Ulrichsritt in Steingaden

Steingaden - Strahlender Sonnenschein sorgte gestern vor der traumhaften Kulisse der Trauchberge wieder für ideale Voraussetzungen beim traditionellen Ulrichsritt. Über 800 Gläubige aus nah und fern feierten den Gottesdienst mit.

„Die Herzensbildung eines Menschen erkennt man daran, wie er mit seinen Tieren umgeht.“ An die Worte des Bischofs Wolfgang erinnerte Pfarrer Günther Bäurle, als der prächtige Reiterzug auf dem Kreuzberg ankam. Dass die Bauern im Pfaffenwinkel trotz Technisierung noch an den Kaltblütern und Haflingern festhalten, war hier einmal mehr zu spüren. Vorstand August Sieber freute besonders, dass sich viele Jugendliche mit engagieren und dafür sorgen, dass die Pferdewallfahrt zu Ehren des Heiligen Ulrich weitergetragen wird.

Trotz starken Regens am Vortag waren die Bauern schon früh am Morgen aufgestanden und hatten den Blumenschmuck in die Mähnen und Schweife ihrer Pferde - heuer waren es 105 - geflochten. Da hatte auch Johann Sieber seine Freude daran. Über Jahrzente hinweg „der gute Geist auf dem Kreuzberg“ nahm der 87-jährige Ehrenbürger Steingadens diesmal Platz in der Ehrenkutsche von Karl Schmerold. Neben ihm und Bürgermeister Xaver Wörle saßen diesmal darin auch der ehemalige Gemeindeleiter Fritz Schütz und Peitings Altbürgermeister Klement Sesar.

Von den weiblichen Teilnehmern ritten diesmal viele erstmals im schwarzen Reitrock mit. Man sah aber auch fesche „Madln“ in der Lederhosen. So behielt auch Elisabeth Gruber, die einmal mehr vierspännig den Musikantenwagen zog, die Hose an. Weils auf dem Kutschbock einfach praktischer ist.

Pfarrer Günther Bäurle, der selbst im kostbaren Rauchmantel aus der Klosterzeit an der Spitze der Pferdeprozession mitritt, stellte in seiner Predigt das Leben des Heiligen Ulrich heraus. Von Gott berufen bemühte sich Ulrich als Mann des Gebets um den Frieden. Er schöpfte seine Kraft aus dem gelebten Glauben. „Schauen wir auf ihn und lassen auch wir uns von Gott rufen,“ ermunterte der Geistliche die zahlreichen Gläubigen aus nah und fern. „Lassen wir uns rufen in den Dienst der Familie, der Arbeit und der Pfarrgemeinde.“ So konnten viele der Besucher wieder Kraft aus der Messe für ihr Leben im Alltag schöpfen.

Die Musikkapelle Steingaden, dirigiert von Georg Müller vom Hiebler, sorgte einmal mehr für eine feierliche Umrahmung des Festes. Nach der Totenehrung und der Segnung von Ross und Reiter ritten die Wallfahrer der Tradition entsprechend dreimal um das Pestkirchlein auf dem grünen Hügel über dem Biberschwöller See. Als es um die Mittagsstunde wieder talwärts ins Herz des ehemaligen Klosterdorfes zurückging, waren alle Teilnehmer seelisch gestärkt.

hg

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