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Landvolkshochschule Wies-Geschäftsführe r Hans Behringer (re) stellte den Fotokünstler Werner Böglmüller (li) vor. 

Dauerausstellung

Werner Böglmüller zeigt Schelmisches in der Landvolkshochschule

Einmal im Jahr verändern die Wände in der Landvolkshochschule Wies ihr Aussehen. Dann, wenn ein Kunstschaffender aus der Region seine Werke aufhängt. Bis September 2020 sind die Fotografien von Werner Böglmüller aus Steingaden zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen.

Wies Seit 15 Jahren stehen die Wände in der Landvolkshochschule Künstlern aus der Region und darüber hinaus zur Verfügung, wie Geschäftsführer Hans Behringer ausführte. Werner Böglmüller hat laut Behringer eine „vielseitige Verbindung mit dem Haus“. Zum einen als „Haus und Hof- Grafiker“, der die Prospekte und das Jahresprogrammheft gestaltet, zum anderen als Referent und als Moderator der Veranstaltungsreihe „Menschen, die bewegen“. Noch ganz neu ist sein Job als „Raumausstatter“. Er hat nämlich zwölf Gästezimmer mit großformatigen Bildern verschönert.

„Ich möchte betonen, dass ich nicht hier wohne“, scherzte Werner Böglmüller nach dieser Einführung. Da er aber immerhin schon jeden Winkel der Landvolkshochschule kennt, war es für ihn „keine große Kunst“, seine Bilder aufzuhängen. Und zwar so, dass sie harmonisch gut wirken. Sein heutiges Steckenpferd Fotografie hat er während der Ausbildung zum Grafiker als Pflichtfach mehr oder weniger „zwangsweise“ entdeckt, wie er ausführte. Damals habe ihn aber das Grafische immer mehr interessiert.

Fotografisches und bildbearbeiterisches Können perfektioniert

Das änderte sich mit seiner ersten Stelle, die er ausgerechnet bei einem Postkartenverlag fand. Photoshop oder digitale Bildbearbeitung waren damals noch nicht erfunden, und es wurde von Hand retuschiert. Damals habe er den Fotografen über die Schulter geschaut und viel gelernt. In den 90er Jahren perfektionierte Böglmüller sein fotografisches und bildbearbeiterisches Können und fing an, Fotos in Kunstwerke einzuarbeiten oder kontrastreiche Bilder plakativ umzusetzen.

Heute ist er auch viel mit einer Drohne unterwegs. Eher ein Zufallsprodukt, war die Aufnahme eines weißen „Mahnrads“ im Lechtal, das etwas bearbeitet, eine ganz eigene Wirkung entfacht.

Fotografieren als Entspannungsübung

Fotografien sind für Werner Böglmüller „Entspannungsübungen“. „Des is mein Yoga“, sagt er und lacht. Eine schöne Abwechslung zum Beruflichen. Aber auch Ergänzung, denn Kreativität ist auch als Grafiker gefragt.

Ganz entspannt schmunzeln können die Besucher der Ausstellung über die komischen Einfälle Böglmüllers. Im Westflügel hängen nämlich bearbeitete Fotos, in die Personen hineinkopiert sind. Ein dicker Mann, der auf einem grünen Froschrücken sitzt, zum Beispiel. Oder Sonnenbadende, die unter einem Schwammerl Schatten finden. Unter dem Motto „Watt’n Sound“ tummeln sich Alphornbläser in einer Wattlandschaft.

Neben diesen schelmischen Einfällen sind aber auch imposante Landschaftsaufnahmen zu finden, oft aus mehreren einzelnen Fotografien zusammengesetzt. Diese hat Böglmüller zum Teil auch im Außenbereich aufgestellt.

Handy heute besser, als Spiegelreflexkamera vor zehn Jahren

Dass er nicht nur mit seiner Spiegelreflexkamera unterwegs ist, sondern auch aus Handyfotos besondere Kunststücke gestaltet, beweist die Arbeit „Most“, die mit dem Smartphone am Küchentisch entstanden ist und eine verführerisch rotglühende Flasche zeigt. Die Handy-Qualität ist heute besser, als eine Spiegelreflexkamera vor zehn Jahren“, weiß Böglmüller, der mit fachmännischem Grafiker-Blick die technische Entwicklung verfolgt. „Es bleibt spannend“, meinte er. Und gespannt sein darf man auch, was ihm wohl künftig noch so alles vor die Linse kommt.

URSULA FRÖHLICH

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