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Katrin und Tim Rölle mit ihren beiden Hunden „Vico“ und „Fini“, die aus dem Schongauer Tierheim geholt worden sind und jetzt einen guten Platz haben.

Regelmässige Kontrollen

Tiere artgerecht halten, sonst droht Entzug

Der Tierschutzverein Weilheim-Schongau und der Verein SOS Projects vom Sonnenhof in Rottenbuch achten sehr darauf, dass ihre Hunde nur an gute Plätze vermittelt werden. Und sie behalten sich vertraglich vor, dass ein Tier erst dann auf den neuen Hundehalter als Eigentum übergeht, wenn es artgerecht gehalten wird.

Schongau/Rottenbuch – „Wir führen auch unangemeldete Kontrollen durch“, erklärt der Tierpfleger Thomas Ott vom Sonnenhof in Rottenbuch und unterstreicht damit, dass man es mit dem Tierwohl ernst meine. Wenn sich bei einer Kontrolle herausstelle, dass ein Hund nicht artgerecht gehalten werde, dann wird der Vierbeiner dem Hundehalter wieder abgenommen. „Das kommt schon mal vor“, sagt Ott.

Beispiel gefällig? Der Hund Chico war, als er an eine Hundehalterin übergeben wurde, rank und schlank – gerade mal 15 Kilogramm schwer. Elf Monate später war Chico nicht wiederzuerkennen. Dick und fett angefressen, hatte ein Gewicht von fast 23 Kilogramm und war ziemlich unbeweglich. „Das Tier leidet unter starkem Übergewicht“, bestätigte ein Tierarzt. Und aufgrund dieses Übergewichts bestehe in den Beinen akute Arthrosegefahr. Ferner litt Chico gewichtsbedingt unter starken Rückenschmerzen. Deshalb war seine Beweglichkeit sehr eingeschränkt.

Ebenfalls auffällig die kahlen Stellen im Fell des Tieres. Diese kommen nach Einschätzung eines Tierarztes von einem zu engen Halsband, das der Hund wohl dauerhaft tragen musste. Gassi geführt wurde er offensichtlich so gut wie nie. Deshalb griffen die Verantwortlichen des Sonnenhofs durch: Chico wurde wieder zurückgeholt – trotz aller Proteste der Hundehalterin, die ihr Fehlverhalten gar nicht einsehen wollte.

Derzeit sind auf dem Sonnenhof rund 20 Hunde untergebracht. „Es handelt sich größtenteils um ältere Hunde, berichtet Tierpfleger Thomas Ott. Wenn sich jemand für einen dieser Vierbeiner interessiert, dann gibt es zunächst eine Kennenlernphase. Herrchen und Hund kommen sich z.B. bei einem Spaziergang näher.

Natürlich schauen sich die Betreuer vom Sonnenhof auch den Platz an, wo der Hund hinkommen soll. „Wir haben da schon einiges erlebt“, berichtet Thomas Ott. Zum Beispiel haben Leute erzählt, dass der Hund an seiner neuen Stelle viel Auslauf habe. Doch bei der Kontrolle stellte sich heraus, dass die neuen Hundebesitzer irgendwo im vierten Stock wohnen und der Hund dort gar keine Möglichkeit zum Auslauf hat. „In solchen Fällen geben wir den Hund gar nicht erst ab“, versichert Tierpfleger Thomas Ott.

Auch beim Tierschutzverein Weilheim-Schongau gehören Platzkontrollen zum Geschäft, wie die Vorsitzende Janine Weigelt aus Hohenfurch auf Anfrage der Heimatzeitung berichtet. Wenn sich jemand für einen Hund oder eine Katze aus dem Tierheim interessiere, dann stehe zunächst einmal eine Vorkontrolle an. „Wir schauen uns den Platz vorher genau an, wo das Tier untergebracht werden soll und wie die Lebensverhältnisse dort sind“, sagt die Vorsitzende. Selbstverständlich gebe es auch Nachkontrollen, bei denen man sich ebenfalls vor Ort überzeuge, ob es dem Tier auch gut gehe. Auf jeden Fall bleibe man mit dem Tierbesitzer in Kontakt und biete bei Bedarf auch konkrete Hilfen an.

„Manchmal bringen die Leute ein Tier auch freiwillig zurück, zum Beispiel wenn sich bei ihnen die Lebenssituation geändert hat und sie keine Zeit mehr haben, um sich um ihren Hund oder ihre Katze zu kümmern“, erzählt Weigelt.

In den meisten Fällen klappt es aber ganz gut. Zum Beispiel bei Katrin und Tim Rölle aus Schongau. Nachdem sie den Hund „Vico“ bereits aus dem Tierheim geholt haben, kam nun noch „Fini“, eine anatolische Hirtenhündin – ebenfalls aus dem Schongauer Tierheim – hinzu.

„Die beiden Hund verstehen sich gut“, berichtet Katrin Rölle. Bevor sie sich für „Fini“ entschieden, sind sie über zwanzig Mal mit ihr spazieren gegangen. „Auch bei uns hat das Tierheim nachgeschaut, ob alles passt“, erzählt Katrin Rölle. Und es war immer alles in Ordnung!

Michael Gretschmann

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