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Prost, Premer Maschkerer: Für ein, zwei Stamperl huschen die von Kopf bis Fuß verkleideten Narren aufs Sofa. Dann ziehen sie blitzartig weiter. Aufnahmen wie diese aus dem Wohnzimmer von Familie Franke gibt’s nur wenige.

Uriger Faschingsbrauch

Die Premer Maschkerer - stumme Gesellen

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Prem - Sich unkenntlich machen, kein Wort von sich geben und schön brav ein Stamperl nach dem anderen nicht exen, sondern schlürfen: Dieser mystische Faschingsbrauch ist im kompletten Altlandkreis-Gebiet einmalig. 

Sie kommen aus dem nichts. Meistens zu viert. Wer sich hinter den Masken verbirgt – ein ewiges Geheimnis. „Das weiß niemand“, sagt Alfred Sieber. Nicht einmal am Gangstil könne man sie ausmachen. „Die setzten sich so schnell hin, so schnell kann man gar nicht schauen.“ Und an der Stimme? „Keine Chance.“ Der Premer Maschkerer spricht nicht. Kein einziges Wort. „Wenn, dann wird eine Botschaft auf den Zettel geschrieben.“ Sowas wie „no oan“. Dann ist aber genug. Mehr als zwei Schnäpse trinkt er in der Regel nicht. Er will ja weiter, steht blitzartig auf und huscht zur Haustür hinaus.

Wenn Alfred Sieber über die Premer Maschkerer spricht, klingt das fast ein bisserl mystisch. Und irgendwie passt diese geheimnisvolle Stimmung auch zu diesem urigen, jahrhundertealten Brauch. Der Bauhofmitarbeiter kennt die Premer Maschkerer, seit er denken kann. Ein Stichtag ist ihm aber nicht bekannt. Auch der Grund ist ihm ein Rätsel. „Is bei uns halt immer scho so“, sagt er.

Los geht's ab Mitte/Ende Januar

Nach dem Schützenball, gegen Ende Januar, ziehen die ersten Premer Maschkerer los. „Ganz spontan“, sagt Sieber. Wenn einer am Abend Lust hat, ruft er zwei, drei Spezl an. Die verkleiden sich dann so, dass man wirklich niemanden erkennt. Das Gesicht, der Hals, die Arme, die Beine – alles muss perfekt verdeckt sein. Erst dann wagen sie sich auf die Straßen, ziehen von Haus zu Haus.

„Wer keinen Schnaps hat, sollte ihnen besser nicht aufsperren“, verrät Sieber. Zwei Stamperl sind die Regel. Bevorzugt ein Selbstgemachter. Eierlikör, Himbeer, Brombeer, alles mögliche. Getrunken wird mit Strohhalm. Klar, sonst müssten sie ja die Masken abnehmen. Und das ganze Dorf wüsste, wer die Premer Maschkerer sind. Aber das wird nicht passieren. Niemals. Oder?

Ein kurzer Laut, mehr nicht!

„Manchmal gibt schon einer einen Laut von sich“, verrät Sieber. Möchte so den Gastgebern einen Hinweis geben. Meistens aber führt das Ganze zu noch mehr Ratlosigkeit. Klar, die Stimme wird verstellt. Und die Zettel? Die Handschrift? Verrät die etwas? „Nein“, sagt Sieber. Der Premer Maschkerer trägt immer Handschuhe. Egal wie heiß ihm auf der Eckbank am Kachelofen wird. Klar, der nackte vernarbte Handrücken, die pink lackierten Nägel, der Ehering. Sie würden alles verraten. Deshalb nur mit Handschuhen.

Denn wer mit Handschuhen schreibt, der schreibt bekanntlich ganz anders. Die Schönschrift wird zum Geschmier. Und das Geschmier kann keiner zuordnen. Außer die Premer Maschkerer – vorausgesetzt, das letzte Stamperl ist noch nicht geschlürft. Denn nach „bis zu 18 Häusern“ gehen langsam aber sicher die Lichter aus. Und es reicht nicht einmal mehr für einen verzerrten Laut.

Johannes Schelle

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