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Das Böse ist immer und überall: Gangsterboss Bubi Bratzler (Georg Multerer, 4. v. re) und seine Bande. Von links: Alexandra Stiglmeier als Zeiger Lilli, Andreas Barnsteiner als Gassen Paule, Iris.

Theater in Peitinger Schloßberghalle

„Mia san a kloana Gangsterverein“

Peiting - Einmal mehr selbst übertroffen haben sich die Peitinger Theat’rar mit der Gangster-Komödie „A Koffer“. Sie banden sogar Besucher wie Pfarrer Hans Speckbacher ganz spontan als Übersetzer ein.

Hier stimmte alles. Eine Gangster-Klamotte vom Feinsten präsentierten die That’rar vom Trachtenverein Alpenrose Peiting mit „A Koffer“. Das vergnügliche Stück wurde bei der Premiere vom Publikum mit kräftigem Applaus gefeiert, ist am 2., 3. und 9. April nochmals zu sehen.

Im Hinterzimmer einer Münchner Schneiderei gehen kriminelle Dinge vor sich. Hier ist das Gangsterl-Hauptquartier von Bubi Bratzler und seiner Bande. Mit der kann der Bubi allerdings nicht viel Staat machen. Die Bemühungen der Kleinkriminellen sind selten von Erfolg gekrönt. „Mia san a kloana Gangsterverein. Oan um die Ecka bringa, des macha mia ned. B’schiß oda an Schandi oane schmiern wenn as wieda braucht, sowas macha mia“, erklärt Bubi Bratzler alias Georg Multerer mit einer dicken Zigarre im Mundwinkel dem Publikum.

Die Gangsterbräute Zeiger Lilli (Alexandra Stiglmeier, Lalo (Iris Rohrmoser) und Erna Stesser (Frieda Schmid).

Von den kleinen Taschendiebstählen der Zeiger Lilli (Alexandra Stiglmeier), die immer nur Uhren oder den Geldbeutel eines Österreichers mit unbrauchbaren Schillingen ergattert, kann die Bande allerdings nicht leben. Und auch das Fotoalbum, das Straßendiebin Erna Stesser (Frieda Schmid) und Einbrecher Fingerl Beppi (Wolfgang Schäller) anschleppen, ist nicht der große Wurf. Zu allem Übel lässt sich Bubi’s G’spusi Lalo (Iris Rohmoser), deren Technik hauptsächlich in offenen Blusenknöpferln besteht, einen falschen Zehner andrehen.

Als der Straßendieb Gassen-Paule (Andreas Barnsteiner) einen Koffer voller Geld anschleppt, scheint sich das Blatt zu wenden. Schnell wird klar, dass es sich bei den 100 000 Mark um Schmiergeld für einen Politiker (Bernhard Huber) handelt. Behalten will der Bubi so einen großen Betrag zwar nicht, da er die Verfolgung und Bestrafung durch die Polizei fürchtet. Aber er ersinnt einen ausgefuchsten Plan, um dem „Ministeri“ das Geld abzuluchsen. Der soll das Geld in einem „Münchener Etablissement“ waschen. Das existiert natürlich nicht, vielmehr wollen ihm die Gangster eins vorgaukeln. Wenn die Politgröße schließlich das Etablissement besucht und die Gangsterbräute Bordsteinschwalben mimen, sind die Lachsalven vorprogrammiert. Für eine handfeste Überraschung sorgt schließlich Schwester Pangratia (Gabi Schäller), die im Schneiderladen für ihr Waisenhaus sammelt und vom wüsten Treiben nichts mitbekommen darf.

Sorgen für eine handfeste Überraschung Nadl Toni (Herbert Zimmert, li) und Schwester Pangratia (Gabi Schäller, re).

Mit dem Stück „A Koffer“ aus der Feder von Peter Landstorfer haben sich die Theat’rar unter der Leitung von Alexandra Stiglmeier und Gabi Schäller einmal mehr selbst übertroffen. Die Charaktere (in weiteren Rollen Herbert Zimmert als Schneider Nadl Toni und Hermann Brennauer als Trickbetrüger Stauber Luggi) waren durchwegs gut besetzt und gespielt, das Bühnenbild von Manfred Stiglmeier und Klaus Simbeck eine echte Schau. Für die perfekte Maske sorgten Silvia Herb und Sabrina Stopper. Und auch Souffleuse Franziska Huber hatte einiges zu tun.

Die stimmige Textvorlage reicherten die Schauspieler zum Vergnügen der Besucher mit einigen Querschlägern an. Zum Beispiel wurde Pfarrer Hans Speckbacher, der im Publikum saß, mitten aus dem Stück heraus mit der Frage nach der Übersetzung eines lateinischen Spruchs der Schwester Pangratia überrumpelt. Besonders Bibelfest ist der Nadl Toni sowieso nicht. Er verabschiedet die Pangratia schon einmal mit „Gott suche Sie nicht in der Unterführung!“ Und auf Feststellungen wie „ein anständiger Dieb hat seinen Beruf verfehlt“, das sei „ja grad so wie a ehrlicher Politiker“, gab es spontanen Szenenapplaus aus dem voll besetzten Saal. Und in den Pausen spielten die Birkländer Musikanten zünftig auf.

Weitere Termine

am Samstag, 2. April um 20 Uhr, Sonntag, 3. April um 16 Uhr und Samstag, 9. April um 20 Uhr in der Schlossberghalle Peiting.

uf

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