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Drei Mal ritten die Teilnehmer des Ulrichsritts um die Kreuzbergkirche.

Ulrichsritt in Steingaden

„Da geht einem das Herz auf“

Steingaden - Der Kreuzberg bei Steingaden bot am gestrigen Sonntag beim traditionellen Ulrichsritt wieder ein großartiges Zeugnis tief verwurzelten Glaubens im Pfaffenwinkel. Über 500 Gläubige aus nah und fern feierten den Gottesdienst mit.

„Es ist immer wieder ein Erlebnis, vom Welfenmünster mit der Pferdewallfahrt durch die einmalige Landschaft hier heraufzuziehen.“ Pater Petrus Adrian Lerchenmüller, der heuer in der Ehrenkutsche von Karl Schmerold zusammen mit Landrätin Andrea Jochner-Weiß und Bürgermeister Xaver Wörle saß, erinnerte die Gläubigen daran, dass „uns Gott hier überaus reich beschenkt hat“. Nicht nur die Bauern und ihre Helfer, welche die 89 Rösser sauber geschmückt haben, wurden durch den strahlenden Sonnenschein belohnt.

So gingen viele von Steingaden aus zu Fuß auf den Kreuzberg, und der Schongauer Paul Prokosch ließ es sich bei diesem Wetter nicht nehmen, als Radpilger zu kommen. Frohen Herzens sangen alle kräftig das „Erde singe, dass es klinge“ mit.

Vorstand Augustin Sieber erinnerte daran, dass die Prozession 1564 in der Notzeit entstanden ist und der starke Glaube die Menschen durch alle Generationen getragen habe. Beim Fest des Heiligen Ulrich könnten immer wieder Familien in schwierigen Lebensphasen Kraft schöpfen. Das weiß auch der frühere Pfarrer Günther Bäurle, der in seinem Ruhestand immer gern zu diesem Fest kommt: „Da geht einem das Herz auf.“ Auf ihre zahlreichen Helfer im Hintergrund bis zum Altardienst können sich die Ulrichsreiter stets verlassen. Der Musikantenwagen wurde heuer von Elisabeth Gruber aus Peiting und Martin Streif aus Steingädele gestellt. Erfreut konnten sich alle Gottesdienstbesucher vom Fortgang der Renovierung der Kreuzbergkirche überzeugen. So ist das Vorzeichen auf der Westseite bereits fertig gestellt und die bis zum Einbau des Gitters noch fehlenden Heiligenfiguren konnte man auf Bildern von Gerhard Klein betrachten.

Pater Petrus Adrian Lerchenmüller stellte in seiner Predigt die Legende vom Heiligen Ulrich in den Mittelpunkt, als dieser unerschrocken durchs reißende Hochwasser der Wertach ritt. Ulrichs Ritt gebe Mut, an eine gute Zukunft zu glauben. „Wir alle kennen solche Situationen, wo wir hilflos und ratlos dastehen, haben wir dennoch den Mut, das Unwägbare zu wagen,“ ermunterte der Geistliche die Gläubigen. „Nehmen wir Ulrich als Vorbild im Glauben, der dreifaltige Gott will, dass wir hoffnungsvoll durchs Leben gehen“. Für die feierliche Umrahmung des Festes sorgte die Musikkapelle Steingaden, dirigiert von Georg Müller vom Hiebler. Nach der Segnung von Ross und Reiter ritten die Wallfahrer der alten Tradition entsprechend dreimal um das Pestkirchlein.

Gerhard Heiß

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