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Wiespfarrer Monsignore Gottfried Fellner und der evangelische Pfarrer Andreas Lay aus München (2. u. 3. v. li.) haben den Blockhütten-Neubau der Langau eingeweiht. Die Katze im Bildvordergrund spielte dabei eine ganz besonderer Rolle.

tagungs- und erholungsstätte langau

Neue Blockhütte, neues Programm

Langau - Einen Baustein im Um- und Ausbau der Tagungs- und Erholungsstätte Langau der evangelischen Kirche ist nun eingeweiht worden. Nach einem halben Jahr Bauzeit wurde die Erweiterung der Blockhütte ihrer Bestimmung übergeben und ist, zusammen mit den anderen Einrichtungen quasi ein komplettes Schullandheim.

Ob sich die Miezekatze ihrer Bedeutung bewusst war, als sie, während die beiden Pfarrer den Neubau segneten, zwischen den Beinen der Umstehenden umherhuschte? Hedwig Döbereiner jedenfalls brachte es auf den Punkt, dass diese Mieze ein praktisches Beispiel sei für Natur erleben. Das Landleben und die Natur erleben, das ist die Quintessenz des neuen Programms in der Langau, dessen zentraler Baustein der nun geweihte Anbau an die bestehende Blockhütte ist.

Dazu hatte Peter Barbian, Geschäftsführer der Tagungsstätte, alle Beteiligten, unter anderem auch die fast 92-jährige Gründerin der Langau, Hedwig Döbereiner, eingeladen. Die neue Blockhütte, so groß wie ein Einfamilienhaus und gefördert mit Mitteln aus dem Leaderprogramm, bietet neben der bestehenden Hütte mehr Platz für Lehrer, vor allem auch für Kinder mit Behinderung. Und soll, das ist die Intention des neuen Programms „Land (er)Leben“, den Schülern vor dem Übertritt in weiterführende Schulen einen „Zugang zur Natur, zu den Tieren und Pflanzen um uns herum ermöglichen“.

Einst Außenstelle und Wirtschaftshof des Steingadener Klosters

Die Langau, versteckt zwischen Steingaden und der Wieskirche gelegen, hat eine ähnliche Geschichte wie das Weltkulturerbe. Sie war einst Außenstelle und Wirtschaftshof des Steingadener Klosters. 1965 kauft es Hedwig Döbereiner für den Bund der Christlichen Pfadfinderinnen.

Und von Beginn an sollte es auch eine Begegnungsstätte für Menschen mit und ohne Behinderung werden. 20 000 Übernachtungen zähle man mittlerweile, berichtete Peter Barbian, mehr als 7500 Gäste kommen pro Jahr aus ganz Deutschland, ein Drittel von ihnen mit Behinderung, erläutert der Einrichtungsleiter weiter. 250 ehrenamtliche Helfer zwischen 15 und 75 Jahren helfen dabei, ein Angebot umzusetzen, mit dem „wir Impulse geben für ganz Bayern“.

Etwa mit dem Väterprojekt, so Barbian, dessen wissenschaftliche Auswertung gerade abgeschlossen wurde und das zur Zeit wohl einmalig in Deutschland ist. Das Haupthaus der Langau ist derzeit geschlossen und wird für zehn Millionen Euro saniert.

Wert gelegt worden sei bei der Blockhütte auch auf die Ziele, die die Leaderförderung anstrebt, die Vernetzung, die Nachhaltigkeit und die Wertschöpfung. Das sei, war sich Barbian sicher, auch gelungen: „Wir haben viele Angebote aus der näheren und weiteren Umgebung mit eingebunden“. Man habe einen hohen Grad an Vernetzung hergestellt, und sei noch nicht am Ende: „Wir haben vom Bauernhof bis zum Kräuterpädagogen wirklich alles dabei.“

Die Bäume fürs Blockhaus wurden neben der Langau gefällt

Dass damit das „ Ende der Fahnenstange“ noch nicht erreicht ist, erklärte Barbian seinen Gästen bei der Präsentation auch. Denn die Gäste der Blockhütte können auch die gesamte Einrichtung der Langau mitnutzen, so gibt es beispielsweise einen psychomotorischen Förderbereich,, künftig soll es auch einen beschützenden Bereich für Menschen mit Demenz geben. Dort werden sich dann die Kinder mit den demenziell erkrankten Menschen treffen, „das ist nicht planbar. Das wird geschehen und wird Einfluss nehmen“, skizzierte Barbian den Gästen das „Experiment“.

Das Blockhaus ist gebaut worden durch die Firma Christa in Steingaden, die ihre Bäume dafür, wie es der Zufall wollte, neben der Langau gefällt hatte. Auch die Zimmerei Eicher hatte am Bau mitgewirkt, die beteiligten Planer aus Weilheim (Büro Günther Edenhofer) sowie der Nürnberger Architekt Peter Löhlein haben auf eine Teil ihres Honorars verzichtet.

Oliver Sommer

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