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Bei länger anhaltendem Husten könnte es sich um Keuchhusten handeln – ein Artztbesuch ist wegen der Ansteckungsgefahr dringend erforderlich.

Gesundheitsamt Weilheim alarmiert

Ungewöhnliche Keuchhusten-Häufung

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Weilheim-Schongau - Das Gesundheitsamt Weilheim rät allen Bürgern, den Impfschutz gegen Keuchhusten überprüfen zu lassen. Denn es gibt eine auffällige Häufung: „Allein im September wurden bisher 18 Fälle bestätigt“, sagt Gesundheitsamts-Leiter Dr. Karl Breu.

Eine derartige Häufung von Keuchhusten-Fällen hat das Gesundheitsamt lange nicht mehr erlebt. Allein am Dienstag wurden von niedergelassenen Ärzten drei Fälle bestätigt, gestern waren es weitere zwei. Was auffällt: „Nur zwei Fälle kommen aus Weilheim, der Rest aus der Region Schongau“, sagt Gesundheitsamts-Leiter Breu. Und zwar weit gestreut: Vor allem Bernbeuren, aber auch Schwabsoien, Steingaden und Peiting. „In den vergangenen Jahren waren es nie so viele“, sagt Breu. 2014 gab es zwar auch 18 Fälle, aber im ganzen Jahr, 2013 waren es nur vier – heuer sind es bereits 32.

Die meisten Bürger dürften bei Keuchhusten (Pertussis) an eine Kinderkrankheit denken. Tatsächlich waren früher häufig nur Säuglinge und Kleinkinder betroffen, sagt Dr. Stefan Günther, im Ge-sundheitsamt für Fragen des Infektionsschutzes zuständig. Doch zuletzt habe sich das Erkrankungsalter zunehmend in das Jugend- und Erwachsenenalter verschoben.

„Keuchhusten ist nicht harmlos“, sagte Breu. Es ist eine hoch ansteckende bakterielle Erkrankung der Atemwege. Bellender, lang andauernder Husten kann dabei ein erster Hinweis sein. Häufig tritt der Husten nachts verstärkt auf und ist begleitet von einer erschwerten, pfeifenden Einatmung nach dem Hustenstoß. „Ohne geeignete Therapie kann die Erkrankung über mehrere Wochen ansteckend sein“, warnt Breu. Gefährlichste Komplikation kann ein Atemstillstand sein, der nach einem Hustenanfall auftritt. Aber auch Begleitinfektionen wie Lungenentzündungen oder Mittelohrentzündungen können das geschwächte Immunsystem vor große Herausforderungen stellen.

„Der beste Schutz gegen Keuchhusten ist eine vollständige Grundimmunisierung durch die Impfung“, sagt Breu. Geimpft werden können Säuglinge bereits ab dem zweiten Lebensmonat. Vor Schulbeginn folgt eine Auffrischungsimpfung, den laut Breu 95 Prozent haben. Viel, aber nicht perfekt. Zumal auch im Jugendalter zwischen neun und 17 Jahren und noch einmal im Erwachsenenalter eine weitere Auffrischungsimpfung erfolgen sollte. „Die werden oft vergessen, sind aber genauso wichtig“, weiß Breu. Gerade wenn Säuglinge und Kleinkinder im Haushalt leben, sollten alle Familienangehörigen über einen sicheren Impfschutz verfügen, „weil die Keuchhustenerkrankung bei Neugeborenen lebensbedrohlich verlaufen kann“. Wer eine Grundimpfung hat, erkrankt in der Regel leichter, kann den Keuchhusten aber übertragen.

Wer einen länger anhaltenden Husten hat, sollte – wegen der Ansteckungsgefahr am besten nach Anmeldung – einen Arzt aufsuchen. hat sich die Keuchhusten-Diagnosebestätigt, wird Antibiotika gegeben. „Wir haben mittlerweile alle Ärzte angeschrieben und über die Häufung der Fälle informiert, damit es nicht zu weiteren Ansteckungen kommt“, so Breu. Außerdem wurde die Attestpflicht eingeführt: Wer an Keuchhusten erkrankt war, darf erst wieder in Arbeit, Schule oder Kindergarten gehen, wenn ein Arzt bestätigt hat, dass keine Ansteckungsgefahr mehr besteht.

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