1. Startseite
  2. Lokales
  3. Schongau

Zu viel Lichtlein brennen

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Schongau - Der Schongauer Bauausschuss vertagt den Antrag über eine leuchtende Werbeanlage.

Dass die Altstadt-Werbesatzung seit langem veraltet ist, weiß Stadtbaumeister Ulrich Knecht. „Das ist eine ganz wichtige Aufgabe, aber mit viereinhalb Hanseln im Bauamt und einigen findigen Sekretärinnen ist das nicht zu bewältigen.“ Manche Unternehmer lassen ihre Werbeanlagen gar nicht erst genehmigen und hoffen, dass es niemand merkt. Andere gehen den ordentlichen Weg über die Stadt, „und die sind dann die Dummen“.

Im aktuellen Fall trifft das auf ein Versicherungsbüro in der Münzstraße zu. Geplant ist eigentlich nur, die bestehende Tafel über den Münzstraßen-Eingang vom Vormieter zu ersetzen. Das Problem: Die Tafel soll teilweise per LED selbstleuchtend sein. Laut Satzung darf Werbung aber nur angestrahlt werden. „Die bestehende Anlage war schon nicht eingereicht, und ich bin absolut gegen weitere selbstleuchtende Anlagen“, sagte Robert Bohrer (SPD) rigoros. Und das Argument, dass das nur dezent leuchte, zog bei ihm nicht: „Der soll Fotos liefern, damit wir wissen, wie das bei Nacht aussieht“, verlangte Bohrer. „Woanders wird rigoros durchgegriffen. Dem rennen die Leute doch nicht die Bude ein, nur weil draußen so ein Ding leuchtet.“

Doch Vize-Bürgermeister Paul Huber war sich beim Thema „nicht erlaubt“ nicht sicher. „In der Werbesatzung heißt es ausdrücklich, dass die Werbung nicht selbstleuchtend sein darf. Hier sollen aber LEDs in den Buchstaben leuchten, nicht der ganze Kasten. Das fällt nicht unter die Satzung“, glaubte er. „Da machen wir aber ein Fass auf“, entgegnete Michael Motz (UWV). „Wie machen wir weiter? Die Gewerbetreibenden wollen ja schließlich Werbung machen.“

Helmut Schmidbauer (CSU) freute sich, dass der Antragsteller sich so viel Mühe mit einer individuellen Werbetafel gebe. „Aber laut Satzung ist farbiges Licht untersagt, und hier wäre es grün.“ Grundsätzlich habe es so eine Werbeanlage noch nicht gegeben. Man sollte einfach mit dem Antragsteller reden. Auch Knecht betonte, dass das Gleichgewicht gewahrt werden müsse. „Sonst haben wir bald kein Geschäft mehr in der Altstadt.“ Einstimmig wurde der Tagesordnungspunkt vertagt.

bo

Auch interessant

Kommentare