Keiner außer Elwood kann Harvey sehen: (v.l.) Dominik Nierer als Elwood P. Dowd, Anna Kriwan als Tante Ethel, Eleyne Wenninger als Myrtle Mae Simmons und Carolin Nuscheler als Veta Louise Simmons. foto: uf

Verwirrung um einen weißen Hasen

Schwabniederhofen - Eine bejubelte Premiere legte der Theaterverein Treibhaus mit dem Komödien-Klassiker „Mein Freund Harvey“ in der Schwabniederhofener Kulze-Bühne hin.

„Jeden Tag werden so viele Leute vom Bus überfahren. Warum kann so etwas nicht Onkel Elwood passieren?“, fragt sich Myrtle Mae Simmons genervt. Sie und ihre Mutter leiden unter den seltsamen Marotten des exzentrischen Elwood P. Dowd, der einen 1,80 Meter großen, weißen Hasen in Anzug und Hut zum Freund hat. Pech nur, dass niemand Harvey sehen kann. Deshalb soll Elwood in ein Sanatorium für psychisch Kranke abgeschoben werden. Da es sich um eine Komödie handelt, verläuft natürlich nichts nach Plan. Es gibt allerhand vergnügliche Verwicklungen und Verwirrungen und eine überraschende Wendung am Schluss.

Das Stück „Mein Freund Harvey“, das 1944 uraufgeführt und 1950 mit James Stewart in der Hauptrolle verfilmt wurde, ist wunderbar nostalgisch, in seiner Aussage aber sehr aktuell. Und es bietet den Akteuren vom Theaterverein Treibhaus jede Menge Gelegenheit ihr komödiantisches Talent zu zeigen. Allen voran Dominik Nierer als Menschen- und Hasenfreund Elwood P. Dowd, der seinen Charakter überzeugend und unaufgeregt gab. Eine Paraderolle hatte Carolin Nuscheler als seine leidgeprüfte Schwester Veta Louise Simmons und sorgte mit großen Gesten und ausdrucksvoller Mimik für manchen Lacher. Eleyne Wenninger spielte ihre naive Tochter, die ebenfalls schwer unter „Hasen-Allergie“ leidet. Martin Kriwan brillierte als ignoranter Nervenarzt Dr. William Chumley, der durch Harvey an den Rand des Nervenzusammenbruchs gebracht wird. Sein inkompetenter Mitarbeiter Dr. Lyman Sanderson, der heimlich in Schwester Ruth Kelly (Eva Kriwan) verliebt ist, wurde von Michael Boos treffend dargestellt. Ebenfalls zum Sanatoriumspersonal gehörte Sebastian Atzler als grober Pfleger Marvin Wilson, der sich in Myrtle Mae verguckt. Jakob Geiger gab den besorgten Familienanwalt Omar Gaffney. In weiteren Rollen waren noch Miriam Zepf als Arztfrau Betty Chumley, Anna Kriwan als Tante Ethel Chauvenet, Valerie Kienle als Hausmädchen Marie und Alexander Nierer als Taxifahrer Lofgreen zu sehen.

Ein großes Lob haben auch das aufwändige Bühnenbild und die perfekten Kostüme verdient, die das Stück zusätzlich zum Sehvergnügen werden ließen. Nicht zu vergessen so geniale Sätze, wie „Elwood lebt nicht mit uns, wir leben mit Elwood!“, „Ein Individuum, so altmodisch wie ein Gartenzwerg“, oder „Da verbringt man sein Leben zwischen Glaswänden und die Wunder lehnen am Laternenpfosten“ - mit denen „Mein Freund Harvey“ geradezu gespickt ist. Theater-Vergnügen pur also, das die Besucher zu schätzen wussten. „Ich bin schon Stammgast bei Treibhaus. Besonders die tolle Stück-Auswahl gefällt mir“, gestand eine Besucherin. Und sollte jemand anderer Ansicht gewesen sein, hier noch ein Zitat aus „Mein Freund Harvey“: „Meinungsverschiedenheiten sind die Würze eines jeden Gesprächs!“.

(Ursula Fröhlich)

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