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Eine Augenuntersuchung ist Voraussetzung, damit der Arzt die richtige Diagnose stellen kann.

Schongauer Patient bittet um Aufklärung

Streit mit AOK um Kosten für Augenuntersuchung

Schongau - Ein 72-jähriger Schongauer will von der AOK-Gesundheitskasse die Augenuntersuchungskosten für seine Frau (Grauer Star und Pfropfen im Auge) in Höhe von 155 Euro erstattet haben. Er hat diesen Betrag in Vorauskasse geleistet. Die AOK lehnt eine Kostenerstattung ab.

Hilfesuchend hat sich der 72-jährige Schongauer jetzt an die Heimatzeitung gewandt und um Aufklärung gebeten. Wir haben bei der AOK-Gesundheitskasse und bei einem Augenarzt nachgefragt.

„Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für alle Behandlungsmethoden, die medizinisch notwendig sind Also grundsätzlich für alle Behandlungsmethoden, die vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) als medizinisch sinnvoll und notwendig beurteilt werden“, erklärte AOK-Sprecher Robert Allmann. Dieser Ausschuss setze sich aus Vertretern der Krankenkassen, Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten und Krankenhäuser zusammen. Auch Patientenvertreter seien beteiligt.

Bei seinen Entscheidungen berücksichtige der G-BA den aktuellen Stand der medizinischen Erkenntnisse und untersucht den Nutzen einer Leistung für den Patienten. „Individuelle Gesundheitsleistungen“ (IGel) entsprechen laut Allmann diesen Anforderungen nicht und müssten daher vom Patienten aus eigener Tasche bezahlt werden.

„Empfiehlt der Arzt dem Patienten eine IGel, wird er in jedem Fall vor einer Behandlung umfassend aufgeklärt“, so Allmann weiter. Hierzu gehöre auch die Information, dass eine Rechnung nicht von der Krankenkasse erstattet werden könne. Wenn der Patient mit einer rechnungsauslösenden Privatbehandlung einverstanden sei, unterschreibt er hierzu in der Regel auch eine entsprechende Erklärung. Patient und Arzt stünden somit in einem ordnungsgemäßen, privatrechtlichen Vertragsverhältnis. „Unsere Versicherten können sich jedenfalls darauf verlassen, dass medizinisch Notwendiges auch weiterhin eine Kassenleistung ist“, so der AOK-Sprecher.

Darüber hinaus würde die AOK-Gesundheitskasse ihren Versicherten ein erweitertes Vorsorgepaket für bis zu 250 Euro pro Jahr anbieten. Beispielsweise für Frauen ab 25 Jahren einen Zuschuss bis zu 50 Euro im Jahr bei der Brustkrebsvorsorge oder Ultraschalluntersuchungen der Eierstöcke oder Gebärmutter. Robert Allmann: „Weitere interessante Mehrleistungen und Informationen zum Vorsorgepaket gibt es unter www.aok.de/bayern/vorsorge“.

Und wie sieht ein Augenarzt diesen Fall? „Die Voruntersuchung für die Operation des Grauen Stars werden von der Kasse nur als technisch überholte und unvollständige Leistung angeboten“, erklärt Dr. Dietrich Doepner aus Schongau. Diese bestehe in der Ultraschallvermessung des Auges und daraus resultierend, die Berechnung der Linse auf Basis dieser Messung.

Das moderne Messverfahren mittels Laser, seit ca. 2002, das zehn Mal so genau sei, bezahle die Kasse nicht, stellt Dr. Doepner klar. Diese Messung, mit der daraus resultierenden Linsenberechnung, koste für beide Augen 75 Euro. Hinzu komme die Mikroskopie der Zellen der Hornhautrückfläche, bei der die Zellzahl pro Quadratmillimeter und die Form der Zellen analysiert werden.

Diese Untersuchung sei wichtig, um festzustellen, ob die Hornhaut die Graue Star-Operation unbeschadet überstehen könne oder ein spezielles Schutzmittel bei der Operation eingesetzt werden müsse, das die Kasse nur in begründeten Ausnahmefällen zahle. Diese Untersuchung koste für beide Augen 60 Euro. Zusammen mache das 135 Euro als Selbstzahlerleistung.

„Diese beiden Untersuchungsverfahren gehören nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkasse“, bestätigt der Augenarzt. Diese Beträge seien aber erst fällig, wenn die Graue Star-Operation durchgeführt werden sollte.

Michael Gretschmann

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