Peiting sitzt im Dunkeln

Stromausfall zur Geisterstunde

Peiting - Gut, dass die Peitinger Wohnzimmer derzeit mit Adventskränzen geschmückt sind - in der Nacht zu Donnerstag gingen nämlich die Lichter aus. Die Ursache des Stromausfalls liegt unter der Erde.

Ein Stromausfall sorgte in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag in Peiting Süd sowie einigen Ortsteilen Richtung Steingaden – Kurzenried, Lamprecht, Illach – für dunkle Wohn- und Schlafzimmer. Es war gegen 23.50 Uhr, als nach kurzem Flackern die Lichter ausgingen. Die Ursache sei laut Ingo Butters, Pressesprecher LEW, ein Defekt eines 20 000-Volt-Kabels in der Peitinger Sandgrube gewesen.

Stromausfall wegen Überspannung

Der Schaden an dem Erdkabel tritt bereits um 23.10 Uhr auf. Dank Umschaltungen konnte der Stromausfall zu diesem Zeitpunkt noch verhindert werden. Warum das Netz letztlich um 23.50 Uhr zusammenbrach? „Durch den Defekt des ersten Kabels erhöht sich die Spannung auf den anderen Leitungen, das kann zu Folgeschäden führen“, sagt Butters. Tatsächlich ist wegen Überspannung ein zweites Stark-Stromkabel im Bereich der Pürschlingstraße, also am anderen Ende der Marktgemeinde, kaputtgegangen – fortan war halb Peiting ohne Strom.

Bis 1.20 Uhr ohne Strom

Eine halbe Stunde lang mussten die Nachtaktiven letztlich im Dunkeln auskommen. „Nach zirka 30 Minuten konnten wir die Stromversorgung größtenteils wieder herstellen, spätestens um 1.20 Uhr waren wieder alle Haushalte am Netz“, sagt Butters, der noch keine konkreten Angaben zum Schaden des Sandgruben-Kabels machen kann. „Oft sind das kleinere Beschädigungen, die bei Bauarbeiten passieren, sich jedoch erst Monate später auswirken. Genau wissen wir’s aber nicht.“

LEW-Mitarbeiter auf Fehlersuche

Noch in der Nacht zu Donnerstag ist ein Team der LEW Schongau nach Peiting ausgerückt, um die Bewohner der Sandgrube mit einem Notstromaggregat zu versorgen. Tagsüber gingen die Elektriker auf Fehlersuche – wo genau und wie groß ist der Schaden des Kabels? „Erst wenn wir das Kabel vermessen haben, können wir entschieden, ob man das komplette Kabel, nur einen Teil oder eventuell auch nur ein Verbindungsstück austauschen müssen.“

Starkstromkabel liegt frei in der Erde

Grundsätzlich liegt so ein Starkstromkabel entweder in Rohren, oder frei in der Erde. Das Sandgruben-Kabel liegt laut Butters frei in der Erde, ist allerdings durch mehrere Isolationsschichten sehr gut von Humus und Kies geschützt – Stromausfälle dieser Natur sind deshalb äußerst selten.

Laut LEW: Erster Kabel-Defekt im Jahr 2015

„2015 hat es bis gestern Nacht in Peiting gar keinen Kabelschaden gegeben“, sagt Butters, der sich an nur einen weiteren Stromausfall in dieser Region erinnern kann. „Am 31. März“, als Sturm Niklas einige Bäume auf Freileitungen geworfen hatte. 

Johannes Schelle

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