Zu zwei Jahren Haft verurteilt

Trickbetrüger wollte mit Beute Babynahrung kaufen

Schongau - Ein Trickbetrüger, der landauf, landab verschiedene Discounter um erschlichene Waren zum Zurückgeben betrogen hat, muss für zwei Jahre ins Gefängnis. Sein angebliches Motiv ist kurios.

In der Berufung am Landgericht München II konnte der Mann jetzt seine Haftstrafe aus erster Instanz um 14 Monate auf zwei Jahre reduzieren. Dem Baden-Württemberger drohen allerdings noch weitere Verurteilungen in anderen Städten. Möglicherweise muss der Vater eines Sohnes die nächsten acht Jahre hinter Gittern verbringen.

Immer wieder hatte der gescheiterte Koch betrogen und gestohlen. Zwölf Eintragungen verzeichnete das Bundeszentralregister. „Hat ein Gericht schon einmal über die Verhängung der Sicherungsverwahrung nachgedacht?“, fragte die vorsitzende Richterin Regina Holstein. „Ich bin doch kein Mörder“, erwiderte der 33-Jährige empört. Stattdessen hatte er sich unter anderem in Schongau, Peiting und Peißenberg listig Matratzen und Nähmaschinen geschnappt, sie über den Eingangsbereich zu den Kassen geschleppt und sie zurückgegeben. Mitunter benötigte er noch nicht einmal einen Preiszettel oder er suchte im Verkaufsraum bzw. auf dem Parkplatz davor nach einem entsprechenden Kaufnachweis. Als er auffiel, wurde er sofort verhaftet und in Verwahrung genommen. Mittlerweile sitzt er in einer anderen Sache eine längere Haftstrafe ab.

Mit dem Erlös der erschwindelten Produkte kaufte er angeblich Babynahrung. Zwischen all den Haftstrafen war es ihm nämlich auch noch gelungen, einen Sohn zu zeugen. Der Bub sei ein Wunschkind, betonte er. „Und wer kümmert sich jetzt um das Wunschkind?“, erkundigte sich die Richterin, die dem Frieden nicht so ganz trauen wollte. „Meine Eltern“, erwiderte der Angeklagte. „Meine Eltern und meine Ex-Lebensgefährtin“, fügte er noch hinzu. Da könne die Ausrede mit der Babynahrung ja nicht so stimmen, hielt die Richterin noch während der Verhandlung dagegen. Die Eltern hätten das Kind ja wohl kaum verhungern lassen. Der Angeklagte zuckte kaum merklich mit den Schultern, räumte aber ein, mit dem Geld auch seinen etwas zu aufwendigen Lebensunterhalt bestritten zu haben. Künftig aber will er seinem Kleinen ein gutes Vorbild sein. Wenn er wieder aus dem Gefängnis kommt.

Angela Walser

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Kommentare