„Unser Dorf hat Zukunft“

Silbermedaille! Böbing feiert

Böbing - „Wir haben über den Wettbewerb in den vier Jahren so viel gewonnen und können wahnsinnig stolz auf uns sein“, sprudelte es gegen 16 Uhr aus Böbings Bürgermeister Peter Erhard heraus.

„Ich kann den vielen Helfern nur danken.“ Bei all der Freude fiel gar nicht ins Gewicht, dass Böbing beim Bundesentscheid „Unser Dorf hat Zukunft – unser Dorf soll schöner werden“ nur die Silbermedaille gewonnen hat.

Von Niedergeschlagenheit war gestern kurz nach 16 Uhr in Böbing keine Spur. Im Gegenteil: Vor dem Gemeindehaus hatten sich spontan rund 100 Einwohner versammelt, um die Entscheidung im Dorfwettbewerb mitzuerleben – und dann zu feiern, egal wie das Ergebnis ausfällt. Denn dass die Gemeinde auf dem langen und arbeitsreichen Weg über den Kreis-, Bezirks-, Landes- und Bundesentscheid gewachsen und näher zusammengerückt ist, war an den Gesichtern der Einwohner ablesbar und an der Atmosphäre spürbar.

Aus 2600 teilnehmenden Dörfern und Orte unter die letzten 24 zu kommen, das kann sich sehen lassen. „Danke, dass wir ein so tolles Böbing haben“, bilanzierte Rathauschef Erhard. Am Nachmittag hatte das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, unter dessen Dach der Wettbewerb stattfindet, das Ergebnis bekanntgegeben. Neun Orte, darunter die bayerischen Orte Mürsbach und Sommerach, sind mit Gold ausgezeichnet worden, acht Teilnehmer erhielten Silber-, sieben Bronzemedaillen. „Ich gratuliere allen Siegern zur Auszeichnung, aber vor allem natürlich auch zu den beeindruckenden Ideen, die sie in ihren Dörfern umgesetzt haben“, lässt in dieser Mitteilung Bundesministerin Ilse Aigner ausrichten. „Die vielen aktiven Menschen in den Dörfern sind das Herzstück des Wettbewerbs und die eigentlichen Gewinner.“

Der Böbinger Jugendvertreter Franz Hückl brachte es gestern vor dem Böbinger Gemeindeamt auf den Punkt: „Wenn man mit der Silbermedaille nicht zufrieden sein kann, dann weiß ich nicht, womit man sonst zu frieden sein kann.“ Sagte es und stieß mit den umliegenden Böbingern mit Sekt und Bier an, die eiligst herangeschafft wurden. Rückblick: Am 10. Juni hat die Wettbewerbs-Jury Böbing als ersten der 24 im Finale stehenden Orte besichtigt. „Dieser Tag war trotz des Regens von Euch toll gestaltet, ein Festtag für Böbing“, richtete Erhard gestern ein Lob an die anwesenden Böbinger. „Ich bin stolz auf Euch alle.“

Die Silbermedaille bezeichnet Erhard nicht als zweiten Platz, sondern als großen Gewinn für den ganzen Ort. „Sie zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“ Jetzt gelte es, das zu pflegen und noch auszubauen, was im Rahmen des Wettbewerbs im Ort geschaffen worden ist. Das sehen auch die Böbinger so: Erich Friedberger, der auch Mitglied im Organisationsteam ist, findet, dass der Ort enger zusammengewachsen ist: „Der Wettbewerb hat die Kameradschaft unter den Vereinen verbessert. Es war überhaupt eine tolle Zusammenarbeit und ein riesiger Zusammenhalt aller.“

Der weitere Fahrplan sieht vor, dass es vermutlich im Herbst als Dankeschön für alle Helfer ein großes Fest geben wird. Außerdem laufen jetzt schon die Planungen für das kommende Jahr: Denn am 24. Januar findet im Rahmen der Grünen Woche in Berlin die Siegerehrung des Dorfwettbewerbs statt: „Wir werden mit einer großen Mannschaft nach Berlin fahren“, kündigte der Bürgermeister gestern schon an. „Nehmt Euch dann alle ein paar Tage Urlaub, Berlin wird Böbing ein paar Tage aushalten und sicher nicht vergessen.“ So sprechen Sieger.

von Jochen Schröder

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