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Ein Interessent – angeblich aus Schongau – möchte den Lechwirt erweitern.

Verjüngungskur für Traditionsgaststätte geplant

Lechwirt soll verkauft werden

Schongau - Der Schongauer Lechwirt soll verkauft werden, jedoch Gaststätte bleiben. Wie Besitzer Simpert Hafenmeier jun. bestätigt, befindet er sich derzeit in Verhandlungen mit einem Interessenten, der das Da Pina samt Biergarten auf Vordermann bringen möchte. Wirtin Pina Nofi will das Lokal unbedingt weiterführen.

„Ich bin einfach kein Gastronom und freue mich, wenn jemand den Lechwirt wieder in Schwung bringt.“ So erläutert der Schongauer Simpert Hafenmeier jun. seine Beweggründe, die Gaststätte in der Lechvorstadt zu verkaufen. Ein – nach Informationen der Heimatzeitung – Schongauer Interessent sei an ihn herangetreten, der das Gebäude an der Lechbrücke komplett sanieren, erweitern und sowohl die Gastwirtschaft als auch die Fremdenzimmer und den Biergarten auf Vordermann bringen möchte. Derzeit befinde man sich noch in Gesprächen, wenn Voraussetzungen und Details wie Umbaukosten und Finanzierung geklärt seien und man sich einig werde, könne es jedoch mit einem Notartermin relativ schnell gehen.

Derzeit ist die Traditionsgaststätte Da Pina an Spaten-Franziskaner-Bräu München verpachtet. Alles andere als begeistert über die Nachricht eines möglichen Verkaufs ist natürlich Wirtin Pina Nofi, die mit ihrem Mann Ugo seit acht Jahren den Lechwirt als italienische Trattoria und Pizzeria betreibt. Selbst seit 41 Jahren in der Gastronomie – in Schongau unter anderem Ballenhaus und Dolomiti in Schongau-West –, steht ein Ruhestand noch nicht auf dem Plan. „Ich würde gerne weitermachen und meine Gäste weiter verwöhnen, ich bin einfach keine Sofa-Frau, und es ist noch keine Zeit für die Rente“, sagt die 60-Jährige. Über Näheres ist sie derzeit noch nicht informiert.

Sollte es zu einem Verkauf kommen, würden bestehende Verträge zwischen Spaten-Franziskaner und der Familie Nofi übergangsweise weiterlaufen, so die Auskunft Hafenmeiers hierzu. Derzeit würden aber auch Gespräche mit dem Münchener Pächter und dem möglichen neuen Besitzer geführt.

Können die derzeitigen Ideen des Interessenten verwirklicht werden, soll der Lechwirt nicht nur eine Verjüngungskur erfahren, sondern auch deutlich größer werden, wie Eigentümer Hafenmeier verrät. Der Schongauer hatte vor einigen Jahren nicht nur das Gebäude Lechvorstadt 2, sondern auch die Hausnummer 4 erworben. Zwar hatte der Vorbesitzer, die Schongauer Firma UPM, im Jahr 2010 die Bauvoranfrage gestellt, das Rückgebäude des Lechwirts abzureißen zu dürfen, doch die Pläne für einen kompletten Neubau von Lechvorstadt 4 mit elf Wohneinheiten samt Tiefgarage bleiben eventuell in der Schublade liegen. „Das Gebäude gibt noch viel mehr her“, so Hafenmeier. Wenn der Interessent den Lechwirt erwirbt, soll der Gaststätte gleichzeitig die Hälfte des Nachbargrundstücks zugeschlagen werden. „Das Gebäude Lechvorstadt 4 würde hierzu geteilt“, so Hafenmeier, sodass das Grundstück dann etwa 1000 Quadratmeter umfassen würde. Für das andere Gebäude (dann noch 800 bis 900 Quadratmeter) habe er hingegen derzeit keine Pläne für eine neue Bebauung. „Das wird sich noch die nächsten Jahre hinziehen.“

Erstmals in Unterlagen der Stadt Schongau genannt ist unter dem Stichwort Lechwirt ein Johann Jakob Wagner, der am 16. Januar 1756, also vor genau 260 Jahren, das Braumeisterrecht erhielt. Zwischen 1762 und 1783 sind die sogenannten Brauchergerechtsame „Zum Hirschen“ (Marienplatz 3) wohl auf die Hausnummer 291 übertragen worden, die das Gebäude Lechvorstadt 2 damals trug. Besitzer war damals Pflegjäger Egidi Heiß, aus dem Bierwirt beim Jäger wird kurz darauf der Lechwirt. Im Jahr 1863 erfolgte laut den Unterlagen eine erste Erweiterung, ein Schlachthaus und der Bierausschank – dieser stammt wohl aus der Schloßbrauerei Planegg – kamen zwischen 1887 und 1889 hinzu.

Elke Robert

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