Sylivia Roser ist genauso alt wie der Landkreis. jos

Sylvia Roser ist die Letzte aus dem Landkreis Schongau

Peiting - Für Sylvia Roser aus Peiting ist heute ein besonderer Tag, schließlich wird sie 40 Jahre alt. Gleichzeitig ist sie auch das vermutlich letzte Kind, das noch im Landkreis Schongau geboren wurde. Der wurde nämlich einen Tag nach ihrer Geburt, am 1. Juli 1972, mit dem Kreis Weilheim zum neuen Landkreis Weilheim-Schongau zusammengelegt.

Sie ist schon kräftig herumgekommen im Landkreis. Geboren in Peiting, ging Sylvia Roser dort auch auf Grund- und Hauptschule, ehe sie in den „anderen“ Landkreisteil wechselte, auf die Realschule Weilheim. Danach ging es wieder zurück: „Ich habe eine Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau bei Bürotechnik Hiemer in Schongau gemacht“, erzählt Roser.

Schaut man auf ihre beruflichen Stationen von damals bis heute, könnte man fast so etwas wie eine Parallelität zwischen Roser und dem Landkreis feststellen: Denn ist der Landkreis auf gewisse Art und Weise auch sehr vielfältig, unterschiedlich und musste sich in den Jahren verschiedensten Anforderungen anpassen, passt diese Beschreibung auch etwas auf die sympathische Peitingerin.

Soll heißen: Nach der zweieinhalbjährigen Ausbildung wechselte sie für neun Jahre zur Krankenkasse KKH nach Weilheim. „Dort war ich im Leistungs- und Beitragswesen tätig“, erinnert sie sich zurück.

Anschließend ging es wieder zurück ins Schongauer Land, für vier Jahre war sie im Chefsekretariat des Schongauer Bauunternehmens Haseitl, ehe sie in die Rechtsanwaltskanzlei Hänel in Peißenberg, heute „anchor Rechtsanwälte“, wechselte, wo sie seit acht Jahren arbeitet. „Ich war überall Quereinsteiger, vielleicht habe ich auch ein wenig die Herausforderung gesucht“, analysiert sie. „Aber ich bin überall glücklich geworden und habe mich immer reingebissen“. Ähnliches kann man auch über den neugeformten Landkreis Weilheim-Schongau sagen.

Von dem kennt Sylvia Roser hauptsächlich den südlichen Teil. „Ich fühle mich hier und besonders in Peiting sehr wohl“, gibt sie unumwunden zu. Schließlich hat sie in der Marktgemeinde in der Knappschafts-Kapelle gespielt und mit ihrem Lebensgefährten die gemeinsame Wohnung in einem Haus am Schlossberg aufgestockt. „Als naturverbundene Menschen nehmen wir vor allem bei Radl- und Bergtouren die herrliche Landschaft und die Natur wahr.“

An Peiting schätzt sie besonders die Ausgewogenheit: „Hier ist es zum Teil noch etwas ländlich mit viel Natur, zum anderen aber auch zentral und mit allen Einkaufsmöglichkeiten, einem breiten Vereinswesen und einem umfangreichen Kultur- und Veranstaltungsangebot“, findet Sylvia Roser. „Hier rieche, höre und schmecke ich die Natur“, sagt sie mit Blick in den Garten, an den die am Schlossberghang grasenden Kühe bis auf 20 Meter herankommen. „Was brauche ich mehr? Hier hör ich die Kuhglocken, das ist für mich Heimat, und wenn ich Action will, setze ich mich ins Auto und fahre zum Beispiel nach München.“

Dass der Landkreis - wenn auch nach anfänglichen Querelen und Unstimmigkeiten - zusammengewachsen ist, findet Sylvia Roser gut. „Gemeinsam sind wir doch stärker“, sagt sie. Und außerdem: Besser könnte es doch gar nicht sein, dass ein Schongauer Landrat mit Sitz in Weilheim und Schongau ist.

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