Das Abschlusskonzert der Werkgemeinschaft Musik in der Wies fand viel Anklang. rwg

Viel Beifall für Uraufführung in der Wieskirche

Wies - Die jüngste Teilnehmerin ist zwölf , die älteste 89 Jahre alt - gemeinsames Musizieren ist alterslos. Es ist schon Tradition, die Chor- und Orchesterwoche der Werkgemeinschaft Musik in Kooperation mit der Landvolkshochschule Wies. Und diesmal gab es sogar eine Uraufführung.

Seit über 50 Jahren kommen einmal im Jahr musikbegeisterte Laien zum gemeinsamen Musizieren, zum Tanz, zu Workshops, zum spirituellen Austausch in die katholische Landvolkshochschule Wies zusammen. Höhepunkt ist immer ein abschließendes Konzert in der Wieskirche. In diesem Jahr waren 124 Teilnehmer aus der gesamten Bundesrepublik angereist und zauberten einen abwechslungsreichen Klangteppich in die vollbesetzte Wieskirche.

Es ist verwunderlich, was Laienmusiker innerhalb einer Woche musikalisch auf die Bühne bringen. Dahinter stecken nicht nur Talent und Freude an der Musik, sondern sicherlich eine große Portion Begeisterung, und ein Zitat des deutschen Historikers Theodor Mommsen trifft für die Teilnehmer der Chor-und Orchesterwoche sicherlich zu: „Ohne Leidenschaft gibt es keine Genialität“.

Und so spürten die begeisterten Zuhörer hinter jedem vorgetragenen musikalischen Stück die Leidenschaft, die Begeisterung jedes Einzelnen zur Musik, zum gemeinsamen Musizieren Der Gospelchor sang nicht nur berührend „Let us stand hand in hand“, sondern die hervorragenden Sänger standen zum Schluss auch Hand in Hand da, eine wunderbare Darbietung.

Die Blechbläser erklangen vom Seitenschiff der Kirche und trompeteten und posaunten klare, volltönende Klänge von „Oh happy day“ und einem gewaltigen „Lobet den Herren“ in die wunderschöne Wieskirche.

Der Chor sang mit dem „Kyrie eleison“ aus der Palestrinamesse glockenklar ein anspruchsvolles A-Capella-Stück und überzeugte danach gemeinsam mit dem hervorragenden Orchester und den stimmlich wunderbaren Solisten Teresa Schmid (Sopran), Elisabeth Bayer (Sopran) und Jo Holzwarth (Tenor) im „Psalm 95“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy.

Eine feine, fröhliche Romanze „Suite B-Dur, op.4“ von Richard Strauss zauberte das Holzbläserensemble in den Raum, und von den Streichern hörte man eine sehr einfühlsam gespielte „Serenade E-Dur, op.22“ von Anton Dvorák.

Und dann kamen die Zuhörer noch in den Genuss der Uraufführung „Impressionen einer Wallfahrt zur Wies“ des jungen Komponisten Jan Andrees, auf die sich vorab Wiespfarrer Gottfried Fellner in seiner Begrüßungsrede schon freute. „Schauen Sie bei diesen musikalischen Impressionen auf das Zentrum, auf den Gegeißelten Heiland“, sagte Pfarrer Fellner. In diesem Jubiläumsjahr werde zum 275. Mal an das Tränenwunder gedacht. Eine Welturaufführung zu dieser Wallfahrt sei schon etwas Besonderes, so der Wiespfarrer.

Und die musikalische Wallfahrt erwies sich auch wirklich als etwas Besonderes. In sieben Sätzen werden die einzelnen spirituellen Schritte der Wallfahrt klanglich unglaublich einfühlsam interpretiert. So unterstreicht im sechsten Satz eine Solotrompete die Demut und die Wahrhaftigkeit das Anliegen des Wallfahrers, so wird durch klangliches Auf- und Abschwellen das Farbenspiel der Kirche angedeutet, so werden durch gewaltige Töne der Gang des Wallfahrers zum Hochaltar interpretiert, das ist wirklich genial, das ist mit Leidenschaft komponiert.

Eine wunderbare Idee ist der Schluss der „Impressionen einer Wallfahrt zur Wies“. Nachdem die letzten Töne dieser Uraufführung verklungen sind, nehmen die dann ertönenden Glocken der Wieskirche die Komposition auf und bilden eine abschließende musikalische Einheit zum Zentrum der Wies: dem Gegeißelten Heiland.

rwg

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