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Spannende Arbeiten: Die Männer tauschten den Hochspannungsmast in „fliegendem Wechsel“. 

Verbesserung der Infrastruktur

Stromartisten auf Hochspannungsmasten

Epfach - Ein Schauspiel der besonderen Art bekamen am Mittwoch die Epfacher zu sehen: Ein Hochspannungsmast wurde ausgetauscht – und das mitten im Dorf. Hintergrund ist die gestiegene Belastung, vor allem durch Stromeinspeisungen aus erneuerbaren Energien ins Netz.

Es war eindeutig ein Fall für Profis. Die LEW als Netzbetreiber hatte die Spezialfirma SAG eingeschaltet. Denn auf den Leitungen vom Wasserkraftwerk am Lech ist mit 110 Kilovolt richtig Schmackes drauf, da darf nichts schief laufen. „Wir haben die Leitung jedoch für die Dauer der Arbeiten freigeschaltet“, sagt LEW-Pressesprecher Ingo Butters. Kein Strom also drauf. Sonst könnten Arbeiten oben tödlich für die Arbeiter sein. Die zeigten sich ziemlich unerschrocken: Den ganzen Tag kletterten sie in 25 bis 30 Metern Höhe herum. Marschierten wie Zirkusartisten auf den Stahlstreben herum. Schraubten am neuen Mast, der direkt neben dem alten aufgebaut wurde. Zerschnitten den alten Mast mit dem Schweißbrenner. Dabei hatte einer der Männer sogar ein laufendes Radio dabei – das aber ziemlich sicher mit Batterien lief.

Der Hintergrund für den Tausch: Durch Einspeisungen aus privaten Photovoltaikanlagen hat sich die Belastung erhöht – und damit auch die Temperatur. Bislang waren die Masten auf eine Leiterseiltemperatur von 40 Grad Celsius ausgelegt – nach dem Stand der 1940er Jahre. Je wärmer nun die Leitungen werden, so Butters, umso mehr hängen sie durch. „Daher müssen wir aus Sicherheitsgründen die Bodenabstände erhöhen“, sagt Butters. Und das um ganze drei Meter. Statt 27 Metern Höhe misst der neue Mast nun 30 Meter. Ende Oktober wurde dafür ein neues Betonfundament gegossen, wenige Meter westlich neben dem alten Mast.

Neuer Strommast wiegt 6,5 Tonnen

Und diese Woche war es soweit: Die Stahlteile wurden angeliefert und vor Ort mit Hilfe eines Krans montiert und befestigt. Gesamtgewicht des neuen Masts: knapp 6,5 Tonnen.

In „fliegendem Wechsel“ verlegten die Arbeiter die Leitungen vom alten auf den neuen Mast. Auch dafür war der Kran nötig, da die Leitungen gewaltiges Gewicht haben. Am selben Tag bauten sie den alten Mast dann wieder ab.

In der Gemeinde Denklingen wusste man natürlich von dieser außergewöhnlichen Maßnahme, hatte sie doch der Gemeinderat im Oktober 2015 abgesegnet. „Auch bei uns im Denklingen werden drei Stück getauscht“, sagt Bürgermeister Michael Kießling. Dort versuche die LEW, einen Ringschluss hinzubekommen, so Kießling: Geplant ist eine neue Leitung bei der Firma Hirschvogel zum Ort. „Das Ganze verbessert auf jeden Fall unser Infrastruktur und sorgt für eine bessere Stromversorgung“, sagt Kießling.

Ganz abgeschlossen sind die Arbeiten in Epfach jedoch noch nicht. Einige Teile des alten Masts liegen noch herum und warten auf den Abtransport. „Wir werden in nächster Zeit noch das alte Fundament und die Spuren der Arbeiten entfernen“, kündigte LEW-Sprecher Butters an. Und 2017, sobald die Witterung es möglich mache, bringe man noch einen Schutzanstrich an: Da können die Epfacher noch einmal die „Stromartisten“ in knapp 30 Metern Höhe erleben. 

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