Nach Irrweg in den Bergen

Vermisste Demenzkranke (60) stürzt in den Tod

Peiting/Garmisch-Partenkirchen – Jede Hoffnung war vergebens: Die demenzkranke Peitingerin Ursula A., die vergangenen Mittwoch bei einem Besuch im Klinikum Garmisch-Partenkirchen verschwunden war, ist tot. Die 60-Jährige hatte einen kilometerlangen Weg in den Bergen zurückgelegt.

Spaziergänger machten am Samstag gegen 13.30 Uhr die traurige Entdeckung: Zwischen Partnachklamm und Elmau, an einem steilen Hang unterhalb von Hintergraseck, entdeckten sie den Leichnam der 60-Jährigen. Die Frau war laut Polizei offenbar von einem darüberführenden Wanderweg 20 bis 30 Meter in den Tod gestürzt.

Damit ist traurige Gewissheit, was am Mittwochnachmittag als Rätsel begonnen hatte. Mit einem Bekannten war Ursula A. ins Klinikum Garmisch-Partenkirchen gefahren, zu einem Krankenbesuch. Im Bereich der Cafeteria verlor jedoch der Mann Ursula A. gegen 15 Uhr kurz aus den Augen – sie war wie vom Erdboden verschluckt. Weil der Begleiter wusste, dass sich die demenzkranke Peitingerin alleine nur schwer orientieren kann, informierte er rasch die Polizei, die eine große Suchaktion startete: Bis in die Nacht hinein und auch noch am Donnerstag. Waren Rettungskräfte der Freiwilligen Feuerwehr, die Rettungshundestaffel sowie die Polizei im Einsatz, unterstützt von einem Polizeihubschrauber – ohne Erfolg. Auch der Hoffnungsschimmer, Ursula A. hatte sich vielleicht innerhalb des weitläufigen Klinikums verlaufen, blieb unerfüllt, nachdem Mitarbeiter des Krankenhauses und Polizisten vergebens das gesamte Klinikgebäude durchsucht hatten.

Zu diesem Zeitpunkt dürfte Ursula A. vermutlich längst tot gewesen sein, wobei noch einiges unklar ist. Zum Beispiel, welchen Weg die 60-Jährige genommen hat. Über Wamberg im Osten, oder oberhalb der Partnachklamm im Westen? Durch die Klamm selbst ist sie nicht, das wäre laut Polizei am kostenpflichtigen Klammeingang aufgefallen. Auch ist ein Rätsel, wie die 60-Jährige so weit kommen konnte. Zwar wird sie als gut zu Fuß beschrieben, doch Luftlinie beträgt die Entfernung vom Klinikum zum Fundort rund zwei Kilometer, zwischen denen noch einige Höhenmeter liegen. Rätels, die möglicherweise nie geklärt werden.

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