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Am Haslacher See hat sich ein tödlicher Badeunfall ereignet.

Zweieinhalb Stunden unter Wasser

Tödlicher Badeunfall: Asylbewerber ertrinkt im Haslacher See

Bernbeuren – Ein tödlicher Badeunfall hat sich am Dienstag Nachmittag am Haslacher See ereignet. Das Opfer ist ein 21-jähriger Asylbewerber aus Eritrea, der seit rund drei Monaten in Schongau lebt.

Am Dienstag kurz nach 16 Uhr am Haslacher See: Der junge Omer saß einsam draußen am Steg, die Hände gefaltet und blickte auf das trübe Wasser hinaus. Irgendwo dort unten befand sich der 21-jährige Robel. Zu diesem Zeitpunkt stand bereits fest, dass es keine Hoffnung mehr für den jungen Asylbewerber geben würde. Über eine Stunde unter Wasser – das überlebt niemand. Die Rettungskräfte suchten den See bis 18.30 Uhr ab, dann wurde die Suche ergebnislos eingestellt.

Doch die Einsätzkröfte der Wasserwacht, die aus dem ganzen Umkreis – von Füssen, Marktoberdorf bis Weilheim und (mit dem Hubschrauber) vom Staffelsee – angereist waren, suchten unentwegt weiter. Der Badebetrieb am Haslacher See war bereits längst eingestellt worden. Niemand durfte mehr ins Wasser, um die Suche nach dem Vermissten nicht zu behindern.

Dabei hatte der Tag für eine kleine Gruppe von Asylbewerbern aus Schongau (mit Unterkunft in einem Gebäude an der Lechtorstraße) so schön begonnen. In Begleitung des Helferkreises Asyl waren sie am Vormittag aus Schongau angereist, um ein paar erholsame Stunden beim Baden am Haslacher See zu verbingen. Knapp 30 Grad Lufttemperatur und über 20 Grad im Wasser – da konnte man es gut aushalten.

Kurz vor 15 Uhr passierte dann das Unglück. Der 21-jährige Robel paddelte mit einem Surfbrett auf den See hinaus, obwohl er gar nicht gut schwimmen konnte. Als er dann etwa 30 Meter vom Ufer entfernt vom Surfbrett runterfiel, wurde ihm dies zum Verhängnis. Er ging unter und tauchte nicht mehr auf.

Badegäste, die das Abtauchen des Asylbewerbers zufällig beobachtet hatten, schlugen sofort Alarm. Wasserwacht und Feuerwehr wurden alarmiert, ebenso Notarzt und Sanitäter. Eine ganze Rettungsmaschinerie rollte an. Aus allen Richtungen kamen die Wasserwachtler im Eiltempo an den Unglücksort. Einsatzleiter war Daniel Kodisch von der Schongauer Wasserwacht. Ein halbes Dutzend Taucher machte sich fertig und begab sich in den Haslacher See. Doch in dem verschlammten und veralgten Gewässer hatten sie so gut wie keine Sicht. Deshalb kamen Sonargeräte zum Einsatz, mit denen der vermisste Badegast aufgespürt werden sollte. Die Suche in dem trüben Wasser zog sich hin. Die Abläufe des Sees wurden kontrolliert.

Betroffen verfolgten die vielen Badegäste vom Ufer den Einsatz der Wasserwacht. Regelrecht geschockt waren die anderen Asylbewerber, die lange um das Leben von Robel bangten, schließlich die Hoffnung dann aber doch aufgeben mussten.

Tödlicher Badeunfall am Haslacher See - Bilder

Michael Gretschmann

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