Bürgermeister Max Bertl (li.) und Clemens Baumgärtner, Münchens Wirtschaftsreferent, im Hintergrund die Weihnachtstanne aus Steingaden auf dem Marienplatz in München.
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Bürgermeister Max Bertl (li.) und Clemens Baumgärtner, Münchens Wirtschaftsreferent, gestern beim Anschließen der Lichterkette auf dem Marienplatz.

Eine Tanne aus Steingaden für Münchner Marienplatz

Jetzt leuchtet der Baum - und bald fließt der Glühwein

  • Barbara Schlotterer-Fuchs
    vonBarbara Schlotterer-Fuchs
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Drei Stunden aufregender Transport liegen hinter dem Steingadener Weihnachtsbaum, der seit gestern auf dem Münchner Marienplatz erstrahlt: Gemeinsam haben Münchens Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner und Steingadens Gemeindechef Max Bertl dort gestern die Lichterkette angesteckt.

  • Die vermeintliche Fichte ist eine Tanne!
  • Steingadens Bürgermeister schließt persönlich die Lichterkette an
  • Um sieben Uhr morgens steht das Prachtexemplar

Steingaden/München – Die wichtigste Nachricht vorab: Das, was da auf dem Marienplatz steht, ist keine Fichte, sondern eine Tanne. „Wir sind von einer Fichte ausgegangen, erst als der Baum gelegen ist, haben wir gesehen, dass das eigentlich eine Tanne ist“, erzählt Steingadens Bürgermeister Maximilian Bertl. Ob Fichte oder Tanne: In Steingaden ist man mächtig stolz darauf, dass das gemeindliche Prachtexemplar jetzt den Marienplatz ziert.

Zwischendrin habe ich ein paar Haare mehr verloren.“

Max Bertl, Bürgermeister von Steingaden

Ziemlich genau 100 Kilometer sind es von Steingaden nach München – beim nächtlichen Transport der 22-Meter-Tanne, die jetzt mit Lichterkette auf dem Münchner Marienplatz erstrahlt, war jeder Kilometer Aufregung pur. „Zwischendrin habe ich noch ein paar Haare mehr verloren“, erklärt Bertl gestern lachend – und zwar kurz bevor er persönlich um 17 Uhr die Lichterkette angeschlossen hat.

Alleine schon die Frage, wie der abgeschnittene Baum auf den Hänger kommt: abenteuerlich. Eine Sonderkonstruktion musste da noch schnell am späten Dienstagnachmittag gebastelt werden. Und auch das „Frisieren“ des Vier-Tonnen-Baums hatten sich alle Helfer doch ein bisschen leichter vorgestellt. Alle Äste am Baum mussten einzeln eingebunden werden. „Bei den dickeren war das dann schon eine Herausforderung“, so Bertl. Dann noch große Netze rumbinden um das Riesen-Paket. Aber am Ende: „Da hat die Tanne ausgeschaut, als ob sie der Tannen Geiß durch den Trichter geschoben hätte.“

Seitenbegrenzung an Baustelle bei Fahrt abgeräumt

Los ging es auch dann pünktlich nachts um 2.30 Uhr – ab der Fürstenrieder Straße in München mit Polizeigeleit in die Stadtmitte. An einer Baustelle, da ist es ein „bissl eng geworden. Wir haben die Seitenbegrenzung mitgenommen“. Aber Fahrer Willi Bißle hatte Lage und Tanne voll im Griff, „der ist die ganze Zeit über immer ruhig und gelassen geblieben“.

Pünktlich um 5.30 Uhr morgens dann noch im Dunkel der Nacht: Die ersehnte Ankunft im Herzen Münchens auf dem Marienplatz.

Viele Helfer waren nötig, bis der Baum gestanden ist

„Wir waren ein Super-Team“, bekräftigt Max Bertl. Gut so. Schließlich waren dann auch in München auf dem Marienplatz einige Helfer nötig, bis die Steingadener Tanne endlich aufgerichtet war. Erst mal alle Netze entfernen.

Dann die ganzen Gurte und Schnüre entfernen, die die Äste halten. „Um 7 Uhr in der früh ist unsere Tanne dann gestanden.“

Würde Bertl sich nochmal auf das Abenteuer „Christbaum für München“ einlassen? „Logisch, jetzt weiß ich ja, wie’s geht“. erklärt er lachend.

Ein eigener Glühweinstand in München für Steingaden

Übrigens: Im kommenden Jahr, da bekommt die Gemeinde Steingaden einen Glühweinstand am Christkindlesmarkt München. Das ist so üblich – wegen Corona um ein Jahr zeitverzögert. Ehrenamtliche Helfer aus Steingaden dürfen dann während der kompletten Markt-Zeit Glühwein an ihrem Stand verkaufen – die Gewinne werden an Steingadener Vereine verteilt.

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