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Streit um Heizung fürs neue Sachsenrieder Feuerwehrhaus.

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Schwabsoien/Sachsenried - Die Sachsenrieder Feuerwehr braucht ein neues Feuerwehrhaus. An dieser Tatsache wurde auch in der jüngsten Sitzung des Schwabsoier Gemeinderates nicht gerüttelt.

Die alte Schule in Sachsenried wird abgerissen, und auf diesem Gelände soll das neue Sachsenrieder Feuerwehrhaus entstehen. Wie Marc Bernhardt vom beauftragten Planungsbüro Ullmann erklärte, wird das Gebäude konventionell in Ziegelbauweise und mit Holz-Satteldach entstehen - auf rund 1620 Qubikmetern umbauten Raum und mit rund 353 Quadratmetern Nutzfläche.

„Im Erdgeschoss bietet das Gebäude Platz für die zwei Fahrzeuge, einen Lagerraum, die Umkleiden, WC-Räume, eine Stiefelwaschanlage mit Duschkopf und Waschbecken sowie einen Technikraum“, erklärte Bernhardt den Gemeinderäten. Im Obergeschoss finden dann ein Schulungsraum sowie der Landjugendraum Platz. Denn den hat die Landjugend bislang in der alten Schule in Sachsenried.

Außerdem sind im Obergeschoss ein kleines Foyer mit Garderobe, ein Lagerraum, WC-Anlagen und zwei Kochnischen untergebracht. Im offenen kleinen Dachgeschoss ist noch Platz für einen zusätzlichen Lager- oder Technikraum.

So weit, so gut. Waren Gemeinde und Feuerwehr von der ursprünglichen Planung abgewichen, weil die deutlich zu teuer geworden wäre, waren auch die Kosten für die jetzt vorgestellte „abgespeckte“ Variante, einigen Gemeinderäten zu hoch. Denn wie Bernhardt auflistete, liegen die geschätzten Kosten - trotz vieler Eigenleistungen der Sachsenrieder Wehrleute - nach jetzigen Planungen bei rund 432 000 Euro. Eingestellt in den Haushalt hat die Gemeinde für dieses Projekt vergangenes Jahr aber nur 350 000 Euro.

Besonders an der Heizung schieden sich die Geister: Denn die soll eine auf den Putz angebrachte Infrarot-Strahlungsheizung werden, die sich aus Batterien bedient, die über eine auf dem Süddach angebrachte Photovoltaikanlage mit Strom versorgt werden. „Die ist von Vorteil, da das Gebäude nur selten benutzt wird“, stellte Bernhardt heraus. „Und sobald sie angeschaltet ist, spürt man direkt die wärmenden Strahlen auf dem Körper.“

Allerdings waren zum Beispiel Manfred Schmid die für die Photovoltaikanlage angesetzten 18 000 Euro deutlich zu gering. Und Bernhard Starker ergänzte: „Einige von uns haben in den vergangenen Jahren selbst Häuser gebaut. Und bei allen war die Frage der Heizung die mit Abstand schwierigste Entscheidung, da wurden verschiedene Modelle angeschaut und durchgerechnet.“ Ihn und andere Gemeinderäte störte unter anderem, dass keine Vergleichszahlen und -werte - etwa die einer „normalen“ Gastherme - den Gemeinderäten vorgelegt würden.

Auch wenn es zweckgebunden für die Fahrzeug-Stellplätze einen Zuschuss von 93 000 Euro gebe, waren einigen Schwabsoier Gemeinderäten die errechneten Kosten zu hoch. Außerdem kam die Frage auf, ob man nicht an weitere Zuschüsse kommen könne, wenn man einen Raum im neuen Feuerwehrhaus für die örtliche Musikkapelle widmen würde.

All’ das sowie die fehlenden Zahlen und Fakten bei der Heizung waren abschließend der Grund, warum nicht wie ursprünglich geplant der Auftrag für eine definitive Entwurfsplanung gegeben wurde. Stattdessen bekam Planer Marc Bernhardt den Auftrag zu prüfen, ob und wenn ja wie viel Zuschuss es geben würde, wenn man einen Raum der Musikkapelle widmen würde. Außerdem soll er bis zur nächsten Sitzung genauere Zahlen und Kosten der Heizung im Vergleich zu einer Gastherme vorlegen.

jos

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