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Exakt Buch geführt wird von Bernhard Jott Keller, wenn es um den Verein für sauberes Wasser geht. 

Verein für sauberes Wasser

Burgfrieden an der Wasserfront

Steingaden - Jahrelang tobten die Streitigkeiten zwischen dem Verein für sauberes Wasser aus Steingaden-Riesen einerseits und dem Landratsamt auf der anderen Seite. Seit eineinhalb Jahren ist nun Ruhe eingekehrt, das Verhältnis im Umgang miteinander hat sich deutlich entspannt.

Bernhard Jott Keller ist froh. Der Vorsitzende des Vereins für sauberes Wasser hat seit der bisher letzten Zusammenkunft im Juni vergangenen Jahres spürbare Verbesserungen des Klimas registriert. „Heute sprechen wir von einer erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt – und das zunehmend auf partnerschaftlicher Ebene.“ Dies sei auch ein Verdienst von der neuen Sachbearbeiterin Veronika Fichtl, zeigt sich der in der Vergangenheit durchaus streitbare Keller von einer ganz anderen Seite. 

Zusammenarbeit mit Landratsamt hat sich verbessert

Auch die Zusammenarbeit mit dem Leiter des Gesundheitsamts, Dr. Karl Breu, habe sich merklich verbessert. „Wir spüren jetzt die Wertschätzung, die wir früher vermisst haben.“ Mit dieser Entwicklung sei man nach all den Querelen der Vorjahre „natürlich zufrieden“, doch, das verspricht Keller, „werden wir auch in Zukunft ein wachsames Auge darauf haben“. Was die Aktivitäten des Vereins angehe, konnte Keller vermelden, dass die Trinkwasserverordnung eine mikrobiologische Untersuchung pro Jahr im Wechsel zwischen Quelle und Verbraucher vorschreibe. „Da sind wir schon deutlich weiter“, erläutert Keller, „ denn wir machen in der Regel und schon seit längerem pro Quartal beides“.

Höhere Vereinskosten? Neue Schutzzone acht Mal so groß

Noch nicht exakt geklärt ist, wie es nach der Schutzzonenaktualisierung weitergeht. „Die neue Schutzzone ist acht Mal so groß wie die bisherige. Wir stimmen einer Aktualisierung zwar zu, dem Verein dürfen dadurch aber keine weiteren Kosten entstehen“, sagt Keller.

Im Herbst dieses Jahres gab es wieder einen Termin mit Vertretern des Landratsamtes, bei dem es darum ging, die Parameter festzulegen, die im Hinblick auf die Trinkwasserversorgung zu untersuchen sind. „Das wurde Punkt für Punkt besprochen“, so Keller.

Der Verein übernimmt den Worten seines Vorsitzenden zufolge heute schon zahlreiche Aufgaben und Unterstützungsmaßnahmen für Klein- und Selbstversorger. Erst kürzlich wurde aus Lechbruck eine Beratung in Wasserfragen erbeten, tätig ist man diesbezüglich schon seit längerem beispielsweise in Oberstdorf und Oberstaufen. „Wir geben den Menschen vor Ort dabei unser know how, das wir uns in Jahrzehnten erworben haben, weiter“, verdeutlicht Keller.

Ziel: Bürger zu sparsamen Wasserverbrauch bewegen

Der Verein ist aber auch noch in anderer Hinsicht aktiv. „ Wir haben beispielsweise einen Fonds bezüglich Regenwasserbevorratung gegründet.“ Zielsetzung ist, die Bürger zu mehr Sparsamkeit beim Wasserverbrauch anzuhalten. „Wenn beispielsweise jemand weniger Wasser verbraucht als im Jahr zuvor, zahlen wir pro Kubikmeter eine Prämie von 50 Euro.“ Dies allerdings bei einer Obergrenze von fünf Kubikmetern.

In den vergangenen Jahren 120.000 Euro investiert

Der aktuelle Wasserpreis des Vereins liegt übrigens brutto bei 60 Cent pro Kubikmeter. Und trotzdem konnten in den vergangenen Jahren Investitionen in Höhe von 120 000 Euro geschultert werden. Keller wörtlich: „Wir sind stolz darauf, dass wir keine Schulden haben, sondern immer eine Kapitalreserve für unvorhersehbare Notfallmaßnahmen.“ Dies sei einmal mehr ein deutlicher Beweis für die Leistungsfähigkeit einer kleinen, dezentralen Wasserversorgung.

Stephan Penning

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