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Die Apfeldorfer Theaterspieler (von links) Rüdiger Gerstung, Philipp Stückl, Doris Höfler, Delfo Viviani, Helmut Ehle und Claudia Strommer spielen eine herrliche Komödie aus dem Krankenhausalltag.

Theatergaudi in Apfeldorf

Die Lechtalklinik wird zum Narrenhaus

Apfeldorf - Eine Komödie wie sie sein soll, mit vielen Verwirrungen und Notlügen, ständigen Turbulenzen auf der Bühne und einer herrlichen Szenenkomik, bringt der Theaterverein Apfeldorf auf die Bühne.

Das Stück „Es bleibt in der Familie“ stammt ursprünglich von dem englischen Autor Ray Cooney und wurde in die Apfeldorfer Lechtalklinik verlegt, die sich aber eher in ein Narrenhaus verwandelt.

 „Der Patient ist eingeliefert wegen Gallensteinen und operiert an den Hämorrhoiden“, verrät die Oberschwester Gertraud, gespielt von Henriette Beltz, aus dem Krankenhausalltag. Auch ein so typischer Krankenhausjargon wie die Abkürzung „TBA“, was im Theater für „Tod bei Ankunft“ steht, wird aufs Korn genommen.

 Doch eigentlich dreht sich die Handlung um die Krankenhausfamilie mit Ärzten, Schwestern und einem unehelichen Sohn. Dr. Josef Kammermeier, souverän gespielt von Helmut Ehle, steht fast die kompletten zwei Akte auf der Bühne. Er soll bei einem Ärztekongress im eigenen Haus die Eröffnungsrede halten, doch plötzlich erscheint eine ehemalige Krankenschwester (Doris Höfler), mit der er vor knapp 19 Jahren ein Verhältnis hatte. Sie unterbreitet ihm, dass sie ein Kind von ihm hat, und diesem Sohn Adam hat sie zum 18. Geburtstag von der Existenz des Vaters erzählt.

 Philipp Stückl ist erstmals dabei und spielt den randalierenden, angetrunkenen Adam hervorragend. Er steht umgehend bei Josef Kammermeier im Ärztezimmer, doch dieser gibt sich als Patient und als Doktor der Theologie aus. In dieses Ärztezimmer gehen vier Türen, durch die ständig Leute kommen, die von Kammermeier etwas wollen. Der Klinikdirektor (Franz Düringer) bittet ihn dringend zum Ärztekongress, die Ehefrau Rosmarie (Claudia Strommer) ist mitfühlend bei dem TBA-Patienten, der Polizeihauptmeister Franz Schneider (Gerhard Schmid) sucht nach dem randalierenden Jugendlichen, und der Arztkollege Karl Schneider (Markus Wagner) möchte für die Weihnachtsfeier proben.

 So verstrickt sich Josef Kammermeier immer weiter in seine Notlügen, bis er seinen langjährigen Arztkollegen Dr. Hubert Grünbaum einweiht. „Eine Ausrede ist so gut wie die andere bei Dir“, stellt Dr. Grünbaum, alias Rüdiger Gerstung, fest. Trotzdem hilft er ihm aus der Patsche, gibt sich als Vater des Buben aus und brilliert mit so manchem Slapstick oder Gesangseinlage.

 Dann taucht auch noch ein verwirrter Patient namens Hans-Otto Adam (Delfo Viviani) auf, der mit seinen spitzen Kommentaren für zusätzliche Lachsalven sorgt. So bietet die Komödie unter der Regie von Paul Dötsch-Perras mit guter Bewirtung und musikalischer Umrahmung einen rundum amüsanten Theaterabend.

Rosi Geiger


Weitere Spieltermine sind Freitag, 11. November, Samstag, 12. November, Sonntag, 13. November, Freitag, 18. November, und Samstag, 19. November, jeweils um 20 Uhr in der Mehrzweckhalle Apfeldorf. Reservierungen bei Familie Zwick unter 08869/1378.

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