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Inklusion und Integration: Michael Adler mit Sohn Thomas und einem afghanischem Betreuer Mohammad.

Urlaub mit behindertem Kind

Infiziert mit dem positiven Langau-Virus

Steingaden - Die Langau ist ein barrierefreies Tagungs- und Gästehaus bei Steingaden. Wie wichtig solche Einrichtungen zum beispiel für Eltern mit behinderten Kindern sind, hat uns jetzt eine Mutter aus München geschrieben – und dabei gleich noch die Hilfsbereitschaft der Steingadener gelobt.

Schon seit 13 Jahren macht Katrin Adler mit ihrer Familie Urlaub in der Langau. „Eine Freundin hat mich darauf aufmerksam gemacht und meinte, dass da so liebe Menschen seien.“ Alles schön und gut, in erster Linie brauche sie aber Hilfe im Urlaub, entgegnete die Münchnerin damals.

Denn Katrin Adlers ältester Sohn Thomas ist behindert und die Familie auch im Urlaub auf Betreuung angewiesen. Weil das in der Langau gegeben ist, dachte sich die Familie: Es ist zumindest einen Versuch wert. Und sie hat es seitdem nicht bereut. „Die ehrenamtlichen Helfer, die das in ihrer Freizeit machen, sind sehr engagiert. Ohne die wäre ein Urlaub für die Familien mit behinderten Kindern überhaupt nicht möglich“, schildert Katrin Adler. „Und es stimmt wirklich, was meine Freundin damals gesagt hat: Alle in Langau sind so lieb.“

Verbrachten glückliche Tage in der Langau: Michael und Katrin Adler mit den Söhnen Sebastian (l.) und Thomas.

Besonders gefreut hat die Adlers in diesem Jahr, dass neben den gewohnten Helfern auch zwei junge Männer aus Afghanistan unter den Betreuern waren. Die zweifache Mutter weiß, dass die beiden in einer Asylunterkunft in Steingaden leben und bei den Kindern sehr beliebt waren. „Sie hatten gemeinsam eine tolle Zeit.“ In der Langau werde einfach Integration und Inklusion auf allen Ebenen gelebt, so Adler.

„Wir dachten am Anfang auch, die Gottesdienste in der Arche – so heißt die hauseigene Kapelle – das brauchen wir nicht unbedingt.“ Aber die Kinder, behindert oder nicht, kämen beim gemeinsamen Singen und Beten zur Ruhe. „Die meisten werden spätestens dann vom Langau-Virus angesteckt“, berichtet Adler schmunzelnd aus eigener Erfahrung.

Besonders erwähnenswert ist für sie auch die Hilfsbereitschaft der Steingadener. Die Marienapotheke etwa habe bei einer Medikamentenbestellung schnell und unkompliziert geholfen. Die Schreinerei Klein hat Speichenschützer für Thomas’ Reha-Buggy, der für gemeinsame Radtouren verwendet wird, nicht nur zugeschnitten, sondern gleich noch fix und fertig montiert. Am nächsten Tag wollte die Familie die Teile wieder abholen – mit etwas Schokolade und 20 Euro als Dankeschön. „Das Süße wurde gerne genommen, aber das Geld sollten wir bitte den Kindern der Langau für ein Eis geben, da sei es besser angelegt, hat es nur geheißen.“

So viel Nächstenliebe und Fürsorge wie in der Langau und Steingaden hat Katrin Adler nur selten erlebt, dafür möchte sie allen persönlich danken. „Ich hoffe, dass es noch lange so bleibt. Hier darf man einfach so sein, wie man ist. Darum kommen wir immer wieder gerne.“

Die lobenden Worte hört Peter Barbian, Geschäftsführer der Bildungs- und Erholungstagesstätte Langau, gern. Sein Erklärungsansatz: „Ganz egal, woher die Menschen stammen oder wer sie sind: Jeder, der zu uns kommt, bringt etwas positives mit hierher. Und das spürt man ganz einfach an diesem besonderen Ort.

Franziskus Reich

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