Um den rot umrahmten Bereich soll der Friedhof eventuell um Erd-Urnengräber erweitert werden. grafik: fkn

Urnenwand im alten Friedhof abgelehnt

Peiting - Soll es im alten Friedhof in Peiting eine Urnenwand geben? „Nein“, findet der Gemeinderat. Es gibt genügend Möglichkeiten zur Urnenbestattung - allerdings in der Erde.

Verschiedene Anfragen aus der Bevölkerung sind bei der Gemeinde Peiting in letzter Zeit eingegangen. Einige drehen sich um das Thema „Urnenwand“. Nun beriet sich der Gemeinderat, ob das eine sinnvolle Alternative zu den bisherigen Familien- und Einzelgräbern darstellen kann.

„Die Nachfrage ist nicht so üppig“, leitete Peitings Bürgermeister Michael Asam die Diskussion. Gemeldet hätten sich nur Menschen, die eine „Billig-Bestattung“ wünschten. Dass Erdgräber mehr gepflegt werden müssten, sei kein Argument, könnte es doch einfach mit einer Platte verschlossen werden. „Mir persönlich wäre das viel zu unpersönlich, vor einer Urnenwand meinem Verstorbenem zu gedenken“, so der Rathauschef.

Trotzdem hat Marktbauamtsleiter Jochen Rohrmoser zwei Varianten für Stellflächen vorgestellt: Einmal auf einer kleinen Grünfläche oder in eine Mauer eingelassen. „So ein Block kostet zwischen 11 000 und 12 000 Euro“, rechnet Rohrmoser vor.

Schließfächer versus Friedhofskultur, findet Adolf Kapfer (SPD): „Wir sollten unsere Toten lieber anständig unter die Erde bringen.“ Als unethisch sieht auch Alfred Jocher (SPD) die Überlegung an. „So ein Urnenfach wird, soweit ich weiß, nach ein paar Jahren aufgelöst und dann kommt das Gefäß in ein anonymes Sammelgrab“, empörte er sich.

Zumal im Haushalt 2012 für den Bau einer Urnenwand keine Mittel zur Verfügung stehen, sprachen sich die Räte gegen einen derartigen Bau aus. „Wir haben alle Möglichkeiten hier in Peiting“, begründete Bürgermeister Michael Asam. Im neuen Friedhof bestünde jederzeit die Möglichkeit, Urnengräber zu erwerben. Auch im alten Friedhof könne eine Urnenbestattung durchgeführt werden. Allerdings mit der Einschränkung, dass die Bestattung in einem Familiengrab beziehungsweise Einzelgrab erfolgen muss.

Dennoch möchte die Gemeinde das Areal des Friedhofs durchplanen und eventuell ungenutztes Areal als (Erd-) Bestattungsfläche mit hinzunehmen.

Sabine Krolitzki

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