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40 Vierer-Teams liefen für den guten Zweck. 

Südafrika-Projekt von Familie Reißmann

Marathon ermöglicht Mini-Ausbildung

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Schongau - 40 Vierer-Teams haben sich für das Südafrika-Projekt der Schongauer Familie Reißmann durch den München-Marathon gekämpft. Das Resultat: 17 000 Euro. Damit können zwei Ausbildungsräume für die ärmsten Jugendlichen der Welt geschaffen werden.

Alkohol, Drogen, Missbrauch und kaum intakte Familien: Das Leben in den Townships, den Armenvierteln in Südafrika, ist hart. Jung und Alt kämpfen dort tagtäglich ums nackte Überleben. Die Perspektive für ein geordnetes Leben mit anerkanntem Beruf geht gegen Null. „Die jungen Leute sind auf Hilfe angewiesen, nur so haben sie eine Chance“, sagt Damaris Reißmann aus Schongau. Gemeinsam mit Ehemann Gerd konnte sie 40 Viererteams für den München-Marathon Anfang Oktober gewinnen, die allesamt Kilometer für einen guten Zweck zurückgelegt haben: für das Hilfsprojekt „Ausbildung Afrika“ (wir berichteten).

17 000 Euro sind auf dem Südafrika-Spendenkonto gelandet. „Das ist richtig viel“, sagt Damaris Reißmann, die schon genau weiß, in was diese Summe investiert wird. „In Klassenzimmer.“ Genaugenommen in zwei flexible Wohnmodule, die auf einem eingezäunten Gelände in Worcester aufgebaut werden. Dieses Areal gehört bereits einer Hilfsorganisation an, mit der Familie Reißmann eng zusammenarbeitet.

So ähnlich sollen die Klassenräume von Familie Reißmann aussehen. 

Junge, perspektivlose Südafrikaner bekommen in diesen Räumlichkeiten eine Art Mini-Ausbildung im Handwerk. Drei bis sechs Monate dauert der Unterricht. Ein Raum dient der Theorie, der andere der Praxis. „Damit wollen wir den Ärmsten der Gesellschaft die Möglichkeit geben, überhaupt mal ihre Fähigkeiten auszuprobieren“, sagt Reißmann, die hofft, dass dieser kleine Anstoß Großes bewirkt. Immerhin erhalten die Absolventen nach dieser Kurz-Ausbildung ein Zeugnis oder Zertifikat, das sie bei späteren Bewerbungen vorzeigen können.

Obwohl in Südafrika die Schulpflicht gilt und auch das Schulsystem laut Reißmann nicht schlecht sei, können sich viele Jugendliche bzw. deren Eltern eine ordentliche Ausbildung nicht leisten – allen voran die Township-Teenies. Umso wertvoller ist dieser ehrenamtliche Unterricht in den mobilen Klassenzimmern von Reißmanns, in etwa vergleichbar mit dem Berufsvorbereitungsjahr in Deutschland.

Damaris Reißmann (links) organisierte das Projekt.

Unterrichtet werden die Jugendlichen von einer Einheimischen, die es laut Reißmann „selbst von ganz unten geschafft hat“, und von Bruno Guntelach aus der Schweiz. Beide gehören dem Südafrika-Hilfsprojekt YWAM an. Und beide sind voll motiviert, möchten mit der Mini-Ausbildung am 28. Januar starten.

Bis dahin müssen die zwei neuen Gebäude also stehen – mit hoffentlich deutschem Standard. Das Klima in Südafrika ist extrem. Im Sommer steht die Hitze, im Winter fröstelt es. „Deshalb wäre es gut, wenn wir die Räumlichkeiten mit Heizung, Klimaanlage und Isolierung ausstatten können“, sagt Reißmann, die momentan mit einem Photovoltaik-Experte in Gesprächen ist. Er würde eventuell Solarplatten für diese Wohnmodule beisteuern. Derweil hoffen die Reißmanns auf weitere Spenden, um eben Heizung und Klimaanlage realisieren zu können.

Spendenkonto

Finanzielle Hilfe für das Projekt „Ausbildung Südafrika“ kann auf das Konto der Sparkasse Regensburg (IBAN: DE44 750500000026720672; BIC: BYLADEM1RBG) überwiesen werden.

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