+
Die Vertriebenkapelle auf dem Kalvarienberg in Peiting ist ein Symbol für die Sudetendeutschen.

Petr Necas auf Bayern-Besuch

Tschechischer Präsident besucht Peiting nicht

Peiting - Wenn Tschechiens Regierungschef Petr Necas zum Bayern-Besuch in München eintrifft, würde dem Kreisvorsitzenden der Sudetendeutschen Landmannschaft auch ein Abstecher zur Vertriebenenkapelle auf dem Kalvarienberg gefallen. Doch der fällt aus - vorerst zumindest.

Stifter würde in einem solchen Besuch „ein wichtiges Zeichen“ sehen. „Es wäre eine 180 Grad-Kehrtwendung und für uns als Vertriebene nicht zuletzt vor dem Hintergrund wichtig, dass derzeit ein Marienweg nach Maria Kulm entsteht, der nächstes Jahr fertig sein soll.“ Den Peiting-Besuch hatten die Bezirksoberleute der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Johann Slezak (Oberbayern) und Felix Vogt-Gruber (Schwaben), in einem Brief an den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer angeregt.

Bis gestern lag noch keine Antwort aus dem Maximilianeum vor. Fakt ist jedoch, dass die gewünschte Stippvisite diesmal nicht möglich sein wird. Soviel konnte zumindest der Sprecher der Staatskanzlei, Rainer Riedl, gestern auf Anfrage berichten. Riedl versprach aber, „dass der Brief in jedem Fall beantwortet wird“. Aus organisatorischen und zeitlichen Gründen sei das Programm zum Besuch von Necas ausschließlich auf München und das nahe Umfeld (Dachau und Oberpfaffenhofen) beschränkt. Zu den offiziellen Programmpunkten, so Riedl weiter, seien aber Vertreter der Sudetendeutschen eingeladen. Über künftige Besuchsinhalte wollte er nicht spekulieren, wies aber daraufhin, dass das Thema Sudetendeutsche bei Besuchen von hohen tschechischen Regierungsvertretern immer eine besondere Rolle spiele.

Im Brief an den bayerischen Ministerpräsidenten hatten Slezak und Vogt-Gruber darauf verwiesen, dass beim Besuch von Necas „ein gewichtiger Punkt vergessen wurde - der Besuch der Delegation an einem Denkmal der Opfer der Vertreibungen“.

Und weiter: „Wir könnten uns die Vertriebenkapelle in Peiting vorstellen, wo dezidiert der Millionen Toten der Vertreibungen und explizit der 275 000 sudetendeutschen Opfer gedacht wird. Diese Opfer waren genauso unschuldig wie die tschechischen Opfer.“ Später heißt es dann noch, „dass wir davon ausgehen, dass der mit hohen Ehren zu empfangende tschechische Ministerpräsident gute Botschaft für „Bayerns vierten Stamm“ im Reisegepäck habe, zumindest die Aufhebung des Straffreistellungsgesetzes, was ohnehin keine Konsequenzen für Tschechien hätte“.

Derweil haben die Sudetendeutschen anlässlich des Besuchs Mahnwachen geplant. Diese sind heute zwischen 13.45 Uhr und 14.45 Uhr am Hofgarten vorm Prinz-Karl-Palais, zwischen 18 und 19 Uhr am CZ-Zentrum in der Prinzregentenstraße und zwischen 19 und 21 Uhr vor der Residenz geplant. Am morgigen Donnerstag ist eine weitere Mahnwache zwischen 10.30 Uhr und 12 Uhr in Weßling in der Münchner Straße 20 geplant. Auch Gustav Stifter wird dazu nach München fahren.

Stephan Penning

Auch interessant

<center>Bayerisch Kochen für Freunde</center>

Bayerisch Kochen für Freunde

Bayerisch Kochen für Freunde
<center>Was koch´ ich heute? Die Lieblingsrezepte der Bayern</center>

Was koch´ ich heute? Die Lieblingsrezepte der Bayern

Was koch´ ich heute? Die Lieblingsrezepte der Bayern
<center>Brotzeit-Brettl "Spatzl"</center>

Brotzeit-Brettl "Spatzl"

Brotzeit-Brettl "Spatzl"
<center>Schmuckset "Himmelsscheibe von Nebra"</center>

Schmuckset "Himmelsscheibe von Nebra"

Schmuckset "Himmelsscheibe von Nebra"

Meistgelesene Artikel

Schloßbergler-Tracht beeindruckt den Bundespräsidenten
„Ich habe mich sehr geehrt gefühlt“, sagt Kornelia Funke nach ihrem Treffen mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Mittwoch in München. Zusammen mit rund 300 …
Schloßbergler-Tracht beeindruckt den Bundespräsidenten
Wo im Schongauer Land Maibäume aufgestellt werden
Der 1. Mai ist ein großer Tag für viele Vereine und Freunde des bayerischen Brauchtums, denn in einigen Gemeinden wird ein neuer Maibaum aufgestellt. Was wo im …
Wo im Schongauer Land Maibäume aufgestellt werden
Kindesmissbrauch in 78 Fällen: Landwirt verurteilt
Wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in 78 Fällen ist ein 62-Jähriger aus einem Dorf im Landkreis Weilheim-Schongau vom Amtsgericht Weilheim zu einer Haftstrafe von …
Kindesmissbrauch in 78 Fällen: Landwirt verurteilt
Maifeuer, Theater, Musik und ein Goggo-Frühschoppen
Ein langes Wochenende steht bevor, der Mai beginnt. Und im Schongauer Land wird der Wonnemonat mit tollen Konzerten und Veranstaltungen eingeläutet.
Maifeuer, Theater, Musik und ein Goggo-Frühschoppen

Kommentare