Am Tag nach dem Brand blieb nur noch ein Gerippe übrig. Mittlerweile wurde der Stadel abgerissen. Foto: Zillenbiehler

TSV-Stadel wird neu gebaut

Bernbeuren - Der TSV-Stadel in Bernbeuren soll zügig wieder aufgebaut werden, eventuell sogar etwas größer. Der Gesamtschaden ist deutlich höher als angenommen.

Den Schaden übernimmt die Versicherung, Mehrkosten müssen über Eigenleistungen der Vereine finanziert werden. Der Gesamtschaden beträgt rund 60 000 Euro mehr als angenommen, also rund 140 000 Euro. Diese Schadenshöhe nennt Bürgermeister Martin Hinterbrandner aufgrund der bisherigen Schätzungen. Nach dem Stadelbrand in der Nacht auf Freitag in der vergangenen Woche hatte die Kripo Weilheim den Schaden auf rund 80 000 Euro beziffert. Dies sei vielleicht der Betrag für den Stadel alleine, so die Einschätzung Hinterbrandners. Er geht jedoch davon aus, dass noch einmal rund 60 000 Euro Inventarschaden hinzukommt.

Wegen des Winters war der hauptsächlich von den Fußballern des TSV Bernbeuren genutzte Stadel komplett eingeräumt: Ein Mähwerk und der Gras-Sammler für die Sportplatzpflege fielen den Flammen ebenfalls zum Opfer wie eine Walze für den Tennisplatz und der Anhänger des Musikvereins. Damit nicht genug: Die Fußballer haben kein einziges Tor mehr, fast alle Bälle zerfielen zu Staub und Asche, kein Pylon für das Training blieb heil. Das summiert sich.

Dass der TSV-Stadel wieder aufgebaut wird, stand in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates außer Frage, die Räte mussten jedoch die Grundsatzentscheidung fällen, wie dieser künftig dimensioniert wird. Klare Ansage: Größer als bisher, aber die Mehrkosten in Eigenleistung erbringen. Schon bis zur nächsten Sitzung am 24. März soll der Plan so weit im Detail stehen, dass die Gemeinde quasi an sich selbst den Bauantrag stellen kann. Für die Versicherung müssen nun so rasch wie möglich Angebote eingeholt werden, was die Wiederherstellung voraussichtlich kostet.

Ebenfalls vollständig zerstört wurde die gemeindeeigene PV-Anlage, die den Großteil des Stadel-Daches bedeckte. Auch diese soll so rasch wie möglich wieder installiert werden. Zwar deckt die Versicherung die Betriebsunterbrechung ab, dieser Betrag liegt jedoch unter der Einspeisevergütung, sodass der Gemeinde letztlich doch wieder finanzielle Einbußen entstehen.

Möglichst kurzfristig wieder aufgebaut werden soll die Stromversorgung für den anstehenden Fußballbetrieb. Zwar hat die Erste Mannschaft Glück, dass zum Saisonstart gleich einmal zwei Auswärtsspiele anstehen und vor dem Karsamstag kein Punktspiel zuhause ausgetragen wird, aber das Training soll so rasch wie möglich reibungslos ablaufen können, wofür man nicht nur neue Tore und Bälle, sondern eben auch Flutlicht benötigt. „Der Trainingsbetrieb soll so wenig wie wie möglich beeinträchtigt sein“, so die Devise von Hinterbrandner, was übrigens für alle Mannschaften des TSV gelte - schließlich sind quer durch die Altersklassen alle betroffen. Die Flutlichtanlage könne möglicherweise erst einmal über einen Baustromkasten betrieben werden.

Einen ersten Entwurf für einen neuen Stadel hatte der Rathauschef bereits dabei, den dann Vizebürgermeister Markus Socher gemeinsam mit dem TSV-Vorsitzenden Joachim Meier erläuterte. Am Samstag hatte man sich zur Bestandsaufnahme getroffen. Um alle Gerätschaften inklusive Skidoo unterbringen zu können, wird eine Tiefe von rund 10 Metern (inklusive Überdachung) und eine Breite von knapp 20 Metern benötigt. Das Dach soll als Stauraum mitgenutzt werden, ein Lager und ein Bereich für die Getränkeausgabe sind ebenfalls eingeplant. Auch an der Einfahrtshöhe wird geschraubt - nicht nur, damit das Rangieren mit dem Papiercontainer künftig kein Millimeterspiel mehr ist. „Es gibt einen genehmigten Plan mit einer Verbreiterung von 4 Metern“, erinnerte Alois Suiter. Dieser hatte vor zwei Jahren aus finanziellen Gründen nicht umgesetzt werden können. Auch wenn man gerade erst die Umkleiden fertiggemacht habe, „an der entsprechenden Eigenleistung wird es bestimmt nicht scheitern“, betonte der TSV-Vorsitzender. Das Gebäude sei zwar von den Fußballern, werden aber allgemein als „unser Stadel“ bezeichnet, die Identifikation ist also groß. Und der AMC will sich wohl ebenfalls mit einbringen: Der Automobil- und Motorsportclub sucht nämlich händeringend nach einem Platz für seinen Hänger.

Was bisher noch nicht geklärt ist, ist die Brandursache: Die Kripo konnte nach Angaben Hinterbrandners weder einen technischen Defekt noch Fremdeinwirkung, sprich Brandstiftung ausschließen. Das Feuer entstand wohl beim Sicherungskasten, Spuren eines Brandbeschleunigers wurden aber nicht gefunden. Hinterbrandner glaubt ohnehin lieber an einen Kurzschluss: „Für mich gibt es keinen Anhaltspunkt für eine Brandstiftung.“

Elke Robert

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