Tauziehen um Abiturfeier

Schongau - Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman hat klargemacht: Die Abiturfeier soll wieder in Schongau stattfinden. Kann er sein Versprechen halten?

Mit seiner Abiturfeier ist das Schongauer Welfen-Gymnasium in den vergangenen Jahren schon weit herumgekommen: Nach Versuchen in der Realschul- und der eigenen Aula fand die Abiturfeier die vergangenen beiden Jahre im Hohenpeißenberger Haus der Vereine statt. Das finden nicht alle toll, weder Schüler noch Eltern, doch Schulleiter Wolfgang Gebler sieht es pragmatisch: „Ich würde auch gerne in Schongau feiern, schließlich sehen wir uns als Schongauer Schule. Doch es gibt einfach nur eingeschränkte Räumlichkeiten.“

Es ist das alte Problem. Ob die jeweiligen Aulas in Gymnasium oder Realschule oder das Jakob-Pfeiffer-Haus als größtem Veranstaltungsort, überall ist zu wenig Platz. „Das ist einfach ein Handicap für Schongau“, sagt Gebler. Wobei: Seit einigen Jahren hat die Stadt ja die Lechsporthalle zur Verfügung, die explizit auch als Veranstaltungsort vorgesehen ist und reichlich Platz bietet. Die Halle hat die Stadt dem Gymnasium auch angeboten. Alles gut also?

Leider nein. „Die Hallen-Nutzung würde uns 4000 Euro kosten. Das ist für uns nicht machbar“, sagte Gebler. Neben der Hallenmiete muss dort die mobile Bühne, die im Bauhof lagert, aufgebaut werden. Um den Hallenboden nicht zu beschädigen, muss außerdem ein Schutzteppich ausgerollt werden, schließlich kommt noch die Bestuhlung dazu. Das macht alles der Bauhof und wird dem Veranstalter in Rechnung gestellt, was sich letztlich auf 4000 Euro summiert.

Allerdings kann dieser Betrag laut Bürgermeister Falk Sluyterman reduziert werden. „Die Bühne ist kompliziert, das sehe ich ein“, sagt Bürgermeister. Die können vielleicht die Trachtler aufbauen, aber nicht Lehrer und Schüler. Bei der Auslegung der Halle und der Bestuhlung sehe es schon anders aus, findet Sluyterman - das sei der Schule durchaus zuzumuten, um Geld zu sparen.

Gebler ist da anderer Meinung. „Wir können einfach nicht so viel Eigenleistung einbringen wie ein Verein.“ Er habe auch mit dem Elternbeirat geredet, der sehe das genauso. Er habe die große Sorge, dass er nach der Feier alleine in der Halle stehe, so Gebler. Außerdem: „Hohenpeißenberg stellt uns alles kostenfrei zur Verfügung, die kommen uns sehr weit entgegen.“ Wenn die Stadt bei den Kosten entgegenkommen könnte, würde man sich das noch einmal überlegen, „obwohl wir in Hohenpeißenberg eigentlich schon zugesagt haben“.

Sluyterman verfolgt nun einen gemischten Ansatz. Sein Vorschlag: Die Elftklässler, also der Abiturjahrgang des nächsten Jahres, kümmert sich um Stuhlauf- und -abbau. Im Gegenzug will die Stadt auf die eigentlich fälligen Bauhofkosten für die Bühne und das Auslegen der Halle verzichten. Das soll der Stadtrat bei seiner Sitzung nächsten Dienstag beschließen. Für das Gymnasium wären also nur 300 Euro Hallenmiete fällig. „Ich bin der Meinung, die Abiturfeier ist ein so zentrales Ereignis, die muss in Schongau stattfinden“, begründet er sein Entgegenkommen. Dass das Begehrlichkeiten bei anderen Veranstaltern weckt, kann er sich vorstellen, doch für ihn ist dieser Fall anders: „Es ist eine Schulfeier ohne kommerziellen Hintergrund.“

Der Abiball dagegen wird auf keinen Fall in Schongau stattfinden. Die Schüler, die ihn selbst organisieren, waren in der Vergangenheit schon auf Marktoberdorf, Füssen oder Peißenberg ausgewichen und sind dieses Jahr erstmals in der Weilheimer Stadthalle. Das wird nicht einmal Sluyterman verhindern können.

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