Unter falschem Vorwand

Bettelbanden klingeln sich durch Peiting Ost

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Peiting - Zwei verschiedene Frauen mit ein und derselben Lügen-Geschichte: Durch das Wohngebiet in Peiting Ost tingelten die Tage zwei Bettlerinnen. Steckt sogar noch mehr Dreistigkeit dahinter?

Immer wieder ziehen organisierte Bettlerbanden, zumeist aus Osteuropa, durch Deutschland. Die vergangenen Tage trieben sie in Peiting Ost ihr Unwesen. Laut Anwohner-Informationen tingelte bereits am Samstag eine ältere Frau von Haustüre zu Haustüre. Am Montag dann eine junge Mutter mit Baby auf dem Arm. Auffallenderweise bettelten beide Frauen mit der gleichen Geschichte: Sie würden seit Tagen am Peitinger Ostbahnhof übernachten, können sich kein Dach über dem Kopf leisten.

Julian Weninger vom Peitinger Ordnungsamt ging der Sache auf den Grund, suchte das Bahnhofsgelände ab. „Da war gar nichts zu sehen“, sagte er auf SN-Anfrage. Weder Zelt, Decken noch ein auffallendes Fahrzeug mit ausländischem Kennzeichen.

Polizeichef: "Schwierig, die Hintermänner der Frauen zu finden"

Daher geht auch Schongaus Polizeichef Herbert Kieweg von organisiertem Betteln aus. „Die setzen ihre Leute für eine halbe Stunde bis Stunde in einem Wohngebiet ab, sammeln sie wieder ein und fahren dann weiter. Es ist äußerst schwierig, die Hintermänner der Frauen zu finden“, sagt Kieweg. Seine Mitarbeiter haben in der Vergangenheit immer wieder solche Bettler kontrolliert. Angaben über deren Drahtzieher „machen die absolut keine.“

Dennoch rät Kieweg der Bevölkerung, Bettelfälle wie den in Peiting Ost der Polizei mitzuteilen. Schließlich haben Kontrollen durch Polizisten eine abschreckende Wirkung. Außerdem ist nicht auszuschließen, dass es beim Betteln alleine bleibt. Stichwort Wohnungseinbrüche.

Spionieren die Bettel-Frauen für Einbrecher aus?

Eine ganze Reihe sind 2016 im Schongauer Land passiert. Zuletzt besonders beliebt waren hochpreisige Fahrräder. Die wurden vor allem in kleineren Dörfern wie Bernbeu–ren oder Birkland aus Garagen oder Gartenschuppen gestohlen. Bekannt ist, dass diese Objekte von den Einbrechern oftmals schon im Vorfeld ausspioniert werden – indirekt. Von alten Frauen oder jungen Müttern mit Baby auf dem Arm. Die erwecken am wenigsten Verdacht.

Grund zur Panik besteht laut Kieweg aber nicht. „Generell können wir das Ausspähen zwar nicht ausschließen, aber die meisten Bettelbanden belassen es auch beim Betteln.“ Ein Grund: Betteln ist in Deutschland auf öffentlichem Grund – mit Ausnahme einer Sondersatzung der einzelnen Gemeinde – nicht verboten. Und auch auf Privatgrund entscheidet letztlich der Eigentümer selbst, ober er klein bei gibt oder nicht.

Fakt ist jedenfalls, dass die vorgeschickten Frauen am allerwenigsten von ihrem erbettelten Geld haben, weil sie es ihren Hintermännern abdrücken müssen. Das sollte jedem Bürger bewusst sein. Auch dann, wenn das kleine wehrlose Baby auf dem Arm der Mutter zu schreien beginnt. 

Rubriklistenbild: © dpa

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