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Klimaschutz durch Sektorkopplung: Referent Karlheinz Seim meint dazu „Machen Sie’s einfach.“ 

Wieser Reihe

Zukunftsforum setzt auf die Jugend und mehr Themen

Seit über einem Vierteljahrhundert gibt es das Wieser Zukunftsforum, und die Besucher werden jedes Jahr älter, wie die regelmäßigen Teilnehmer festgestellt haben. Zur Zukunftssicherung der Veranstaltung soll jetzt die Jugend stärker eingebunden werden.

Wies – Beim Wieser Zukunftsforum, zu dem die Organisatorin Sylvia Hindelang rund drei Dutzend Teilnehmer in der Katholischen Landvolkshochschule in der Wies begrüßte, waren deshalb als Referenten auch zwei Jugendbewegungen eingeladen. Die Vertreter der Klimaschutzbewegung „Fridays for Future“ berichteten über ihre Demonstrationen, und vier Klimabotschafter von „Plant for the Planet“ informierten über die von Felix Finkbeiner ins Leben gerufene Pflanzaktion. Deren Ziel ist nicht das Demonstrieren für den Klimaschutz, sondern das Pflanzen von einer Billion Bäume vor allem dort, wo zerstörte Flächen vorhanden sind, wie etwa in Mexiko.

Neben der Einbindung der Jugend setzt das Wieser Zukunftsforum auch auf eine Erweiterung des Themenspektrums. Der übermäßige Konsum von Billigkleidung und die durch Waschen verursachte Verschmutzung der Gewässer mit Mikroplastik wurden ebenso diskutiert wie das Recycling von Baustoffen, die aus Abbruchhäusern stammen. Energie bleibt weiterhin ein Schwerpunkt des Forums.

Von Österreich lernen

Michael Barth von der Genossenschaft „Versorgungsnetz Steingaden Fohlenhof“ stellte die Anlage vor, die derzeit in Steingaden gebaut wird. Der stellvertretende Landrat Karl-Heinz Grehl meint dazu: „Da kann man von Österreich noch viel lernen.“

CO2-Produktion von 14 Tonnen auf 800 Kilogramm gesenkt

Wie man auch ohne Nahwärmenetz seine CO2-Produktion reduzieren kann, erläuterte Karlheinz Seim. Durch die Nutzung von Solarstrom, einer mit Biomethan betriebenen Brennstoffzelle und eines Elektroautos, hat die Familie aus Icking ihre jährliche CO2-Produktion von 14 Tonnen auf 800 Kilogramm gesenkt.

Kernstück der Anlage, die auf die Koppelung der Sektoren Wärme, Strom und Mobilität setzt, ist ein Computer, der die Zusammenarbeit der Systemkomponenten optimiert. Auf die Frage nach Kosten antwortete Seim: „Die Anlage amortisiert sich in knapp sieben Jahren.“ Auf die nächste Frage, ob auch andere Hausbesitzer dieses System nutzen können, empfahl Seim: „Machen Sie’s einfach.“

Anregung: Schülern und Studenten sollen Teilnahmegebühren erlassen werden

Die Kosten von Umweltschutzmaßnahmen sieht der Wessobrunner Bürgermeister Helmut Dinter nicht als Problem: „Machen kostet Geld, nichts machen kostet aber noch mehr Geld.“ Um nicht nur das Durchschnittsalter der Referenten, sondern auch das der Teilnehmer zu senken, regte ein Besucher an, Jugendlichen ohne eigenes Einkommen, also Schülern und Studenten, die gebührenfreie Teilnahme am Forum zu ermöglichen.

ALFRED SCHUBERT

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