Christian Chuber hat Klage eingereichtbeim Verwaltungsgericht.

Streit um "Damasia" wird "gerichtsmassig"

Bernbeuren - Der Streit zwischen dem Bernbeurer Kunstwissenschaftler Christian Chuber und der Gemeinde Bernbeuren wegen der Urheberrechte für die Bezeichnung „Damasia“ wird jetzt „gerichtsmassig“.

Chuber hat seine Ankündigung wahr gemacht und beim Verwaltungsgericht in München Klage eingereicht.

„Wir werden uns dieser Klage stellen und sollten keinesfalls klein beigeben“, gab Bernbeurens Bürgermeister Heimo Schmid bei der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend als Marschrichtung aus. Um entsprechend gewappnet zu sein, hat der Gemeinderat dem Bürgermeister bereits grünes Licht für die Inanspruchnahme eines Rechtsbeistands gegeben.

Chuber (so lautet der Künstlername von Christian Huber) beruft sich in seiner Klage auf das Urheberrecht für den Begriff „Damasia“. Folglich hätte die Gemeinde - so der Kunstwissenschaftler - die Kulturwege am Auerberg nicht mit „Via Damasia“ bezeichnen dürfen - zumindest nicht ohne seine Einwilligung. Da Chuber davon ausgeht, dass die Gemeinde Bernbeuren viel Geld in Form von Zuschüssen für das Kulturwegeprojekt erhalten hat, möchte er einen „angemessenen“ Anteil davon haben.

„Huber sagt, er habe das Urheberrecht. Wir sagen, er hat es nicht“, machte Bürgermeister Heimo Schmid am Dienstagabend noch einmal den Standpunkt der Gemeinde deutlich. Und er beruft sich auf Fachstellen, die die Richtigkeit von Chubers Arbeit angeblich in Zweifel stellen.

Laut Heimo Schmid umfasst die Klageschrift insgesamt 70 Seiten. „Dazu Stellung zu beziehen, das macht Spaß“, meinte der Bürgermeister sarkastisch.

Gleiches treffe auch auf die zweite Klage zu, bei der es um den Hochwasserschutz geht. Diese Klage hat Christian Chuber gemeinsam mit Gottlieb Bullinger (München) eingereicht. In diesem Fall sind das Landratsamt Weilheim-Schongau und die Regierung von Oberbayern die Beklagten, weil sie den Planfeststellungsbescheid zum Hochwasserschutz rausgegeben haben.

„Wir sind in diesem Fall nur Beigezogene“, klärte Bürgermeister Schmid die Gemeinderäte auf. Allerdings sei das Ganze (weil Huber von dem Bescheid eigentlich gar nicht betroffen ist) etwas verwirrend, „aber das ist die Krux, wo man aufpassen muss, falls auch wir zu Beklagten werden“, ließ Schmid die Gemeinderäte wissen. Bisher sei die Klage noch nicht auf Prozessfähigkeit geprüft. Ein erster Termin vor dem Verwaltungsgericht in München sei auf den 11. Oktober angesetzt.

Gottlieb Bullinger, zusammen mit Christian Chuber der Klageführer, stellte gestern auf Anfrage der SN-Redaktion klar, dass die den Hochwasserschutz betreffende Klage zweigeteilt zu sehen sei. Die eine sei gegen das Vermessungsamt gerichtet - wegen „Falschvermessung“; die andere gegen den Planfeststellungsbescheid.

„Der Bach hat nie den Verlauf gehabt, dem diese Vermessung zugrunde liegt“, hält Bullinger dem Vermessungsamt vor. Außerdem könne er den Nachweis liefern, dass das Verfahren „physikalisch gar nicht realsierbar ist“, sagt Bullinger, der inzwischen 86 Jahre alt ist und früher Professor an der Fachhochschule in München war (mit dem Fach Kybernetik).

In Bernbeuren, wo Gottlieb Bullinger vor rund 20 Jahren ein Grundstück erworben hat, hätte er eigentlich seinen Altersruhesitz einrichten wollen. Dazu wird es wohl nicht mehr kommen. Sein Grundstück ist immer noch unbebaut. Der Streit mit der Gemeinde um den Hochwassserschutz zieht sich nach Auskunft Bullingers nun schon über zehn Jahre hin und hat den Münchner stark beansprucht. Er ist aber zuversichtlich, dass das Verwaltungsgericht zu seinen Gunsten entscheiden wird.

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