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Ein Bild des verunglückten Tim Kalisch war auf einem Tisch vor dem Basilika-Altar aufgestellt.

Trauerfeier für verunglückten Fallschirmspringer in Altenstadt

Soldaten gedenken Tim Kalisch

Bei einem bewegenden Gedenkgottesdienst in der Altenstadter Basilika haben Soldaten des Ausbildungsstützpunktes Luftlande und Lufttransport sowie des Ausbildungsbataillons 3 von dem bei einem Fallschirmsprung in Wiener Neustadt tödlich verunglückten Tim Kalisch Abschied genommen. Der 34-jährige Hauptfeldwebel wird am 24. Juli mit militärischem Geleit in Leipzig beigesetzt.

Altenstadt – „Wir als Soldaten sind darin vereint, dass wir geschworen haben, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des Deutschen Volkes tapfer zu verteidigen. Ich verneige mich vor der Art und Weise, mit der unser Kamerad treu und tapfer seine Aufgabe bis zum letzten Tag erfüllt hat.“ Das sagte Oberstleutnant Christian Schoebel bei seiner Abschiedsrede am Altar der Altenstadter Basilika.

Der Leiter des Stützpunktes in Altenstadt ließ den militärischen Werdegang des Hauptfeldwebels Revue passieren: Der in Zwenkau bei Leipzig geborene Tim Kalisch ist 2003 in die Bundeswehr eingetreten. Seine erste Dienststelle war das Gebirgsjägerbataillon 571 in Schneeberg. Vor vier Jahren wurde Kalisch als Fallschirmfeldwebel nach Altenstadt versetzt. Der 34-Jährige nahm an drei Einsätzen in Afghanistan teil und erhielt dafür die Einsatzmedaille ISAF.

Oberstleutnant Christian Schoebel.

In seiner Funktion als Ausbilder in der Freifallausbildung war Kalisch im Rahmen einer Ausbildungsunterstützung österreichischer Spezialkräfte bei einem militärischen Fallschirmsprung in Wiener Neustadt tödlich verunglückt. Als letzter Springer hatte er das Luftfahrzeug verlassen und öffnete seinen Fallschirm ohne Probleme. Beim Landeanflug auf einem Sportplatz prallte er jedoch mit hoher Geschwindigkeit auf den Boden auf und verstarb trotz rascher intensiver medizinischer Hilfe noch an Ort und Stelle.

„Es erscheint mit fast wie eine bittere Ironie des Schicksals, dass Hauptfeldwebel Kalisch schon in wenigen Tagen nach Deutschland hätte zurückkehren sollen,“ sagte Schoebel. Was genau am 5. Juli geschehen ist, wurde akribisch untersucht und analysiert. „Die Antwort zu diesem tragischen Unfall wird aber vermutlich immer unbefriedigend bleiben“, ergänzte der Vorgesetzte des Verunglückten.

Zahlreiche Kameraden und Weggefährten waren zu der bewegenden Trauerfeier in die Altenstadter Basilika gekommen.

Militärpfarrer Stefan Bauhofer sagte in seiner Ansprache: „Im Angesicht des Todes machen sich Spekulationen breit, was wäre, wenn er nicht nach Wiener Neustadt gekommen wäre?“ Da gäbe es bohrende Fragen. Der Soldatenseelsorger schätzte den Humor und die gesunden Sprüche von Kalisch, „mit denen er immer wieder seine Kameraden erheitert hat“. Bauhofer ist sicher, „wir werden den Verstorbenen wiedersehen in einer anderen Welt“. Alle sollten dafür beten, dass Gott Tim Kalisch aufnimmt in seine Herrlichkeit.

Unter den zivilen Trauergästen der bewegenden Feier waren auch Altenstadts Bürgermeister Albert Hadersbeck und sein Stellvertreter Sepp Reich. Ulrike Kagermeier-Cesak und Astrid Helwig haben mit Orgel und Violine die Trauerfeier musikalisch begleitet. Am Ende des Trauergottesdienstes sang Kagermeier-Cesak das Lied „Amazing Grace“, das in der deutschen Sprache mit „Erstaunliche Gnade“ übersetzt ist. Gemeinsam sangen die Soldaten das Lied aus dem Gotteslob „Wir sind nur Gast auf Erden und wandern ohne Ruh“.

Walter Kindlmann

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