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Auweia, das gibt Ärger: Die unscheinbare Pension mitten in der Pampa Siziliens und ihre Gäste, die voller Spielfreude ihre Rolle auf der Bühne leben, bringen die Theaterbesucher in Epfach ständig zum Lachen. 

Theatergruppe des Heimat- und Trachtenvereins „Lechroaner“ Epfach

Irrungen und Wirrungen in der Pampa Siziliens

Mit dem Stück „Heinrich-wo sin mir denn“ ist Maria Schweiger wieder ein herrliches Stück geglückt.

Epfach – Die Autorin und Regisseurin schlüpfte dabei selbst in eine Rolle. Nach der gelungenen Theater-Premiere im Epfacher Haus der Vereine gibt es am Freitag und Samstag 6. und 7. April, jeweils um 20 Uhr, die beiden letzten Aufführungen. Karten können bei Familie Spindler unter der Telefonnummer 08869/1222 (19 bis 21 Uhr) reserviert werden.

Die Idee zu dem Schwank in drei Akten im Lechrainer Dialekt ist Maria Schweiger gekommen, als sie sich ihren Neffen Philipp als kleinen Mafiosi vorstellte. Was liegt da näher, als das Stück auf Sizilien spielen zu lassen. Dabei kam auch der Gedanke, wie es einem geht, wenn man denkt, dass man weiß, wo man ist, und man dann doch wo ganz fremd ist.

Schweiger hat schon mehrere Stücke aus ihrem Kopf in ein Drehbuch verpackt und auf die Epfacher Bühne gebracht. Dieses Mal ist ihr wieder ein superlustiges Stück gelungen. Hinter ihr steht eine die tolle Spielgruppe des Heimat- und Trachtenvereins „Lechroaner“ Epfach.

Nicht auf der Bühne, die durch einen Anbau erweitert wurde, beginnt das Stück, sondern mit durch die Zuschauerreihen kämpfenden Darstellern, die noch rechtzeitig ihren Flug erwischen müssen. „Es menschelt halt in dem Stückl“, meint Schweiger, die Sieglinde Baxmann spielt, die etwas weltfremde Pensionsbesitzerin, die sich vor Ende des Pachtvertrages doch mal in den Flieger setzt, um ihren verpachteten Besitz, den sie nur von Fotos kennt, in Augenschein zu nehmen.

Da der Name Meyer in Deutschland keine Seltenheit ist, kommt es aufgrund von Fehlbuchungen und Verirrungen zu turbulenten Szenen. Man kann den Handlungen leicht folgen, die mit bekannten Gesichtern hervorragend besetzten Rollen scheinen den Darstellern auf den Leib geschnitten.

Dolmetscher-Qualitäten sind in Sizilien gefragt. Mit ernsthafter Mimik, Charme und Pointen sowie Bemerkungen in tiefsten Lechrainerdialekt („zambollade Bettwäsch im Kredda din“) entzückt zum Beispiel Hauptdarsteller Hubert Kretzler, der als Heinrich Meyer mit Tochter Kathrin und Frau Andrea (Irmgard Hein) statt im kalten Norden im heißen Süden einen Urlaub gebucht hat. Da er bei der Bucherei der „Katzabohla“ die Maus mit einer echten Maus verwechselt hat, geht die Reise aber ganz woanders hin.

Dort wird eigentlich nur Roland Meyer (Marcus Schelkle) erwartet. In der unwirtlichen Gegend fühlt der sich sichtlich unwohl, und sein Koffer bleibt nie unbeaufsichtigt. Martin Spindler und Alexander Rabe alias Max und sein Schulfreund Fredi leben in der Pension, und für diverse Dienste kann ja noch der Nachbarbub Antonio (Theaterneuling Sebastian Martini) aushelfen.

Es geht allen gut, das Leben ist zwar einsam, aber völlig stresslos, weil sie die Pension als Umschlagplatz von Salvatores diversen krummen Geschäften nutzen lassen. Eigentlich möchte der kleine Sizilianer Salvatore, von Philipp Guggenmos herrlich facettenreich gespielt, etwas ganz anderes machen. Was das ist, erfahren die Theaterbesucher im Stück und wird hier nicht verraten.

Auch seinem mächtigen schweigsamen „Gorilla“, Bodyguard Luigi (Christian Herbst) sagt sein Job nicht mehr zu. Eine kleine Liebesgeschichte darf natürlich nicht fehlen, denn jemand hat auf Fräulein Meier, die quirlig und reizend von Christine Schweiger gespielt wird, ein Auge geworfen.

Die unscheinbare Pension mitten in der Pampa Siziliens und ihre Gäste, die voller Spielfreude ihre Rolle auf der Bühne leben, bringen die Theaterbesucher ständig zum Lachen. Dann gibt es auch noch dubiose Koffer und ein unerwartetes Happy-End.

Das Publikum honorierte die Leistungen auf der Bühne am Premieren-Wochenende mit viel Applaus. Als Rahmenprogramm spielten die Jungbläser gekonnt auf. Sieben Buben und ein Mädel unter der Leitung von Walter Eglhofer unterhielten in den Pausen vor und nach dem Theaterstück.
Gisela Klöck

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