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Im Steingadener Neubaugebiet Vogelau werden nach und nach die 30 bis 25 Bauplätze an Einheimische vergeben – zu besonders günstigem Preis.

Gemeinderat Steingaden

Günstiger Baugrund für Einheimische

Steingaden - Über 30 bis 35 Baugrundstücke verfügt die Gemeinde auf dem insgesamt 30 000 Quadratmeter großen Areal im Neubaugebiet „Vogelau“ Jetzt hat der Gemeinderat die Vergaberichtlinien derart beschlossen, dass Einheimische bei der Vergabe der Grundstücke zu bevorzugen sind.

„Die Gemeinde hat großes Interesse, zur Sicherung des Gemeindelebens sowie des sozialen Zusammenlebens innerhalb der Gemeinde einheimische Bürger und besonders Familien im Gemeindegebiet zu halten“, sagte Bürgermeister Xaver Wörle. Einheimische Bürger könnten vielfach aufgrund der hohen Grundstückspreise kein entsprechendes Baugrundstück erwerben. Sie hätten demnach oftmals nicht die Möglichkeit, durch Bau eines Eigenheimes in Steingaden sesshaft zu bleiben.

Vor diesem Hintergrund plant die Gemeinde, die Baugrundstücke im Neubaugebiet „Vogelau“ primär an Einheimische unterhalb der gehandelten Marktpreise abzugeben. Damit die Vergabe der Grundstücke auch wirklich gerecht erfolgt, hat der Gemeinderat auf seiner jüngsten Sitzung die „Vergaberichtlinien“ aufgestellt und geschlossen abgesegnet.

Beim Verkauf der Bauplätze pressiert es der Gemeinde nicht. Im Sinne einer geordneten städtebaulichen Entwicklung werden die Bauplätze für Ein- und Zweifamilienhäuser in einem Zeitraum von mehreren Jahren so nach und nach von der Gemeinde angeboten.

Ja, und wer sind nun Einheimische im Sinne der Vergaberichtlinien? Dieser Passus wurde von der Gemeinde recht großzügig ausgelegt. Einheimische sind danach, wenn sie in den letzten 15 Jahren mindestens fünf Jahre ihren Hauptwohnsitz in Steingaden hatten. Oder aber wenn sie 20 Jahre ein festes hauptberufliches Arbeitsverhältnis in Steingaden haben, oder einer entsprechenden Tätigkeit nachgehen. Nichtantragsberechtigt sind Personen, die bereits Eigentümer oder Erbbauberechtigte sind.

Bei Vergabe der Baugrundstücke werden zudem die Einkommens- und Vermögensgrenzen berücksichtigt. Bei der Definition, wer bedürftiger Einheimischer ist, gelten im Jahr 2016 folgende Wertgrenzen: Bei Alleinstehenden 38 000 Euro und bei Ehepaaren 76 000 Euro. Die Kinderfreibeträge sind bei 7249 Euro je Kind festgezurrt.

Auch die Vergabemodalitäten sind exakt festgelegt. Die Reihenfolge der Bewerber bei Auswahl der Grundstücke erfolgt über ein Punktesystem. Die Preise der Grundstücke orientieren sich übrigens am Verkehrswert, abzüglich eines Abschlages von 30 Prozent. Was indes die Wohnverpflichtung anbelangt, so ist festgelegt, dass der Erwerber die Wohnung selbst beziehen und mindestens 15 Jahre selbst bewohnen muss. Und noch etwas ist exakt vermerkt.

Wer mit falschen Angaben ein Grundstück erworben hat, bekommt eine Vertragsstrafe in Höhe von 40 Prozent des Bodenrichtwertes aufgebrummt. Und zwar ab dem Zeitpunkt, zu dem die Gemeinde von den falschen Angaben Kenntnis bekommen hat. Xaver Wörle war sichtlich zufrieden, nachdem er dem Gemeinderat die einzelnen Passagen in den Vergaberichtlinien entsprechend erläutert hatte. „Wir wollen schließlich mit diesen Richtlinien allen Bewerbern gerecht werden.“

Walter Kindlmann

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