Die Berufsschulturnhalle ist für die Unterbringung von 150 Asylbewerbern eingerichtet. Am kommenden Donnerstag sollen etwa 40 dort eintreffen und ein Dach über dem Kopf erhalten. foto: tobias fuhrmann

Am Donnerstag kommen die ersten 40

Turnhalle bereit für  Asylbewerber

Schongau - Stockbetten und Spinde sind angeliefert, Matratzen und Bettzeug auch: In der Schongauer Berufsschulturnhalle laufen die Vorbereitungen derzeit auf Hochtouren, denn: Am Donnerstag sollen dort erst einmal rund 40 Asylbewerber eintreffen.

Sylvia Buchner hat in diesen Tagen nicht nur alle Hände voll zu tun. Die Mitarbeiterin der Liegenschaftsverwaltung im Landratsamt muss auch organisatorisch eine Menge bewältigen, denn bis Donnerstag soll Schongaus Berufsschulturnhalle bezugsfertig sein.

Und es sieht gut aus. Die wichtigsten Utensilien sind da. 75 Stockbetten, die dazu gehörigen Spinde und das Bettzeug – Platz wäre also für bis zu 150 Asylbewerber. Nach der Berufsschule Weilheim, die Anfang Juni eingerichtet wurde, und der Josef Boos-Turnhalle in Penzberg (Ende Juni, Erstaufnahme der Regierung) ist nun Schongau dran. Ob es die vorerst letzte Einrichtung ist, weiß Buchner nicht. „Das kann zur Zeit niemand sagen, hängt ganz vom weiteren Flüchtlingsstrom ab.“ Aber sie ist nicht allein an den Lech gekommen. Mit dabei ist auch Waltraud Lampl von der Ausländerbehörde, die am Donnerstag als Bezirksbetreuerin für das Wohl der ausländischen Gäste verantwortlich sein wird.

Sie übernimmt die Aufnahme, gibt Essen aus und Krankenscheine und kümmert sich auch um alle anderen Belange der Asylbewerber. Mit ihr sind auch Landratsamts-Hausmeister Johannes Bäuml und der Peitinger Christoph Paliczka, der eine externe Hausmeister-Firma betreibt, vor Ort. Und weitere Helfer, die Hand anlegen, wo es nötig ist. Schließlich sollen es die neuen Gäste möglichst gut haben, sich wohlfühlen. Nachdem die Turnhalle eingerichtet ist, übernimmt Helmut Hartl, seines Zeichens Sachgebietsleiter Asyl.

Ob es ethnische Trennungen geben wird? Sylvia Buchner hält das angesichts der Menge von Asylbewerbern, die auf den Landkreis zukommen, für schwer machbar, hat aber in Penzberg bereits gute Erfahrungen gemacht. „Da hat es überhaupt keine Probleme gegeben, obwohl dort Asylbewerber aus 17 verschiedenen Ländern untergebracht sind.“ Besonders stolz ist sie darauf, „dass es uns gelungen ist, ehemalige Asylbewerber zu motivieren, die Neuankömmlinge mit zu begrüßen und ihnen das ein oder andere zu erklären“. Trotzdem bemüht sich Lampl darum, „dass wir in Schongau möglichst nur Asylbewerber aus einem Land bekommen. Das ist einfacher“, sagt sie.

Großen Wert hat man auch auf Sicherheitsauflagen gelegt. In Abstimmung mit Kreisbrandrat Rüdiger Sobotta wurden extra zwei Brandschutztüren eingebaut. Und auch ein Sicherheitsdienst wurde bereits beauftragt, der ein wachsames Auge auf das Gelände haben wird. Man weiß ja nie.

Als Männer des Münchner Unternehmens dieser Tage nachts das Gelände zu Erkundungszwecken abliefen, ist das einem aufmerksamen Schongauer auch gleich aufgefallen. Und, sensibilisiert durch die Anschläge auf Asylbewerberheime in der jüngeren Vergangenheit, hat er auch gleich die Polizei alarmiert, weil ihm die durch die Nacht schleichenden Security-Mitarbeiter verdächtig vorkamen. Ein gutes Zeichen allemal, zeigt es doch, dass man in Schongau wachsam ist.

Stephan Penning

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