arrangement: Die Mitwirkenden des vierten Konzert s der Reihe Musik im Pfaffenwinkel in der Wieskirche.

Wies-Konzert von Musik im Pfaffenwinkel

Perfekt und ausdrucksstark

Wer nicht da war, hat etwas verpasst: Das jüngste Konzert von Musik im Pfaffenwinkel in der Wieskirche sorgte für regelrechte Begeisterungsstürme. 

Wies – Tosender Applaus brach gleich aus, nachdem der letzte Ton verklungen war: Das war natürlich nicht ganz im Sinne von Hausherr und Wiespfarrer Monsignore Gottfried Fellner, der zu Beginn eines jeden Konzertes in der Wieskirche die Besucher daran erinnert, dass sie sich nicht in einem üblichen Konzertsaal, sondern in einem Gotteshaus befinden. Der Pfarrer möchte das Gehörte in der Reihe Musik im Pfaffenwinkel immer mit einem Segen und dem einminütigen Klang der Kirchenglocken abschließen.

Ein wunderbares und berechtigtes Anliegen, die aber nicht immer angenommen wird. Denn das wunderbare Konzert am Sonntagabend in der Reihe Musik im Pfaffenwinkel in der Wieskirche trieb die Menschen fast in eine Musikeuphorie. Das lag nicht nur an den grandiosen beiden Werken „Die vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi und der „Dominicusmesse C-Dur KV 66“ von Wolfgang Amadeus Mozart, die Christian Fröhlich als musikalischer Leiter ausgesucht hatte.

Die Präsentation, die er zusammen mit Mitgliedern der Münchner Philharmonika und Andreas Wiesmann am Cembalo, dem Gemischten Chor im Pfaffenwinkel und den Solisten Julian Shevlin (Violine), Elaine Ortiz-Arandes (Sopran), Elke Engel (Alt), Wilfried Michl (Tenor) und Tobias Pfülb (Bass) brachte, war einfach perfekt.

Wie ausdrucksstark wurden die insgesamt zwölf Sätze der Vierjahreszeiten hier interpretiert? Man hörte den leichten, fröhlichen Frühlingswind, tanzte durch den Herbst und bibberte bei Eiseskälte im Winter. Und ja, man wartete auf den wohl bekanntesten 3. Satz im Sommer, bei dem es blitzt und donnert, bei dem Solist Shevlin förmlich über sich hinaus geigte, so rasant und dramatisch wurde hier gespielt.

Aber Shevlin konnte seiner Violine auch zarte Töne entlocken im warmen, gemütlichen 2. Satz des Winters. Da spielt er leise die fein Melodie, während die hohen Streicher ihn pizzicato begleiteten. Einfach Wunderschön.

In der „Dominicusmesse“ hat Mozart den kompletten feststehenden Text der katholischen Messe vertont und unterteilte das Ganze noch in solistische Abschnitte. Hervorragend jetzt bei der Darbietung in der Wieskirche die Besetzung der Solisten, die sich stark und stimmsicher präsentierten.

Wunderschöne Kolloraturen hörten die Zuhörer beim „Quoniam tu solus sanctus“ im Gloria von Sopranistin Elaine Ortiz-Arandes, und Tobias Pfülb leitete mit einem wahrlich tiefen, dröhnenden Bass „Credo in unum Dominum“ das Credo ein. Samtweich die Stimme von Altistin Elke Engel, und klar die von Tenor Wilfried Michl.

Christian Fröhlich gab den Solisten viel Raum, hielt sein Orchester zurück. Schön deutlich wurde das vor allem bei den beiden Quartetten „Et in carnatus est“ im Credo und im Benedictus. Und Fröhlich erwies sich als wahrer Zeremonienmeister der beiden großen Fugen im Gloria und im Credo. Mit Leichtigkeit durchsegelte er mit dem brillanten Chor und dem ebenso hervorragenden Orchester die aufwühlenden Wellen der Fugen.

Viel Dramatik steckte dahinter, wohl dosiert und angemessen umgesetzt. Dramatik aber auch beim Chor: Denn beim „Agnus Dei“ zum Schluss fiel ein Chormitglied in Ohnmacht. Dass dabei äußerste Disziplin gewahrt wurde und kein Tumult ausbrach, muss hier deutlich gelobt werden.

Zwei Chormitglieder kümmerten sich ruhig um den Ohnmächtigen, die anderen sangen konzentriert weiter – eine Glanzleistung! Das Publikum dankte es ihnen mit dem eingangs erwähnten spontanen und tosenden Applaus. Wiespfarrer Gottfried Fellner wird das verstanden haben. 

Regina Wahl-Geiger

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